Reise ins Land der Mitte

China

Einleitung

„Früher oder später, davon bin ich überzeugt, wird sich ganz China, gleich dem Vogel Phönix, aus seinem großen Tief erheben. Diese Millionen von friedlichen, fleißigen Menschen können weder erstickt und noch ganz unterdrückt werden, noch kann diese große Nation ausgetilgt werden. Früher oder später muss sich dieses Volk wieder finden und gemeinsam mit dem Westen das Schicksal der Welt bestimmen.“ (Ernest Henry Wilson, als Naturforscher in Westchina, 1913)

„China ist dabei, zu erwachen, und es könnte bald die Welt bewegen." sagte einst Richard Nixon, ehemaliger Präsident der USA. Heute ist China erwacht und spielt eine immer größer werdende Rolle in der Welt. Sei es in wirtschaftlicher Hinsicht oder auch nur als ein immer populärer werdendes Reiseziel.

Das Reich der Mitte ruhte in sich selbst, war eine Welt für sich, ja, hielt und hält sich zum Teil noch immer für den Mittelpunkt der Welt schlechthin. Die chinesische Welt, das Chinesischsein, ist für den Durchschnittschinesen die einzig mögliche und erstrebenswerte Daseinsumgebung überhaupt. Der außenstehende Westen hat dieses scheinbar in sich geschlossene Bild vom Gebilde China übernommen. Den meisten Menschen aus dem Westen erscheint das Riesenreich als seltsam homogene Einheit mit einer in lange regierenden Dynastien gemächlich dahinfließenden Geschichte.

Kaum ein Land ist so aufregend wie China. Denn seit Deng Xiaoping das Tor des lange verschlossenen Reiches einen Spalt weit öffnete, ist die Volksrepublik in permanenter Bewegung. Neue Städte entstehen aus dem Nichts. Alte Regeln fallen. Ein einst hungriges Volk entdeckt den Wohlstand. Und mit unheimlicher Kraft drängt das Land wirtschaftlich, politisch und auch sportlich an die Weltspitze.

China hat sich inzwischen ausländischen Touristen geöffnet. Doch ein Besuch im Reich der Mitte ist nach wie vor ein Abenteuer. Vieles ist uns fremd am chinesischen Volk: Seit Tausenden von Jahren lesen Chinesen von rechts nach links, also von hinten nach vorn. Was auch wieder Blödsinn ist, weil: Unser Hinten ist ihr Vorn. Wenn sie lächeln sollen für ein Foto, sagen Chinesen nicht auf Englisch „Käse“, sondern auf Chinesisch „Aubergine“. Sie essen ihre Suppe nicht, sondern trinken sie, und sie tun das nie vor, sondern stets nach dem Essen. Sie stellen den Nachnamen vor den Vornamen. Im Herzen sitzt bei Ihnen die Vernunft, und weiß ist die Farbe ihrer Trauergewänder. Der Kompass zeigt hier nach Süden, die Menschen schreiben in Bildern statt mit Buchstaben und lieben Gesang, Gedränge und Lautstärke. Und genau das macht China so faszinierend. Ein Abendessen in einem Spezialitätenrestaurant oder eine Führung durch einen alten Tempel ist ebenso voll von Überraschungen wie eine Pause bei einer Tasse Tee, in der man die über die Straße strömenden Menschenmassen betrachtet.

Es ist kaum möglich, sich ein genaues Bild von China zu machen. Denn das Land breitet sich aus zwischen Sibirien, Persien, der Mongolei und Indien, so groß wie ein ganzer Kontinent und mindestens so vielfältig. Einsame Hochebenen und raue Küsten, unüberwindliche Berge und undurchdringliche Urwälder, pulsierende moderne Urbanität und traditionelles Leben auf dem Dorf, chinesische sowie die abwechslungsreiche Kultur von 55 weiteren Ethnien prägen das Bild Chinas. 1,34 Milliarden Menschen, 5.000 Jahre Kultur. Ein Riesenreich im stürmischen Wandel. Kaum ein Land erregt so viel Aufsehen und bleibt dabei weltpolitisch scheinbar so unbeteiligt wie China. Noch. Ob Kultur, Natur oder Abenteuer: Das Reich der Mitte bietet jedem Reisenden etwas.


Lage

Die Volksrepublik China befindet sich in der östlichen Hemispähre im Osten des asiatischen Kontinents und an der Westküste des Stillen Ozeans. Das Staatsgebiet Chinas erstreckt sich über ca. 4.200 km von 18° bis 54° nördlicher Breite und über ca. 4.500 km von 71° bis 135° östlicher Länge. Die nördlichste Stadt, Mohe in der Provinz Heilongjiang, liegt auf der Höhe von Berlin, die tropische Insel Hainan auf der Breitengrad der Südsahara. China grenzt an 14 Staaten und hat damit gemeinsam mit Russland die meisten Nachbarländer der Welt Im Uhrzeigersinn grenzt China: im Süden an Vietnam (1281 km), Laos (423 km), Myanmar (2185 km), Bhutan (470 km) und Nepal (1236 km), im Süden und Südwesten an Indien (3380 km), im Westen an Pakistan (523 km), Afghanistan (76 km), Tadschikistan (430 km), Kirgisistan (858 km) und Kasachstan, (1533 km) im Norden einmal kurz an Russland (40 km), die Mongolei (4677 km), danach zum zweiten Mal im Norden, Nordosten und Osten an Russland mit (3605 km), und im Osten an Nordkorea (1416 km). Mit einer Gesamtlänge von 22.133 km hat die Volksrepublik die längste Landgrenze aller Staaten der Erde. Das Territorium wird grob in drei Bereiche unterteilt:

Der Osten Chinas ist von vier großen, dicht besiedelten Schwemmebenen geprägt. An den Küsten befinden sich die Deltas seiner größten Flüsse. Der südöstliche Küstenstreifen ist gebirgig, während der Süden eher hügelig ist. Das Gebiet hat eine Höhe von maximal 500 Meter über dem Meeresspiegel.
Westlich an die Ebenen schließen sich zahlreiche Gebirge mit Hochebenen und großen Becken an: die Mongolische Hochebene, das Tarimbecken, das Sichuan-Becken, das Lössplateau oder das Yunnan-Guizhou-Hochland. Die Berge haben hier Höhen von etwa 1000 bis 2000 m.

Westchina hat einen ausgesprochenen Hochgebirgscharakter mit dazwischen liegenden Hochebenen. Die größten Gebirge sind: Himalaya, Tianshan, Pamir und das Hochland von Tibet. Das Hochland von Tibet liegt durchschnittlich 4500 m über dem Meeresspiegel und gehört damit zu den höchstgelegenen Ebenen der Welt. Der Westen ist zusammen mit der Inneren Mongolei auch der trockenste Landesteil, für dessen ausgeprägtes Wüstenklima die Gobi und die Taklamakan stehen.
Geschichte – Zeittafel

Die Chinesen verfügen über die längste kontinuierliche Geschichte aller Völker.

5.-2. Jtsd. v. Chr.

Verschiedene neolithische Kulturen siedeln an den Flussläufern des Gelben Flusses und am Unterlauf des Yangzi

um 2205–1766 v.Chr.

Der legendäre Große Yu begründet die Xia-Dynastie. Damit beginnt das dynastische Element in der chinesischen Geschichte

um 1766-1122 v.Chr.

Die Shang-(Yin-)Dynastie läutet die Bronzezeit ein: frühe Hochkultur, Schrift, Streitwagen und umwallte Städte

um 1025-249 v.Chr.

Zhou-Dynastie

um 551-233 v.Chr.

Die Zeit der „Hundert Schulen“ ist die Blütezeit der Philosophenschulen. Konfuzius, Laozi, Menzius und viele andere suchen Antworten zur Natur des Menschen, des Staates und des Universums

221 v.Chr.

Fürst Zheng von Qin eint das chinesische Reich und ernennt sich zu dessen Erstem Kaiser (Qin Shi Huangdi)

206 v.Chr. – 9 n.Chr.
Westliche Han-Dynastie

141-87 v.Chr.

Unter Kaiser Wu der Han wird China erstmals ein Großreich. Aufblühen der konfuzianischen Schule und Vordringen des Buddhismus über die neu eröffnete Seidenstraße

25-220

Östliche Han-Dynastie

221-263

Drei Reiche

304-589

Nord-Süd-Teilung

386-534

Unter der Fremdherrschaft der Toba in Nordchina erreicht der Buddhismus seiner erste Blüte als Staatsreligion. Ebenfalls Aufblühen des Daoismus.

439-535

Nördliche Wie-Dynastie

581-618
Reichseinigung. Sui-Dynastie

618-907

Tang-Dynastie

721-756

Goldenes Zeitalter der Tang (618-907). Unter Kaiser Ming Huang (Xuanzong) erreicht China seine bislang größte Ausdehnung. Blütezeit von Kunst, Dichtung, Kalligrafie und Malerei; großer kultureller Einfluss Chinas auf die Nachbarstaaten bzw. Zentralasiens auf China.

907-979

Reichsteilung: Fünf Dynastien (Nordchina) und Zehn Reiche (Südchina)

960-976

General Zhao Kuangyin gelangt durch einen Staatstreich an die Macht und gründet die Song-Dynastie (960-1126/1279). Vor allem im 12. und 13.Jh. kommt es zu einer wirtschaftlichen und kulturellen Blütezeit, in der Philosophie, Literatur, Malerei und Naturwissenschaften ihren Höhepunkt erreichen.

ab 1271

Der Mongolenherrscher Kublai Khan unterwirft China und begründet die Yuan-Dynastie (1271-1368). Erstmals seit seinem Bestehen wird Gesamtchina (1276-1368) von einer Fremddynastie beherrscht.

1368

Zhu Yuanzhang (1328-98) gründet die letzte nationale Dynastie Ming (1368-1644), die China eine fast 270 Jahre währende wirtschaftliche und kulturelle Hochblüte beschert. China steigt zur See- und Handelsmacht auf.

