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Lissabon, Region Lissabon und Setúbal, Portugal · Mai 2017


Lissabon-Stadt am Tejo. Wer bereits einmal dort war spürt es schon beim Landeanflug. Das Kribbeln ist da. Lisboa zieht einen in den Bann und lässt nie wieder los. Man erhascht einen Blick auf die beiden gar nicht soweit voneinander entfernten Stadien der berühmtesten Fußballvereine der Stadt. Grün für Sporting und Rot für das Stadion des Lichts von Benfica, dessen 4 Meisterschaft in Folge ich während meines Aufenthaltes erleben durfte, doch dazu später mehr. Noch sitze ich im Flieger und dann fällt der Blick auf die "Ponte 25 de Abril". Was für ein atemberaubender Blick, nicht immer kommt das Flugzeug über diese Route nach Lissabon, wenn man dieses Glück nicht hat bleibt einem immer noch der Blick auf die monumentale Brücke "Vasco da Gama" und wird nicht minder begeistert sein.
Untergekommen war ich im Bairro Alto Hotel am Praça Luís de Camões. Besser geht es kaum. Die berühmte Linie 28, welche einen bis in die Gassen des Alfamaviertels führt startet direkt vor der Tür. Das Cafe Brasileira mit der sitzenden Bronzestatue des Fernando Pessoa ist schräg gegenüber und läd immer zu einem Foto mit dem Schriftsteller ein. Von dort kann man bei einem Bica, dem kleinen starken portugiesischen Espresso, dem bunten Treiben um den Platz mit seinen Strassenkünstlern. Touristen, Einheimischen zusehen und die Stadt förmlich in sich einatmen. Freilich kann man den Bica auch drinnen an der Bar trinken und dabei vielleicht sogar die Hälfte des Preises sparen, aber wer will schon drin sitzen, wenn die schöne Stadt mit ihren sieben Hügeln zum Augenschmaus lädt. Noch heute höre ich die rappligen Geräusche der Strassenbahn und sehne mich zurück in die Stadt am Tejo. Die Füße wollen wieder über das holpige Kopfsteinpflaster und zu Fuß durch die engen Gassen der Alfama bis hinauf zum Castelo mit dem sagenhaften Blick auf die Brücke, die nach dem Datum der friedlichen Nelkenrevolution benannt wurde. Hier im Alfama wo man mit etwas Geduld und Glück die besten, unscheinbarsten Fadolokale findet. Zugegeben nicht immer klingt es dort nach Amalia oder Misia, aber es ist verdammt authentisch und wenn die Portugiesen in den Gesang mit einstimmen bleibt kein Auge trocken. Diesesmal jedoch gibt es keinen Fado für mich, dieses mal hallt es überall "Glorioso SLB" und "Campeoes" durch die Strassen. Benfica ist Meister geworden. Heute geht es in die Pink Street. Genau gesagt in die Pensão Amor, in die "Pension der Liebe", die es früher tatsächlich war. Und heute zu eine der angesagtesten Partylocations in Lissabon zählt. Bevor die Nacht dann für Lissabon wirklich beginnt sind wir dort schon wieder verschwunden, nicht ohne mit den Portugiesen, den Erfolg beim ESC2017 zu feiern. Bairro Alto ruft, das Partyviertel in Lissabon. Hier findet die Nacht kein Ende, bevor der Himmel wieder blau wird. Bars, Cafes, Kneipen, mit und ohne Musik soweit das Auge reicht und soweit einen die Füße durch die Gassen tragen können. Sollte man am nächsten Tag noch vorhaben die Gärten von Sintra und die dortigen Paläste zu besichtigen und durch die schattigen Wälder zu radeln ist es wohl besser kürzer zu treten. Sonst kann man die Frage am Morgen : "fresco como uma alface?" nicht so beantworten wie man es sollte, bei solche einem Programm. Was das heißt? Frisch wie ein Kopfsalat. So sagt man in Lissabon nicht nur nach einer langen Nacht, hat Paula, unsere wunderbare Reisebegleiterin aus Lissabon, uns erzählt. Am besten man holt sich ein Pasteis de Natas - das sind diese kleinen unfassbar leckeren Blätterteigpastetchen - und nimmt einen Bica dazu, dann geht es gleich wieder aufwärts.
Sicherlich fragt ihr euch mittlerweile, was schreibt der Helge da eigentlich für einen Reisebericht? Wo steht dort was zum Hieronymus-Kloster oder zum Torre de Belem. Das Castelo Sao Jorge wir nur mal am Rande erwähnt. Die Portas do Sol, die Jesusstatue, der Handeslplatz nicht und auch zu den Docas ( die Docks) wird ja gar nichts erzählt. Stimmt. Da wird tatsächlich nichts darüber gesagt. Seid mal ehrlich, das steht doch in jedem Reiseführer und auf jeder Lissabon erklärenden Webseite werden die Sehenswürdigkeiten Lissabons aufgelistet, mit der Geschichte vom Eiffelschüler, der den bekannten Elevador gebaut hat, mit den Standseilbahnen, mit dem Kutschenmuseum. mit den vielen Kirchen, eine schöner als die andere. Ja natürlich schaut euch das alles an unbedingt. Ich habe aber eine Bitte an euch, wenn ihr Lissabon spüren wollt, nehmt euch Zeit, Zeit ausserhalb der Touristenattraktionen, Zeit für einen kleinen Kaffee oder für ein Fläschchen Superbock in einer Bar, die alles andere als nach Tourismus aussieht, nehmt die Stadt mit allen euren Sinnen auf. Hört die für uns ungewohnten Klänge in der portugiesischen Sprache, atmet die Luft die vom Atlantik rüberweht.
Zeit spielt keine Rolle. Hektik und Eile werden mit Gemächlichkeit beantwortet..
Zu Lissabon könnte Erich Kästners Aussage kaum besser passen: "Toren besuchen im fremden Land die Museen, Weise gehen in die Tavernen."
Beim Rückflug, wenn man noch einmal den Blick auf die schöne Metrpole am Tejo genießt, spürt ihr vielleicht die saudade oder auch einfach nur Sehnsucht nach Lissabon.

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Freilich kann man den Bica auch drinnen an der Bar trinken und dabei vielleicht sogar die H\u00e4lfte des Preises sparen, aber wer will schon drin sitzen, wenn die sch\u00f6ne Stadt mit ihren sieben H\u00fcgeln zum Augenschmaus l\u00e4dt. Noch heute h\u00f6re ich die rappligen Ger\u00e4usche der Strassenbahn und sehne mich zur\u00fcck in die Stadt am Tejo. Die F\u00fc\u00dfe wollen wieder \u00fcber das holpige Kopfsteinpflaster und zu Fu\u00df durch die engen Gassen der Alfama bis hinauf zum Castelo mit dem sagenhaften Blick auf die Br\u00fccke, die nach dem Datum der friedlichen Nelkenrevolution benannt wurde. Hier im Alfama wo man mit etwas Geduld und Gl\u00fcck die besten, unscheinbarsten Fadolokale findet. Zugegeben nicht immer klingt es dort nach Amalia oder Misia, aber es ist verdammt authentisch und wenn die Portugiesen in den Gesang mit einstimmen bleibt kein Auge trocken. 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