Zypern – Insel der Schaumgeborenen

Kulturbeflissene sind Frühaufsteher. Bereits kurz nach fünf Uhr morgens verließ eine 20-köpfige Bayreuther Delegation unter Sonnenklar-Reisebegleiter Terry Semertzidis Bayreuth per Bus nach Nürnberg und flog von dort nach Larnaka auf der Sonneninsel Zypern.

Und dort hatte sie doppeltes Glück. Traumhaftes Sommerwetter im November und ein stämmig-quirliger Zypriot als deutschsprachiger örtlicher Reiseleiter. Er führte seine Gruppe in ebenso kundiger wie engagiert-ansprechender Weise durch das antike und das moderne Zypern.

Die einzelnen Reisetage standen unter jeweils anderem Motto. Geteiltes Nikosia: die Hauptstadt mit dem archäologischen Museum, der „Grünen Linie“ zum türkisch besetzten Nordteil der Stadt, der Sophienkathedrale (heute Moschee) und der Alten Karawanserei. Oder: Salamis & Famagusta, die eine bedeutende antike Hafenstadt, die andere „Geisterstadt“. Nach dem Abstecher in das Troodosgebirge unter dem Tenor Kloster & Kirchen (darunter das Weltkulturerbe Agios Nicolaos tis Stegis) fand der fünfte Tag „Genuss nach Zypernart“ naturgemäß besonders großen Anklang. Der Besuch des Künstlerdorfes Lania bei zypriotischem Mokka und der Süßspeise Baklava verleitete zu einer spontanen Beinaheverheiratung einer Reiseteilnehmerin mit einem 80-jährigen einheimischen Bänkelsänger-Casanova; sie scheiterte nur an Lappalien, nachdem der Pfarrer, der Bürgermeister und zahlreiche Trauzeugen bereit standen.

Daneben war Reiseleiter Antonis in seiner spontan-humorvollen Art immer wieder für eine Überraschung gut, so für eine vorgetäuschte Omnibuspanne, als für die Reisegruppe bereits nach kurzer Zeit ein – ihm gehörender – Oldtimerbus zum Umsteigen bereit stand und die Erleichterung der Bayreuther mit einem Zivania, dem einheimischen Nationalgetränk, ausgiebig begossen wurde. Das Meze-Essen unter der großen Dorfplatane von Agros oder das typisch griechische Picnic im kleinsten Zyperndorf Kissousa wurden ebenso begeistert aufgenommen.

Nach einem Besuch des Geburtsortes der schaumgeborenen Aphrodite war der Zypernaufenthalt viel zu schnell beendet. Der letzte Vormittag auf der Insel lockte noch mit einem Bad im warmen Mittelmeer, bevor es nachmittags zurück ins kalte Deutschland ging.

Gespannt wartet die Reisegruppe auf die Planung des Reisebüros für 2012.