1407

ein Ming-Kaiser schickte den muslimischen Admiral und Eunuchen Zheng He mit 317 Schiffen und eine gesamten Besatzung von 27.780 Mann (Seeleute, Soldaten, Handwerker, Astronomen, Apotheker, Meteorologen) – die gesamte spanische Armada des Jahres 1588 hatte nur 132 !!! – nach Afrika, um diplomatische Kontakte und intensive Außenhandelsbeziehungen zu pflegen. 7 Jahre dauerte dessen Reise durch die Gewässer des Indischen Ozeans. Das Hauptschiff war mehr als 140 Meter lang und setzte seine weithin sichtbaren roten Segel aus Seide auf nicht weniger als neun Masten (Zum Vergleich: Als sich 1492, also mehr als 80 Jahre später, Kolumbus aufmachte, über die Neue Welt zu stolpern, da befehligte er gerade mal 90 Seeleute auf drei Nussschalen, die hintereinander schippernd keine 70 Meter lang waren).


Doch nach dem Tod von Admiral Zheng He verschwand die chinesische Armada von der Bildfläche. Doch aus welchem Grund? Finanzknappheit aufgrund einer sehr chinesischen Vorliebe für übertriebene Größe? Der große finanzielle und logistische Aufwand, der mit dem Neubau der Großen Mauer 1474 entstand? Oder war es Fremdenfeindlichkeit? Schotteten sich die Chinesen ab, aus Angst, Fremde könnten übermäßig in ihr Land kommen?

1644-1911

Erneut herrscht eine Fremddynastie, die mandschurische Qing, über China. Das Land erlebt seine bisher größte Ausdehnung in der Geschichte. Die lange Zeit des Wohlstands und Friedens mündet ab dem 19.Jh. in eine Bevölkerungsexplosion mit Aufständen, die schließlich zum Zusammenbruch des Kaiserreichs führen.

1839-1842

Erster Opiumkrieg

1843

Friedensabkommen von Nanking am 26.Juni 1843. Die Insel Hongkong wurde offiziell an Großbritannien übergeben und dem Opiumkrieg, dem so genannten Ersten Englisch-Chinesischen Krieg, ein Ende gesetzt.

1858-1860

Zweiter Opiumkrieg

1860

Abkommen von Peking. Nachdem bereits 1843 Hongkong an Großbritannien übergeben wurde, fielen mit dem Abkommen von Peking zwei weitere Inseln an Großbritannien. Die Halbinsel Kowloon und Stonecutters Island.

1898

Die Briten pachteten zum Schutz ihrer eigenen Interessen weitere Gebiete von China, wie z.B. die New Territories vor Hongkong. Und zwar für die Dauer von 99 Jahren.

1911-1912

Revolution und Gründung der Republik China

1912-1949

Die Herrschaft der Warlords, japanische Besetzung und Bürgerkriege kennzeichnen die Jahrzehnte der Republik China. Nach seiner Niederlage im Bürgerkrieg gegen die Kommunisten flieht Diktator Chiang Kai-shek nach Taiwan, wo die Republik China bis heute fortbesteht.

1919

Bewegung des 4.Mai: Intellektuelle fordern eine Hinwendung zu Wissenschaft und Demokratie.

1921
In Shanghai wird offiziell die Kommunistische Partei gegründet, die eigentlich bereits 1920 von einem Russen namens Grigori Woitinski ins Leben gerufen worden war.

1931-1945

Besetzung großer Landesteile durch Japan

1949-1976

Gründung der Volksrepublik China am 1.10.1949. In sechs großen bis 1952 laufenden Kampagnen sollen die Traditionen Chinas ausgemerzt werden. Das Scheitern führt schließlich über den Großen Sprung 1958 zur Kulturrevolution ab 1966, mit der Mao Zedong seine Ziele mit Gewalt zu erreichen versucht.

1965-1969

Große Proletarische Kulturrevolution

1976

Tod Mao Zedongs

ab 1978

Einführung privatwirtschaftlicher Elemente

1984

Vertreter der Volksrepublik China und Vertreter des Vereinigten Königreiches kamen zusammen, um sich über das Schicksal Hongkongs zu entscheiden. Demnach sollte Hongkong im Jahre 1997 offiziell wieder an China zurückgegeben werden.

1989

Die von Deng Xiaoping eingeleiteten Reformen zur wirtschaftlichen Liberalisierung führen zu Missständen und grassierenden Korruption. Der angestaute Unmut löst Massendemonstrationen auf dem Tian`anmen-Platz in Beijing und in anderen Städten des Landes aus. Ab dem 4.Juni werden diese landesweit blutig niedergeschlagen.

1992

Deng Xiaoping unternimmt seine berühmte Südreise. Nach zwei Jahren des Stillstands und Rückschritts wird die Öffnungspolitik wieder mit ganzer Kraft vorangetrieben.

1997

Hongkong wird wieder chinesisch. Tod Deng Xiaopings.

1999

Macau wird chinesisch.

2001/2002

Chinas Öffnungspolitik wird mit der Vergabe der Olympischen Spiele 2008 an Beijing und dem WTO-Beitritt 2001 belohnt. Ein Jahr später gewinnt Shanghai die Bewerbung für die Weltausstellung 2010.

2006-2010

Im März 2006 wird der neue Fünfjahresplan verabschiedet. Nach einigen verheerenden Umweltkatastrophen und Zehntausenden teils gewalttätiger Massendemonstrationen im Jahr 2005 sollen nun Umweltschutz, effizienter Verbrauch von Energie und Rohstoffen sowie die Erhöhung des Lebensstandards für die ländliche Bevölkerung im Vordergrund der Entwicklung stehen.


Zeitzone

China umspannt mit ihrer enormen Ausdehnung die geographische Länge von fünf Zeitzonen. Dennoch hat China überall die gleiche Zeitzone. Ob Harbin in Nordchina, Shanghai an der Ostküste, Hongkong in Südchina oder Lhasa im Westen - es gibt genau eine Uhrzeit. Die Peking-Zeit. Eingeführt wurde die Peking-Zeit 1949. Aus den Zeitzonen GMT+5.5, GMT+6, GMT+7, GMT+8 und GMT+8.5 wurde eine gemeinsame Zeitzone (UTC+8) für das gesamte beanspruchte Territorium. Da die politische Macht in China von Peking ausgeht, entstand die Peking-Zeit.

Größe

China hat eine Größe von 9.571.302 qkm und ist damit fast 27 mal größer als die Bundesrepublik Deutschland und sogar etwa doppelt so groß wie die Fläche der Europäischen Union, die eine Fläche von 357.111,91 qkm hat. Nach Russland, Kanada und den Vereinigten Staaten von Amerika ist die Volksrepublik damit das viertgrößte Land der Welt.


Einen Großteil der Fläche prägen Gebirge (43%) und Hochebenen (26%). Tiefebenen und Becken machen 31% aus. Nur 15% der Fläche sind landwirtschaftlich nutzbar. Und bedingt durch die Topographie Chinas ist nur ein relativ kleiner Teil bewohnbar. Chinas Küstenlänge beträgt 18.000 km, doch gibt es nur wenige Strände. Die längsten Flüsse sind der Chang Jiang (Jangtsekiang) mit 6.300 km (damit drittgrößter Fluss der Welt) und der Huang He (Gelber Fluss) mit 5.464 km. Der größte See ist der Qinghai-See mit rund 4500 km². In den chinesischen Hoheitsgewässern liegen verstreut 5400 Inseln. Die Insel Taiwan ist mit einer Fläche von 36 000 km2 die größte, die Insel Hainan mit einer Fläche von 34 000 km2 die zweitgrößte.

Von den 19 Bergen der Welt, die höher als 7000 m sind, befinden sich sieben innerhalb Chinas oder an der chinesischen Grenze. Auf dem Qinghai-Tibet-Plateau, dem Dach der Welt, ragen viele hohe Berge empor. Die Himalaya-Kette liegt im Durchschnitt 6000 m über dem Meeresspiegel. Der Mount Everest ist mit einer Höhe von 8848,13 m der höchste Berg Chinas und der höchste Berg der Welt. Der tiefste Punkt Chinas ist die Senke von Turpan (im Nordwesten) mit 154 m unter dem Meeresspiegel.

Chinesische Städte sind riesig und Orte mit 100.000 Einwohnern gelten als Kleinstädte. Für Peking weisen die offiziellen Statistiken 13,8 Millionen, für Shanghai 16,7 Millionen, für Chongqing gar 30,9 Millionen Einwohner aus. Unvorstellbar? Dann schauen Sie mal auf die Flächenangaben! Peking ist mit 16,800 km2 größer als Schleswig Holstein und Chongqing ist mit einer Fläche von 82.400 km2 größer als das größte deutsche Bundesland, Bayern und in etwa so groß wie Österreich.

China ist mit 1,34 Mrd. Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Welt. (Im November 2010 begann in der Volksrepublik die erste Volkszählung seit zehn Jahren, die weltweit umfangreichste Volkszählung der Geschichte. Die Ergebnisse der Zählung wurden erstmals am 27. April 2011 in Peking bekanntgegeben. Demnach hatte die Volksrepublik China am 1. November 2010 eine Gesamtbevölkerung von 1,3397 Milliarden Menschen.)

Damit leben in China 16 mal mehr Menschen als wie in Deutschland mit einer Einwohnerzahl von 81,729 Millionen. Das bedeutet, dass auf jeden Einwohner Deutschlands 16 Chinesen kommen. Jeder sechste Bewohner der Erde geht als chinesischer Bauer seiner Arbeit nach. Und jährlich kommen 8 Mio. Chinesen dazu, was in etwa der gesamten Einwohnerzahl Österreichs entspricht. Trotz der chinesischen Bevölkerungspolitik, welche die „Ein-Kind-Familie“ gesetzlich. Denn seit dem Jahr 1981 gibt es eine Verordnung, nach der die Bevölkerungsmehrheit, die Han also, nur ein einziges Kind zur Welt bringen dürfen. Verstöße gegen das Gesetz wurden mit Geldstrafen, Herabstufungen, Karriereeinschnitten und dem Wegfall oft lebenswichtiger Prämien geahndet. Teilweise wurde das Gesetz auch wieder etwas gelockert. Allerdings hat die Ein-Kind-Politik einen mächtigen Verbündeten der Familienplanung erhalten. Die Preissteigerung. Kinder sind für die Familie in den Städten ein enormer Kostenfaktor. Sie verschlingen bis zur Hälfte des Familieneinkommens allein durch die notwendigen Kindergarten- und Schulgebühren, sowie die Freizeitkosten. Abtreibungen sind in China fast schon als normal anzusehen.


Landesflagge

Die Landesflagge symbolisiert die Einheit des chinesischen Volkes unter der Führung der Kommunistischen Partei Chinas. Auf dem roten Untergrund, dem Symbol für die Revolution, gruppieren sich in der linken oberen Ecke vier Sterne um einen großen Stern. Die vier kleineren Sterne stehen für Arbeiter, Bauern, städtischen Kleinbürgertum und nationale Bourgeoisie. Der große Stern für die Kommunistische Partei Chinas.

Nationalhymne

Das Lied "Der Marsch der Freiwilligen" wurde von Tian Han (Text) und Nie Er (Musik) verfasst und ist seit 1949 die Nationalhymne Chinas.

Staatsform

Volksrepublik (ist eine (i.d.R. von kommunistischen Systemen verwendete) Bezeichnung, die zum Ausdruck bringen soll, dass der politische Souverän (das Volk) in Form einer Diktatur herrscht, genauer, dass die Diktatur des Volkes von einer seinen Willen vertretenen Partei ausgeübt wird.)

Wirtschaft

Seit der Gründung der Volksrepublik China 1949 hat sich die chinesische Wirtschaft relativ schnell entwickelt. Besonders seit Beginn der Reform- und Öffnungspolitik im Jahre 1978 hat sich die chinesische Wirtschaft mit einem jährlichen durchschnittlichen Wachstumstempo von mehr als 9% kontinuierlich und gesund entwickelt. Und obwohl es immer wieder kritische und warnende Stimmen gibt, existieren keine ernsthaften Anzeichen dafür, dass sich diese Entwicklung in China in den nächsten Jahren deutlich verlangsamen würde. Im Gegenteil, die Begeisterung und Aufbruchsstimmung in China ist weiterhin ungebrochen. Trotz aller Begeisterung für die chinesische Wirtschaft und trotz der vielen und umfangreichen Investitionen zahlreicher Betriebe in die chinesische Wirtschaft, sollte nicht vergessen werden, dass das durchschnittliche Bruttoinlandsprodukt der Volksrepublik China auch heute noch auf dem Niveau eines wirtschaftlich extrem unterentwickelten Landes liegt. Die Wirtschaft der Volksrepublik war in der Krise bislang ein Stabilitätsanker. Selbst nach dem großen Finanzschock im Herbst 2009 knickte sie nur minimal ein - und stützte den weltweiten Aufschwung danach wieder. Doch mittlerweile verdichten sich die Anzeichen, dass Chinas Wirtschaft die Rolle des Weltenretters nicht mehr uneingeschränkt ausfüllen kann. So waren die chinesischen Exporte im Oktober 2011 zwar im Jahresvergleich um knapp 16 Prozent auf rund 157,5 Milliarden Dollar (117,5 Milliarden Euro) gestiegen. Im Vergleich zum September allerdings schrumpften sie. Damals hatten die chinesischen Firmen knapp 170 Milliarden Dollar mit Exporten eingenommen. Im November 2011 war zudem erstmals seit mehr als zweieinhalb Jahren die Produktion der Industrie gesunken. Dies gibt Anlass zur Sorge, das Wirtschaftswachstum könne sich deutlich verlangsamen.

Hauptexportgüter sind Maschinen und Transportausrüstung, Textilien, Kleidung

Hauptausfuhrländer sind USA, Hongkong, Japan

Hauptimportgüter sind Maschinen und Transportausrüstung, Rohstoffe, Chemikalien, Öl, industrielle Fertigprodukte, Fertigwaren

Hauptlieferländer sind Japan, Südkorea, Taiwan, USA

Landwirtschaftliche Produkte sind Reis, Mais, Süßkartoffeln, Weizen, Sojabohnen, Zuckerrohr, Tabak, Baumwolle, Jute, wobei die Landwirtschaft lediglich 10 Prozent des BIP ausmacht.

Rohstoffvorkommen: Graphit, Antimon, Wolfram, Zink, Kohle, Eisenerz, Zinn, Blei, Quecksilber, Bauxit, Phosphatgestein, Diamanten, Gold, Mangan, Rohöl, Erdgas

Die Volksrepublik ist seit Jahren ein Synonym für Wirtschaftsboom, aber zugleich eine Bedrohung nicht nur deutscher Arbeitsplätze. Die chinesische Regierung legt ein Milliarden-Programm für die arme Landbevölkerung auf, und gleichzeitig werden Kritiker von der Staatsmacht zusammengeschlagen oder ohne Gerichtsurteil inhaftiert. Umweltschutzgesetze werden erlassen, und deren Umgehung lässt sich die Stadt- oder Bezirksregierung bezahlen. Daher versucht China ehrgeizig, den USA den Rang als weltweit größter Umweltver-schmutzer und Rohstoffkonsument streitig zu machen. Das chinesische Umweltbewusstsein steckt immer noch in den Kinderschuhen, wobei betont werden muss, dass ein Chinese nur einen Bruchteil des Hausmülls produziert, der pro Person in den westlichen Industrienationen anfällt. Weitaus kritischer sieht es schon bei er Luft- und Wasserverschmutzung aus, wie jeder bestätigen kann, der den Dauersmog einiger chinesischer Großstädte erlebt hat. 75 Prozent der chinesischen Energie werden durch die Verfeuerung von jährlich rund 1 Milliarde Tonnen schwefelhaltiger Kohle erzeugt. Das führt in Ballungsgebieten zu einer Schwefeldioxid-belastung von bis zu einem Milligramm pro Kubikmeter Luft – mehr als das Zehnfacher der von der Weltgesundheitsorganisation festgelegten Obergrenze. Die rasante Entwicklung des Landes verläuft nicht gleichmäßig, sondern erzeugt enorme Verwerfungen. Reich und arm, alt und neu, Stadt und Land.

Die Hauptstadt ist Peking (Beijing).


China ist ein Vielvölkerstaat mit 56 anerkannten ethnischen Gruppen, von denen die Han-Chinesen 92% der Bevölkerung ausmachen. Als Volksgruppen unterscheiden sich die Minderheiten nicht nur von den Han, sondern auch untereinander – und zwar sowohl durch die Umweltbedingungen, unter denen sie leben, als auch durch Wirtschaftsform, Sprache, Schrift, Sitten und Gebräuchen sowie Religion.

China unterteilt sich in 23 Provinzen (inkl. Taiwan), fünf autonome Regionen, vier regierungsunmittelbare Städte und zwei Sonderverwaltungszonen. Die meisten Provinzen existieren in ihren Grenzen seit der Ming-Dynastie.

Die vier wirtschaftlich dem Westen geöffneten Ballungszentren (Peking, Chongqing, Shanghai, Tianjin) genießen den gleichen Status wie Provinzen und Autonome Gebiete und unterstehen direkt der Zentralregierung in Peking. Deshalb werden sie als „regierungsunmittelbar“ bezeichnet.

Das Prinzip ein Land, zwei Systeme, auf welchem die Sonderverwaltungszonen beruhen, wurde von Deng Xiaoping entwickelt. 1984 erläuterte er es in einer Rede vor Hongkonger Persönlichkeiten. Ein Land bedeute die Volksrepublik China, und die Sonderverwaltungszone gelte als eine lokale Regierung im Rahmen der Volksrepublik China. In der gleichen Rede erläuterte Deng auch das Prinzip der Verwaltung Hongkongs durch Hongkonger. Demnach wolle Peking keine Funktionäre in die Regierung der Sonderverwaltungszone entsenden, sondern nur Truppen als Symbol der staatlichen Souveränität in der damaligen Kronkolonie stationieren.

Die Volksrepublik China hat Taiwan den Status einer Sonderverwaltungszone bei einer eventuellen Wiedervereinigung angeboten. Die Republik China akzeptiert das allerdings nicht und Umfragen deuten an, dass dieses Prinzip auch vom Großteil der taiwanischen Wähler abgelehnt wird.

Die Sonderverwaltungszonen haben, obwohl sie keine souveränen Staaten sind, eigene Zollverwaltungen und eine eigene Handelspolitik. Sie sind auch für sich selbst Mitglieder der WTO.


Untereinander haben diese Regionen oft wenig gemein. So weiß die Staats- und Parteiführung in Peking oft selbst nicht genau, was im eigenen Lande tatsächlich vor sich geht. China ist als Volksrepublik definiert, unter der Führung der Kommunistischen Partei Chinas. Trotz der Öffnungs- und Reformpolitik seit dem Ende der Kulturrevolution verfügt die Pekinger Regierung heute über mehr Macht als jemals zuvor. Und seit der blutigen Niederschlagung der Studentenproteste im Jahr 1989 in Peking wird über politische Reformen kaum noch diskutiert.



Klima

Aufgrund seine Größe findet man in der Volksrepublik China sechs verschiedene Klimazonen: die Tropen, Subtropen, die warme-, mittelmäßige-, und kalte-gemäßigte Zone, und das Qingzang-Plateau.

Das Klima in Ostchina (humid und semihumid) ist vom Monsun sehr stark beeinflusst. Im Sommer ist es warm und feucht, und im Winter kühl bis kalt mit viel weniger Niederschlag. Westchina (arid und semiarid) gehört zum Nichtmonsungebiet, und die Grenze verläuft etwa über Lhasa, Xining, Hohhut und Hailar.

Die Provinz Hainan und der Süden von der Guangdong- und Yunan-Provinz liegen in der tropischen Zone. Es ist ganzes Jahr durch mit sommerlichen Temperaturen und verfügen über üppig-grüne Vegetationen. Die Provinz Heilongjiang hingegen liegt etwa 4000 km nördlicher im Nordosten und hat einen ganz kurzen und kühlen Sommer und langen strengen Winter mit Temperaturen bis sogar -40˚c.

In der Inneren Mongolei und den anderen westlichen Provinzen herrscht eine große Temperaturdifferenz zwischen Tag und Nacht, Sommer und Winter. Es gilt in solchen Gegenden im Sommer oft die traditionelle Kleiderregel "Pelz in der Früh, Seide am Mittag".

Manche Gebiete im Südwesten auf dem Yungui-Plateau haben milde Winter und kühle Sommer. Die Stadt Kunming wird "Frühlingsstadt" genannt.

Entlang dem Yangtse-Fluß gibt es die sogenannten "drei Glutöfen Chinas". Sie sind Chongqing, Wuhan und Nanjing. In solchen großen Städten wird es im Hochsommer einige Tage sogar über 40˚C.

Tibet hat ein trockenes, kaltes Hochlandklima. Es ist windig und rau, mit viel Sonnenschein. Die Stadt Lhasa wird "die Stadt des Sonnenscheins" genannt.

Reisezeit

Die angenehmsten Temperaturen herrschen im Mai und im Oktober. In Südchina sind zwischen April und September viele Regentage zu erwarten, im Norden konzentriert sich der Regen auf die Monate Juli und August. Die Winter im Norden sind sehr kalt und oft staubig. Südlich des Yangzi wird (außerhalb der Touristenhotels) im Winter nicht geheizt, obwohl die Temperaturen (z.B. in Shanghai) unter null Grad sinken können. Im äußersten Westen muß man mit hohen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht rechnen. Die besten Zeiten für die Rundreise in ganz China sind zwischen März und Mai und zwischen September und November. Für Reisen nach Tibet sind die Monate August und September ideal.

Im Winter machen viele auch Touristen in Südchina Urlaub.

Anreise

Am sinnvollsten für uns Mitteleuropäer ist die Anreise mit dem Flugzeug – der großen Entfernung wegen. China verfügt über drei wichtige internationale Drehkreuze. Peking (PKG), Shanghai-Pudong (SHG) und Hongkong (HKG). Auch einige westschinesische Metropolen werden von Deutschland aus angeflogen. Fast alle Fluggesellschaften planen für die kommenden Jahre eine Ausweitung ihrer Netze.

Die Flugdauer von Deutschland nach Peking beträgt etwa 10 Stunden. Regelmäßig verkehren unter anderem Air China, China Eastern Airlines, Air Berlin und Lufthansa, die einige Ziele sogar mehrmals am Tag anfliegen. Nach der Landung in China sollte man sich nicht von den „Hello-Taxi“-Rufen ansprechen lassen. Diese Anbieter fahren oft ohne Lizenz und verlangen horrende Preise. Besser, man wartet am Taxistand auf einen Wagen.

Wesentlich interessanter ist die Anreise mit dem Zug. Diese Möglichkeit besteht mit der Transsibirischen Eisenbahn über Russland und über die Mongolei. Man sollte jedoch wissen, das die mehrtägige Bahnfahrt im Verhältnis zur Fluganreise nicht unbedingt preiswerter ist. Und „mal eben schnell“ geht mit der Bahn gar nicht. 7 Tage braucht die Transsibirische Eisenbahn für die fast 10.000 km von Berlin über Moskau nach Peking. Allein für das letzte Teilstück von Ulan Bator in der Mongolei bis nach Peking benötigt die Transsib eine Fahrzeit von etwa 40 Stunden. Zu beachten bei dieser Anreise ist es, dass eine gute Vorbereitung dringend von Nöten ist, da man mehrere Transitländer durchreist und es somit verschiedene Einreisebestimmungen zu beachten gibt.

Mit dem Auto kann man nicht nach China einreisen. Zur Einreise benötigt man ein spezielles chinesisches Nummernschild. Wer dennoch mit einem Auto das Land bereisen möchte, für den bietet sich die Möglichkeit sich in wenigen großen Städten bei einer Autovermietung einen Mietwagen zu nehmen. Diesen kann man sogar mit Fahrer bekommen. Zum Selberfahren muss man sich eine Erlaubnis ausstellen lassen. Zusätzlich muss man seinen europäischen Führerschein in einen chinesischen umschreiben lassen. Aber Achtung: Denn in China ist der Automieter rechtlich verantwortlich für alle Unfälle, die der gemietete Fahrer verursacht. Daher gilt der Tipp: „Sollte man in China jemals in einen Autounfall verwickelt sein, dann nichts wie raus aus dem Land. Halte Dich bloß nicht mit Packen auf. Mach, dass Du rauskommst.“

Taxis können günstig für einen ganzen Tag gemietet werden. Die Festpreise dafür liegen zwischen 10 und 100 Euro pro Tag, je nach Region, Fahrzeug und zu fahrender Strecke. Kürzere Fahrten mit einem Taxi werden per Taxameter abgerechnet, das in ländlichen Gegenden allerdings oftmals nicht genutzt wird.

China hat sich in den letzten Jahre ein gigantisches und gut ausgebautes Autobahnnetz zugelegt. Doch sind Autofahrten nur eher etwas für den erfahrenen Auto-Weltreisenden mit sehr gut gefüllter Brieftasche. In China gilt seit 1946 Rechtsverkehr, während man in Hongkong auf der linken Seite fährt. Für den Übergang zwischen China und Hongkong ist eine Brücke geplant, bei der man die Fahrspur von rechts nach links automatisch wechselt und umgekehrt.

Innerhalb Chinas kann man mit dem Flugzeug reisen oder mit der Eisenbahn. Dort gibt mehrere Klassen. Harte Sitze, weiche Sitze, harte Betten und weiche Betten. Denn die Entfernungen machen es unabdinglich, dass viele Züge nachts verkehren. Man startet am Abend und kommt ausgeruht am nächsten Morgen an seinem Ziel an. Wer es unbequemer mag, kann auch mit einem Überlandbus reisen. Inzwischen verfügt fast jede Stadt über mindestens eine Fernreisebusstation. Auf langen Strecken verkehren Liegebusse mit Betten.

Einreisebestimmungen

Für die Einreise nach China benötigt mein einen Reisepass, der noch mindestens sechs Monate gültig ist und ein Touristenvisum. Dieses Visum ist bis zu drei Monaten gültig, in der Regel bekommt man aber nur 30 Tage in den Pass gestempelt, es sei denn auf dem Antrag ist ein späteres Rückreisedatum angegeben. Eine Verlängerung des Visums vor Ort ist bis zur maximalen Gültigkeitsdauer jedoch möglich. Wichtig bei der Beantragung eines Visums ist, dass man den Antrag nur persönlich oder mittels eines kostenpflichtigen Visabeschaffungs-dienstes stellen kann. Das geht nicht per Post! Zu beachten ist, dass Stipvisiten nach Hongkong und auch nach Macau von China aus, die Ausreise aus der Volksrepublik China bedeuten und man bei der Wiedereinreise entweder ein neues Visum benötigt oder direkt bei der Reiseplanung vorab sich ein Visum für zwei Einreisen nach China besorgt. Auch zu beachten ist, dass Hongkong und Macau gesonderte Einreisebestimmungen gegenüber China haben.

Impfungen und Gesundheit

Für die direkte Einreise aus Europa sind keine Impfungen vorgeschrieben. Reisende aus Gebieten mit Gelbfiebergefahr müssen bei der Einreise ein gültiges Impfzeugnis vorweisen. Vor der Abreise empfiehlt es sich, Hepatitis A, Tetanus, Polio und Diphtherie aufzufrischen, falls der Impfschutz abgelaufen ist. Ob eine Malaria-Prophylaxe notwendig ist, sollten Sie mit dem Arzt abklären. Viele Informationen bekommt man bei einem Tropeninstitut.

Fast alle in Europa gängigen Medikamente sind in China erhältlich. In die Reiseapotheke gehören Magen-Darm- und Grippetabletten, Schmerzmittel, Pflaster, Wundsalbe und Sonnencreme. Gegen Infektionen schützen Einwegspritzen, die man mitführen sollte, da sie in ländlichen Gegenden oft nicht vorrätig sind.

Im Notfall erhalten Sie von der Botschaft die Adressen deutsch- oder englischsprachige Ärzte in China. Bei chronischen Leiden kann auch eine Akupunkturbehandlung in einer der traditionellen Kliniken interessant sein. Die meisten Hotels bieten einen eigenen ärztlichen Notdienst oder organisieren für Sie eine ärztliche Hilfe. In den großen Städten ist der medizinische Standard hoch, hier gibt es sogar Krankenabteilungen nur für Ausländer.

Bei Eis, ungeschältem Obst und Leitungswasser ist Vorsicht geboten. Gerade im subtropischen und tropischen Süden kann es zu Magen-Darm-Beschwerden kommen.

Sprache und Schrift

Die Amtssprache ist Chinesisch (Hochchinesisch-Putonghua, entspricht in etwa dem Mandarin-Dialekt aus der Region um Peking) und allein die größte Bevölkerungsgruppe der Han sprechen Hunderte von unterschiedlichen Lokal- und Regionalsprachen. Neben Hochchinesisch als allgemeiner Amtssprache sind je nach Region weitere Sprachen offiziell anerkannt. Dazu zählen das Kantonesische in Hongkong und Macao, das Koreanische in Yanbian, das Mongolische in der Inneren Mongolei, das Tibetische in Tibet, das Uigurische in Xinjiang sowie Zhuang in Guangxi. In den Touristengebieten kommt man mit Englisch recht gut zurecht. Doch außerhalb dieser Gebiete helfen nur ein guter Sprachführer und viel Geduld bei der Verständigung. Da auch nur die wenigsten Taxifahrer die englische Sprache beherrschen, ist es ratsam, die Hoteladresse und die Adressen und chinesischen Bezeichnungen seiner Ziele aufgeschrieben in chinesischen Schriftzeichen bei sich zu führen.

50.000 Schriftzeichen gibt es im Chinesischen, eingetragen im Großen Lexikon der chinesischen Schriftzeichen – doch niemand kann sie auswendig. Doch mit lediglich 2.500 Zeichen sind heute 98 Prozent aller chinesischen Texte lesbar. Ein Zeichen steht stets für eine Silbe. Shanghai besteht also aus zwei Schriftzeichen, Mao Zedong aus drei Schriftzeichen. Chinesisch ist eine sogenannte Tonsprache. Das bedeutet, dass seine Wortbildung und Grammatik anders funktioniert als die der europäischen Sprachen. Viele Bedeutungs-unterschiede werden über vier verschiedene Grundtöne gereget. Jede Silbe hat eine festgelegte Tonhöhe, die nicht verwechselt werden darf, wenn nicht etwa aus der Mutter (ma im 1.Ton) ein Pferd (ma im 3.Ton) werden soll. Oder anstatt jemandem zu sagen, dass man gestern ein Minigolfspiel verloren hat, kann es passieren, dass man diesem jemand – nur durch die falsche Betonung mitteilt, dass man gestern ein Baum war. Die überwiegende Teil der Zeichen setzt sich aus zwei grafischen Elementen zusammen, von denen das eine die ungefähre Aussprache, das andere den Sinnzusammenhang angibt. Für jeden, der die chinesische Sprache erlernen möchte, gibt es aber auch etwas Gutes. Die Grammatik ist wirklich einfachst gehalten. Während wir im Deutschen jedes Verb in Form und Zeit verändern, bleiben die Verben im Chinesischen immer in der gleichen Form und in der gleichen Zeit. Substantive werden nicht nach Einzahl und Mehrzahl unterschieden und um Akkusativ, Dativ, Genitiv und Nominativ kümmern sich Chinesen auch nicht. Chinesen, Japaner und Koreaner verstehen sich sprachlich nicht, können jedoch problemlos schriftlich miteinander kommunizieren.

Währung

In China herrscht die Landeswährung Renminbi (RMB), meist aber Yuan oder Kuai genannt. Die Einheiten des Renminbi sind: 1 Yuan = 10 Jiao = 100 Fen. Wobei im täglichen Leben der Jiao fast überall Mao genannt wird, was frei übersetzt „Groschen“ bedeutet. Der Außenwert des Renminbi ist an den Dollar gekoppelt. Wird der Euro gegenüber dem Dollar stärker, ist der Lebensunterhalt in China für uns preiswerter und umgekehrt. Hongkong und Macau haben eigene Währungen.

Religion

Religion und Staat China ist offiziell ein „laizistischer Staat“. Die VR China hat in allen ihren Verfassungen, von der ersten bis zur heute gültigen immer das Recht auf Religionsfreiheit verankert. Der Glaubensausübung sind jedoch nach wie vor Grenzen gesetzt, auch wenn die einschlägigen Regelungen liberaler gehandhabt werden als noch in den frühen 1980er Jahren. Für den chinesischen Staat gilt Religion als Privatsache. Es steht jedem frei, alleine oder in der Gemeinschaft mit anderen, zu beten, Schriften zu rezitieren, Gottesdienste abzuhalten, zu taufen oder Messen zu lesen. Es ist den Kirchen jedoch nicht erlaubt, die Politik zu kommentieren und zu kritisieren. Die Sozialgestalt der christlichen Kirchen ist dem Staat suspekt. Forderungen der Staatsräson an die Kirchen sollen verhindern, dass sich die Kirchen instrumentalisieren lassen zur Destabilisierung der nationalen Souveränität, des politischen Systems oder des sozialen Friedens. Für den Staat ist wichtig, dass die Kirchen, wie alle in China tätigen Organisationen, akzeptieren, dass in gesellschaftlichen Streitfällen, wie beispielsweise Empfängnisverhütung oder Abtreibung, die Linie der Kommunistischen Partei Chinas und nicht die eines Kirchenführers für China entscheidend ist. Deshalb wird in der Praxis die Religionsfreiheit eingeschränkt, wenn religiöse Aktivitäten, nach Lesart der Regierung, die öffentliche Ordnung stören, von ausländischen Machthabern kontrolliert seien oder zur Regierung in Opposition stünden. Opposition ist in China nur innerhalb der kommunistischen Partei gestattet. In der gesellschaftlichen Öffentlichkeit hat die Religion nur sehr wenig Raum. Jenseits der gottesdienstlichen Aktivitäten bauen inzwischen zwar immer mehr christliche Kirchengemeinden kleine diakonische Einrichtungen auf, die Entwicklung einer politisch relevanten christlichen Sozialethik ist aber nicht in Sicht. Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass ein Gläubiger sich zu mehreren, zum Beispiel dem buddhistischen und dem evangelischen Glauben bekennt. Aufgrund dieser sehr lockeren Organisationen gehen die Schätzungen über die Anzahl der Christen von 50 Millionen bis zu 90 Millionen. Die Zahl der Christen in China nimmt in den letzten Jahren stark zu.

Verbreitete Religionen

Verbreitete Religionen sind Buddhismus, Daoismus, Islam und Christentum, darunter die Römisch-katholische Kirche in China und der Protestantismus in China, daneben ist alter chinesischer Volksglauben sehr einflussreich. Der Konfuzianismus, der eher Sozialethik als Religion ist, beeinflusst die moralischen Verhaltensweisen der Chinesen.

(Die Lehre des Konfuzianismus (Konfuzius, auf den die Lehren der gleichnamigen Philosophie zurückgehen, lebte um ca. 500 vor Christus – der Name setzte sich aus dem Nachnamen „Kong“ und dem chinesischen Begriff für Meister „fu zi“ zusammen und wurde durch Überlieferung zu Konfuzius) beruht zum Grossenteil auf den 5 Beziehungen: der Beziehung zwischen Vater und Sohn, Herrscher und Untertan, Ehemann und Ehefrau, älteres und jüngeres Geschwisterteil, Freund und Freund. Diese Beziehungsstrukturen beruhen laut Konfuzius in erster Linie auf einem Hierarchieverhältniss der Unter - bzw. Überordnung. Desweiteren gibt es 5 Tugenden, die der Mensch befolgen sollte, um die wirkiche Menschlichkeit zu erlangen.

Geologie

Die Fläche Chinas besteht zu 1,5 Prozent aus Städten, 2 Prozent aus Feuchtgebieten, 6,5 Prozent aus Ödland, 9 Prozent aus Wald, 21 Prozent aus Wüste, 24 Prozent aus Grasland und zu 36 Prozent aus Ackerland.

Wüsten

Die Wüstenfläche Chinas beträgt 1,095 Millionen Quadratkilometer, also etwa 11,4 % der Bodenfläche des ganzen Landes, wobei die Sandwüsten 637000 Quadratkilometer und die Stein- und Felswüsten 458000 Quadratkilometer einnehmen. Diese Gebiete sind tief im Binnenland gelegen und haben typisches Kontinentalklima: Trockenheit, geringe Niederschläge, lange Sonneneinstrahlung, starke Temperaturschwankungen und häufig heftige Winde.

Die Wüste Taklimakan befindet sich südlich des Tianshan-Gebirges in Xinjiang und in der Mitte des Tarim-Beckens. Ihre Länge von Westen nach Osten beträgt 1000 Kilometer, ihre Breite von Norden nach Süden 400 Kilometer, ihre Fläche 327000 Quadratkilometer. Sie ist nicht nur die größte Wüste Chinas, sondern auch eine der größten der Welt. "Taklimakan" ist Uigurisch und bedeutet "Hinein kann man, aber nicht heraus".

Fauna und Flora

Die Wirbeltiere der Volksrepublik zählen über 6300 Arten – mehr als 10 Prozent aller Wirbeltierarten der Welt. Davon sind 2469 Landwirbeltiere (rund 500 Säugetierarten, 1258 Vogelarten, 376 Reptilienarten und 345 Amphibienarten) und 3862 Fischarten. Außerdem kommen hunderttausende Arten von Wirbellosen vor, darunter wohl 150.000 Insektenarten. Zu den Endemiten und besonders seltenen Tierarten gehören der Große Panda, Stumpfnasenaffen, der Südchinesische Tiger, der Ohrfasan, der Rotkammkranich, der Nipponibis und der China-Alligator. Der Große Panda kann bis zu 160 Kilogramm wiegen. Zurzeit gibt es in der Volksrepublik rund 1600 Exemplare. Der Rotkammkranich kann über 1,2 Meter groß werden. Er ist weiß und hat auf dem Kopf einen flammend roten Kamm. In Ostasien wird er als Symbol der Langlebigkeit betrachtet. Der Chinesische Flussdelfin, der nur im Jangtse und einigen Nebenflüssen lebte, ist wahrscheinlich bereits ausgestorben.

Die Volksrepublik zählt 30.000 Arten an „höheren Pflanzen“. Nach Malaysia und Brasilien liegt China damit auf Platz 3 der Länder mit den meisten Pflanzenarten. Fast alle Pflanzenfamilien der nördlichen Hemisphäre sind hier vertreten. Es gibt über 106 Moosfamilien, die 70 Prozent der bisher gezählten Moosfamilien ausmachen. Weiter sind in der Volksrepublik 11 Familien von Nacktsamern mit 34 Gattungen zu finden, darin 40 Prozent der Nadelbaumarten, diese vertreten 54 Prozent der Familien. 24 Prozent der bekannten Gattungen der Bedecktsamer weltweit wurden dort bestimmt. Alle Samenpflanzen zusammen stellen etwa 8000 Holzgewächse, darunter rund 2000 Baumspezies. Ursprünglich nur in China beheimatete Bäume sind unter anderem der Urwelt-Mammutbaum (Metasequoia glyptostroboides), die China-Zypresse (Glyptostrobus pensilis), der Cathaya-Baum (C. argyrophylla), die Goldlärche, die Fujian-Zypresse (Fokienia hodginsii), der Taubenbaum und die Eucommia. In der Volksrepublik China gibt es über 2000 essbare Pflanzenarten und mehr als 3000 Pflanzenarten, die medizinisch verwertet werden können. Die wichtigsten medizinisch genutzten Pflanzen sind der Ginseng vom Changbai-Gebirge, der Saflor aus Tibet, der Bocksdorn aus Ningxia und der Notoginseng aus Yunnan und Guizhou. Von den äußerst vielfältigen Zierpflanzen sind die beliebtesten die als „Königin der Blumen“ bezeichneten Pfingstrosen mit ihren farbenprächtigen Blüten. Auch gibt es eine große Artenfülle an Rhododendren sowie 500 Bambusarten. Erwähnenswert ist in dem Zusammenhang, dass die 100 meist kleinwüchsigen Arten Japans aus China importiert worden sind.

Naturkatastrophen

Besonders der Osten Chinas, aber auch die südlichen Provinzen und der Himalaya sind häufig von Erdbeben betroffen. Durch Bodenerosion entsteht die Gefahr von Erdrutschen. An den Flüssen Jangtse und Huang He (der rote und der gelbe Fluss) kommt es häufig zu Überschwemmungen. Der Bau des Drei-Schluchten-Damms bringt völlig neue Gefahren für die Umwelt mit sich, weitreichende Veränderungen der Landschaft und Vernichtung von natürlichen Lebensräumen durch Überflutung, wird aber auch die Überflutungen flussabwärts stark einschränken können. Die Küsten im Süden und Osten des Landes sind häufig Taifunen ausgesetzt.

Harmonie – Yin und Yang

Ein prägendes Merkmal der chinesischen Vorstellungswelt war von jeher die Idee, dass sich der Kosmos in einem harmonischen Gleichgewicht befinde, das es zu erhalten und bei Bedrohungen wiederherzustellen gilt. Klassischen Ausdruck gefunden hat sie etwa im Yin-Yang-Denken oder auch in der Analogie der Fünf-Elemente-Lehre, wonach auch bestimmte Farben, Jahreszeiten, Stimmungen, Stoffe, Planeten, Körperteile einander entsprechen und aufeinander abzustimmen seien. Später hat insbesondere der Daoismus die harmonischen Beziehungen zwischen Himmel, Erde und Mensch umfassend thematisiert. Eine besondere Rolle bei der Wahrung der Harmonie kam dabei stets dem Kaiser als „Himmelssohn“ zu, in dessen Pekinger Palast nicht wenige Gebäude sogar die „Harmonie“ im Namen tragen.

Fotografieren

In Museen, Tempeln und vielen anderen Sehenswürdigkeiten ist das Fotografieren entweder verboten oder nur gegen zusätzliche Gebühr gestattet. Ebenfalls verboten ist das Fotografieren von Militäranlagen und strategischen Bauwerken.

China kulinarsch – Essen und Trinken

Keine andere Nation hat sich so der Koch- und Esskultur verschrieben, wie die chinesische. Die Begriffe „einfach“ und „gesund“ spielen dabei eine wichtige Rolle. Einfach sind auch die wichtigsten Kochutensilien. Ein scharfes Messer, ein Schneidebrett und ein Wok. Fürs Essen an sich nimmt man sich Zeit in China. Und Schmatzen und Schlürfen sind gestattet, nein, es ist ausdrücklich erwünscht, um sein Wohlgefallen an der Mahlzeit zum Ausdruck zu bringen. Die Suppe und den Reis gibt es am Ende der Mahlzeit. Regional betrachtet gibt es teilweise erhebliche Unterschiede in den kulinarischen Vorlieben der Chinesen.

Die chinesische Küche ist von Region zu Region unterschiedlich. Es gibt alles für alle Geschmacksrichtungen. Scharf, sehr Scharf, extra Scharf, HöllenScharf, Süss, Sauer, Salzig. Doch alles ist stets frisch zubereitet. Und auch bei der Auswahl der Zutaten gibt es keine Einschränkungen. In China verarbeiten Köche fast alles, was schwimmt, fliegt oder sich zu Lande bewegt, ausgenommen U-Boote, Flugzeuge und Panzer vielleicht. Jedoch wird stets auf Qualität und Frische der Produkte geachtet. Und Gewürze spielen bei der Zubereitung eine große Rolle. Ingwer, Frühlingszwiebel, Zucker, Salz, Reiswein, Stärke, Öl und etwas Pfeffer schaffen es, aus allen möglichen Zutaten von der Schlange über die Katze und den Hund bis zum simplen Huhn das Eigenaroma perfekt zur Geltung zu bringen.

Auch in China gibt es bei Tisch eine ganze Reihe von Tabus. Sich bei Tisch zu schnäuzen gilt als überaus ekelhaft. Stopft sich der Tourist den nassen Lappen auch noch in die Hosentasche, blickt der Chinese angewidert weg. Genauso unkultiviert ist es, mit den Fingern zu essen: Selbst Hühnchen, was selbstverständlich mit allen Knochen auf dem Teller landet, wird per Stäbchen verspeist. In dieser Königsdisziplin müssen fast alle Ausländer passen und tragen mit unfreiwilligen Kleckereien zur Heiterkeit bei Tisch bei. Es gibt Regionen in China, da gehören Köche zu den Spitzenverdienern.

Essstäbchen

In China werden statt Messer, Gabel und Löffel, Stäbchen zum Essen benutzt. Wer hat`s erfunden? Fest steht: Die Schweizer waren es nicht!

Historischen Aufzeichnungen zufolge haben die Chinesen schon im 18. Jahrhundert vor Chr. angefangen, mit Stäbchen zu essen. Wahrscheinlich fischten zur damaligen Zeit schon die Chinesen der Shang-Dynastie ihre Fleisch- und Gemüsestückchen mit Zweigen aus dem gemeinsamen Topf. Dass sich später vor allem Bambus und Holz als Stäbchenmaterial durchsetzten, hat einfache Gründe: Beide Materialien sind hitzeresistent und geschmacksneutral. Übrigens, Suppe wird getrunken und nur selten mit einem Porzellanlöffel gegessen.

Wer in China ins Restaurant geht, stellt ohnehin schnell fest: Die Stäbchen sind noch der am leichtesten zu verkraftende Unterschied. Romantische Kerzenlichtatmosphäre, gedämpfte Unterhaltungen, zurückhaltende Kellner – von wegen! Chinas Fresstempel sind bis in die letzte Ecke per gleißender Neonröhren mit 200 Watt ausgeleuchtet – schließlich will der Gast ja sehen, was ihm aufgetischt wird – und generell so laut, dass Unterhaltungen nur im oberen Phonbereich möglich sind. Vor dem Geräuschteppich der aktuellen Sino-Pop-Schlager (alle Regler auf Anschlag, damit auch die Gäste im hintersten Winkel noch alles genau verstehen) und den ausgelassenen Trinkspielen am Nachbartisch übt sich der Gast im Lippenlesen. Raucher dürfen in China ebenfalls aufatmen. Und anzünden. Beim Umgang mit den Stäbchen werden übrigens mehr als 30 Muskeln in der Hand, im Unterarm und auch in der Schulter bewegt, und Gehirn führt sozusagen das Kommando.

Glückskekse

Glückskekse sind keine chinesische Erfindung. Erstmalig tauchten sie 1909 in einem Restaurant in San Francisco auf und wurden erst in den 90er Jahren nach China exportiert, wo sie bis dahin völlig unbekannt waren.

Auskunft

In China eine Auskunft in den quasi überall präsenten Büros des China International Travel Service (CITS) zu bekommen ist schwerer als man als Tourist zu denken vermag. Dort einen Mitarbeiter zu finden, der Englisch spricht, ist fast unmöglich. Das muss aber nicht bedeuten, dass dieser Mitarbeiter der Englischen Sprache nicht mächtig ist. Wer daher weder Chinesisch kann, noch die internationale Pantomimensprache beherrscht und sich somit mit Händen und Füßen nicht verständigen kann, sollte daher seine Reise nach China wirklich gut vorbereiten.

Stromspannung

220 Volt Wechselstrom bei 50 Hertz. Die Steckdosen sind zwei- oder dreipolig, jedoch oft anders geformt als europäische Stecker. Adapter-Stecker sind daher meist erforderlich. Oft sind Steckdosen auch so geformt, dass unterschiedliche Formate passen.

Nationalfeiertag

Der chinesischer Nationalfeiertag ist am 1. Oktober. Es ist der Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China.

Lebenshaltungskosten und Preise in China

Die Verbraucherpreise in China kann man kaum allgemeingültig benennen. Die Lebenshaltungskosten für eine durchschnittliche chinesische Familie liegen irgendwo zwischen 80 Euro und 800 Euro im Monat, je nachdem wo und wie die Familie lebt und welche Art Lebensmittel sie in der Regel konsumiert.

Lebensmittel kosten in China oft wesentlich weniger als in Deutschland. Nur kommt es auch hierbei darauf an, was und wo man kaufen möchte. Denn ein französischer Käse oder eine neuseeländische Kiwi kosten in China oft das doppelte und mehr im Vergleich zu Deutschland.

Das gilt aber nicht für alle westlichen Marken oder Produkte. Ein Snickers gibt es in China schon für umgerechnet rund 30 Cent, und ein Menu bei Kentucky Fried Chicken gibt es in China bereits für unter 2 Euro, einschließlich Cola und Pommes Frites.

In vielen chinesischen Schnellrestaurants und Garküchen gibt es ein komplettes Mittagessen bereits für einen Euro. Ob man jedoch über einen längeren Zeitraum regelmäßig ein solches Essen zu sich nehmen möchte, sollte man sich als Westler gut überlegen. Realistischer sind hier Preise für 2 bis 3 Euro für ein gutes Mittagessen.

Die Preise in den Restaurants sind dagegen ohne Limit.

Erfindungen

Die Chinesen waren mit ihren wissenschaftlichen und technologischen Entwicklungen bis Ende des 17.Jh. weltweit führend. Die Erfindung von Papier, Buchdruck, Schießpulver oder dem Kompass – um nur einige Beispiele zu nennen – markierte den Beginn einer wissenschaftlichen Revolution, die der modernen Welt ihre Prägung gab. Die Textilindustrie ist einer der wichtigsten Vereiche, in dem China Vorreiter war. Der Anbau von Hanf und weißen Maulbeerbäumen für die Fertigung von Textilien geht bis in die prähistorische Zeit zurück. Die Herstellung von Seide war über Jahrhunderte hinweg ein chinesischen Monopol, deren Geheimnis unter Androhung der Todesstrafe bewahrt wurde.

Heiratsalter

Das Heiratsalter in China ist gesetzlich geregelt. Allgemein dürfen Frauen mit 20 und Männer mit 22 Jahren heiraten. Und bis vor kurzem durften Studenten während ihres Studiums nicht heiraten, auch wenn sie über diesen Altersgrenzen lagen. Eine Ehescheidung dauert selten mehr als 10 Minuten, kostet lediglich 1 Euro und kann in der zuständigen Registrations-behörde vorgenommen werden. Natürlich führt diese Vorgehensweise zu einer relativ hohen Scheidungsrate. So wurden im Jahr 2010 mehr Ehen geschieden als geschlossen.

Schulalltag

Ein 12 Stunden-Tag in einer 60-Stunden-Woche. Das ist für chinesische Schüler der schulische Alltag. In übergroßen Klassen mit teilweise bis zu 60 Schülern. Und alles nur für die Bildung und eine gesicherte Zukunft.

Beamtenprüfung

Um in der Volksrepublik China die Beamtenlaufbahn einzuschlagen bedarf es einer zu bestehenden Prüfung. 13 klassische Werke mit 120 Einzelbänden müssen auswendig gelernt werden.

Die Farbe Gelb

Glaubt man den Aussagen von In- und Ausländern, so sind Chinesen gelb. Doch bei genauerer Betrachtung fällt es schwer, das „Gelbe“ eines chinesischen Gesichts zu erkennen. Viele Chinesen haben einen eher blassen Teint. Manche Frauengesichter sind sogar ungewöhnlich weiß im Gegensatz zu den eher bräunlichen Gliedmaßen. Das rührt daher, dass viele Chinesinnen jüngeren und mittleren Alters sehr auf ihr Äußeres bedacht sind. Dazu gehört neben passendem Lippenstift und Nagellack auch die „Weißmach“-Creme, die die Hauttönung aufhellen soll. Wer weiß ist, muss nicht körperlich arbeiten, ist Unternehmerin oder Intellektuelle. Braune Menschen sind Bauern und tragen Reisstrohhüte, die sich Europäerinnen oder Amerikanerinnen als Andenken kaufen, um symbolisch zu zeigen, dass sie in China waren. Wenn die wüssten!

Bei so viel natürlichem Braun und künstlichem Weiß auf der Haut – woher kommt dann das Bild vom „gelben Chinesen“?

Es gibt durchaus den einen oder anderen Menschen, dessen Hautfarbe einen gelben Stich aufweist. Auch ist Gelbsucht aufgrund der schieren Schlemmlust vieler Chinesen eine der am verbreitetsten Krankheiten im Land, vor allem zur Meeresfrüchte- und Krebssaison im Frühjahr und im Herbst.

Mehr Aufklärung bietet die chinesische Kulturgeschichte. Was tatsächlich gelb (huang) an China ist, das ist die eigene Kulturtradition, denn innerhalb der chinesischen Kultur gibt es einige bedeutende „gelbe Phänomene“. Das erste findet sich in der historisch ungesicherten Frühzeit. Einer der frühesten mythischen Herrschergestalten des Landes war der sogenannte Gelbe Kaiser (Huang Di). Der Gelbe Kaiser gilt als der Erfinder der traditionellen chinesischen Medizin, weil ein Buch überliefert ist, das unter seinem Namen Grundprinzipien der chinesischen Medizin beschreibt. Die reale Existenz des Gelben Kaisers wurde jedoch niemals bewiesen. Jene 99 Jahre Regierungszeit (!!!) zwischen 2697 und 2598 v.Chr. gehören wie die erstaunlichen Lebensalter biblischer Figuren in den Bereich der Mythologie.

So zieht sich die Farbe Gelb wie ein Band durch die Geschichte. Und die chinesischen Kaiser kleideten sich traditionell in gelbe Gewänder eines bestimmen Tones, der allein dem Kaiser vorbehalten war. Auch die Dächer des Kaiserpalastes in Peking sind mit gelben Ziegeln bedeckt, dem farblichen Symbol für den Herrscher und das politisch-kulturelle Zentrum des Landes.

Der Gelbe Fluss (Huang He) ist für viele Han-Chinesen ebenfalls Legende. Wenig weiß man von ihm und den Lebensformen derjenigen, die seine Ufer bevölkern, wenn man im 30.Stock eines Hochhauses in Shanghai wohnt. Doch die Legende umfließt die Geschichte des eigenen Volkes: Fluss und Hochland am Mittellauf des Gelben Flusses gelten als die Ursprungsregion der alten chinesischen Kultur. Die gelbbraune Farbe rührt von der Farbe des Löß her, einer eiszeitlichen Sedimentschicht, die ein riesiges Gebiet am Mittellauf des Flusses bedeckt. Diese „Gelbe Erde“ ist der Nährboden chinesischen Lebens. Aus ihm entsteht bei guter Bewässerung fruchtbares Ackerland, dem die gelben baixing der Gelben Erde einen Großteil ihrer Existenz verdanken. Noch heute gilt der Gelbe Fluss und nicht der südlich gelegene Yangsekiang als „Mutterfluss“ der Kultur.

„Gelb“ zu sein bedeute auch, die richtige Abstammung und Ahnenreihe zu haben. Sie wies den Menschen als echten, bodenständigen Chinesen aus. Im 4.Jahrhundert nach Christus gab es bereits Probleme der Überbevölkerung. Im östlichen China lebten zu viele Einwanderer. Die Herrscher entschlossen sich daraufhin, diese in weißen Listen zu erfassen. Die alteingesessenen Bewohner registrierte man hingegen in gelben Listen, womit Privilegien der Siedlung und Bodennutzung gegenüber den Neuankömmlingen, den „Weißen“ verbunden waren.

Gelb ist also die Farbe Chinas als Kulturnation. Lediglich vor einem Fettnäpfchen sollten sich beflissene Reisende hüten, wenn sie gegenüber Einheimischen mit beifälligem „huangse“, der gelben Farbe, die Hochkultur Chinas preisen möchten. Mit huangse bezeichnet man heute auch Prostitution und Pornomedien aller Art.

China als Reiseland

Das Reich der Mitte bietet so ziemlich für jeden Reisenden eine Fülle reizvoller Reiseziele. Innerhalb seiner Grenzen bietet es ein Spektrum an Landschafts-, Klima- und Lebensformen, das anderswo seinesgleichen sucht. Riesengroß ist das Angebot für Kulturinteressierte. Ob als Komfortreisender oder Backpacker, in jedem Falle hat man vor der Reise die Qual der Wahl, welche der unzähligen kulturellen Höhepunkte – ob kaiserliche Paläste, weitläufige Tempelanlagen, buddhistische Grottenkunst oder komplette, unter Denkmalschutz stehende Städte – in die Reise eingeschlossen werden sollen. Doch auch Naturliebhaber und Aktivurlauber kommen auf ihre Kosten. Ob heilige Berge, Urwälder, Karstlandschaften oder Hochgebirge, das Angebot ist schier unbegrenzt. Reine Erholung Suchende sind in China jedoch fehl am Platz, einzig die Insel Hainan im Süden bietet einige Strände, die ein wenig Entspannung zum Abschluss einer Reise ermöglichen.

Bei guter Vorausplanung kann man seine Chinareise problemlos selber durchführen. Das Reisen in China ist in den letzten Jahren einfacher und komfortabler geworden, und viele Transporte und Hotels lassen sich von zu Hause buchen. Viele Städte, Dörfer und Regionen sind über ein Flug-, Zug- und Busnetz verbunden. Als Faustregel gilt, wo es eine Straße oder Piste gibt, verkehren auch öffentliche Verkehrsmittel. Allerdings, je abgelegener eine Region oder ein Ziel, desto seltener fahren sie. Auf vielen Routen hat man dagegen die Wahl: von klimatisierten Luxusbussen bis zu alten klapprigen Gefährten.

37 Regionen des Weltkulturerbes in China gehören zu den außergewöhnlichen Schätzen des Landes, von deren Größe, Pracht und Kostbarkeit jedermann überwältigt ist.

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Eine Reise durch das Land der Mitte - Reisebeschreibung

Nun möchte ich Ihnen eine klassische Rundreise durch China vorstellen, wie ich sie selber gemacht habe. Die Anreise erfolgt per Flug von Frankfurt (FRA) mit Air China nach Shanghai Pudong (PVG) in knapp 13 Stunden Flugzeit (über Nacht).

Station 1 – Shanghai

Meine Reise startet in Shanghai, der Stadt, die den Ruf hat, dem Rest des Landes immer einen Schritt voraus zu sein.

Um das Jahr 1280 erwähnten Quellen zum ersten Mal den Namen Shanghai (=Oberes Meer). Shanghai ist ein Ort, der im Vergleich mit anderen chinesischen Großstädten, aus historischer Sicht unbedeutend ist. Heute ist Shanghai eine Stadt, die in den Himmel wächst. Schnellstraßen auf Betonstelzen, endlose Hochhausgebirge. Und kaum ein Bauwerk ist über 10 Jahre alt. Doch trotz seiner Moderne, findet man immer noch den einen oder anderen Winkel, in denen das alte Shanghai lebendig ist. So zum Beispiel in der Altstadt, der früheren Chinesenstadt, dem einzigen nicht von Kolonialisten besetzten Gebiet. Basare und Garküchen bestimmen hier das Bild.

Der 1995 fertiggestellte und 468m hohe Oriental Pearl Tower gilt als das neue Wahrzeichen Shanghais und ist der fünfthöchste Fernsehturm weltweit. Drei Aussichtsplattformen (90, 263 und 342 m) mit Glasböden sorgen für atemberaubende Überblicke in die oder über die Stadt. Im Drehrestaurant in 267 m Höhe kann man den wunderbaren Ausblick bei einem schmackhaften Mahl geniessen, ohne sich dabei den Hals zu verdrehen. Und natürlich darf ein Teehaus nicht fehlen. Es befindet sich auf der mittleren Aussichtsplattform und bietet Platz für bis zu 1.600 Personen. Eine nächtliche Illumination des Turmes darf natürlich nicht fehlen. Der Oriental Pearl Tower dient natürlich nicht nur als Touristenattraktion, sondern im eigentlichen Sinne der Übertragung von neun Fernseh- und zehn Radiokanälen.

Die breite und berühmte Uferpromenade des Flusses Huangpu, genannt „Bund“, wird gesäumt von Shanghais alten Wahrzeichen, einer imponierenden Skyline aus Gebäuden der 1920er und 1930er Jahre. Hier, gegenüber des Oriantal Pearl Towers, kann man allmorgendlich das Schattenboxen, Tai-Chi, bewundern.

Eine Sehenswürdigkeit der ganz besonderen Art ist der Jadebuddha-Tempel, der wichtigste spirituelle und kulturelle Ort Shanghais. Der Tempel wurde im Jahr 1882 errichtet. In ihm findet man zwei Buddha Statuen aus weißer Jade, die 1880 ein chinesischer Mönch aus Birma mitbrachte.

Der Yuyuan-Garten ist die Perle unter Chinas Gärten. Er gehört zu den Denkmälern der Volksrepublik China. Entstanden ist dieses wunderschöne Kunstwerk bereits im Jahr 1559 in der Ming Dynastie. Dem Besucher Shanghais erwartet hier mitten in der lärmenden lauten und teilweise schmutzigen Großstadt ein Paradies auf dem Wasser. Der Garten scheint an manchen Stellen über das Wasser zu schweben und man merkt dem Garten an, das sein Erbauer einen hohen Bezug zum Wasser hatte.

Und natürlich darf ein Besuch im Museum nicht fehlen. Das Shanghai Museum gehört zu den Fixpunkten der herkömmlichen Museenlandschaft Shanghais. Und es gehört zu den Größten in China. In zehn Galerien wird dem Besucher die Kultur und Geschichte der Stadt sowie des Landes näher gebracht.

Am Abend empfiehlt sich ein Bummel durch Nanjing Lu. Die Haupteinkaufstraße, die wohl die bekannteste in ganz China ist, bietet ihren Besuchern neben teuren Geschäften eine große Auswahl an unterschiedlichster Leuchtreklame. Von grell bunt bis leicht dezent ist alles vorhanden und bietet gerade bei Nacht einen imposanten Anblick.

Shanghai kann für seine Besucher zu einem ungewöhnlichen Freilichtmuseum werden, wenn der Besucher bereit ist, ein wenig genauer hinzusehen. Ein interessanter Schnitt durch die Kultur und Geschichte einer interessanten Stadt.

Station 2 – Suzhou

Mit dem Schnellzug gelangt man in nur etwa 30 Minuten von Shanghai nach Suzhou (übersetzt: Wasser im Überfluss), das die Chinesen als Paradies auf Erden bezeichnen. Suzhou ist für seine Gärten weltberühmt, die von reichen Beamten und Kaufleuten vor allem während der letzten beiden Kaiserdynastien angelegt wurden. Wangshiyuan, der „Garten des Meisters der Netze“ ist die kleinste Gartenanlage Suzhous, gilt gleichzeitig als die schönste und gehört seit 1958 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Aber auch die Gärten Liuyuan („Garten des Verweilens“) und Shizilin („Löwenwaldgarten“) lohnen sich für einen Besuch. Daneben gibt es eine schier unzählige Anzahl weiterer Gärten. Auf engstem Raum bieten sie dem Betrachter ein harmonisches Zusammenspiel von Wasser und Felsen, alten Bäumen und zierlichen Gebäuden.

Ebenfalls besuchen sollte man die Tigerhügel, Schauplatz zahlreicher Anekdoten und Volkserzählungen und Ort vieler Imposanter Tore, Wandelgängen, Pavillons und Tempel. Hier findet sich auch das Wahrzeichen Suzhous, die 961 errichtete Pagode Yunyansi Ta.

Beisi Ta, eine 76 m hohe Pagode aus der Ming Zeit (1567) bietet meinen idealen Aussichtspunkt.

Und das Anschlagen der Tempelglocke des Hanshan Si-Tempels ist ein Muss für jeden Touristen.

Aber auch sonst, ist Suzhou äußerst sehenswert. Seine 72 Kanäle und fast 400 Brücken machen die Stadt zum „Venedig des Ostens“, wie einst Marco Polo sie beschrieb. Und zu seiner Zeit gab es noch unzählig mehr dieser kleinen Wasserstraßen und Brücken.

Station 3 – Nanjing

Nach einer etwa zweieinhalbstündigen Zugfahrt erreicht man die am Yangzi gelegene Provinzmetropole Nanjing, eine der Hauptstädte des alten Kaiserreiches. Der Name dieser mehr als 5 Mio. Einwohnerstadt bedeutet "Stadt des Südens". Sehenswert ist die Gedenkstätte für die Opfer des Massakers von Nanjing. Dieser Ort erinnert an eines der grausamsten Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkriegs. Japanische Truppen hatten im Dezember 1938 Nanjing erobert und danach wochenlang hemmungslos gemordet und vergewaltigt. 300.000 Menschen sollen damals zum Opfer gefallen sein. In dieser Gedenkstätte wird auch eines deutschen Kaufmanns gedacht. John Rabe, hat als „Oskar Schindler von Nanjing“ viele Menschenleben gerettet.

Ebenso beeindruckend ist die Stadtmauer Nanjings. Sie ist mit einer Länge von 33,4 km und einer durchschnittlichen Höhe von 12 m die größte der Welt und wurde Ende des 14. Jh. von 200.000 Arbeitern in einer Bauzeit von 21 Jahren errichtet.

Station 3 – Luoyang

Mit dem Flugzeug (China Eastern Airlines / MU) erreicht man die alte Kaiserstadt Luoyang (LYA) von Shanghai - Hongqiao (SHA) aus in 90 Minuten Flugzeit. Wer es gemächlicher mag und die Landschaft eher horizontal als vertikal geniessen möchte, reist die 924 km mit dem Zug oder dem Fernbus an.

Die Stadt Luoyang hat 6,4 Mio. Einwohner und zählt zu den vier großen alten Hauptstädten Chinas, die während mehrerer Dynastien als Hauptstadt dienten. Heute ist sie eine der wichtigsten westlichen Industriestädte Chinas.

Sehenswert ist vor allem das Kloster der Weißen Pferde. Chinas ältestes Buddhakloster wurde im Jahre 68 gegründet. Nachdem der Kaiser im Traum Buddha gesehen habe, seien zwei Männer auf Schimmeln bei Hofe erschienen und haben die erste Sutrenabschrift aus fernem Lande mitgebracht. Daraufhin habe der Kaiser ihnen dieses Kloster gestiftet.

Ebenso sehenswert sind die Longmen-Grotten. Dabei handelt es sich um eine Ansammlung von 2345 Grotten auf einem ca. 1 km langen Klippenbereich mit vielen Buddha-Figuren, Pagoden und Steinskulpturen. Seit dem Jahr 2000 gehören sie auf die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Wegen der besonderen Lichtverhältnisse sollte man die Longmen-Grotten vormittags besuchen. Die Longmen-Grotten sind ein wichtiger Ort für das Studium buddhistischer Skulpturen und eine touristische Attraktion. Sie liegen eingebettet in eine Landschaft aus Hügeln, Quellen und dem Yishui-Fluss, der sich seinen Weg durch die
Östlichen und Westlichen Berge gen Norden bahnt. Diese Berge formen eine natürliche Barriere, die wie ein Drachen aussieht. Daher der Name Longmen (Drachentor).

Etwas abseits der Stadt liegt das wohl international bekannteste Kloster: Shaolin. Das im Jahre 495 gegründete Kloster galt früher als religiöses Zentrum und als ein Ort für die Vermittlung des Wissens. Neben den geistlichen Meditationen wurde dort auch Kampfsport betrieben, der heute weltweit praktiziert wird. Nach der Shaolin Philosophie sind Kampfkünste nicht als aggressive Tätigkeiten zu verstehen. Es handelst sich eher darum, die aggressive Energie des Angreifers diesem wieder zurückzugeben, und dabei zu vermeiden, durch diese selbst verletzt zu werden. Die Shaolin Philosophie betont die Integration und die fließende Eigenschaft der Energien. Auch in der modernen Welt setzten die Mönche ihren Lebensstil durch strikte Disziplin, Reinheit, Selbstbewusstsein und Schlichtheit fort. Durch den Einfluss des Tourismus gerät der eigentliche Klosterbetrieb bedauerlicherweise immer wieder in den Hintergrund.

Wenige hundert Meter entfernt vom Shaolin-Kloster findet man den Pagodenwald, der eigentlich ein Friedhof für prominente Mönche ist, die hier über die Jahre hinweg begraben wurden. Der Pagodenwald enthält über 240 Grabmäler, die alle während der Tang, Song, Jin, Yuan, Ming und Qing Dynastien (618-1911 n.Chr.) errichtet wurden. Er ist der größte Pagodenwald Chinas. Die meisten der Grabmäler sind Gebilde aus Stein und Ziegeln, weniger als 15 Meter hoch. Jedes Grabmal hat Reliefschnitzereien, Inschriften und zeigt das Jahr seiner Errichtung an. Abgesehen vom Pagodenwald, gibt es noch eine Menge von Pagoden, die in der Umgebung des Shaolin Tempels verstreut liegen.

Vor allem im April lohnt sich ein Besuch von Luoyang. Denn da steht die Päonie in voller Blüte und das schon seit über einem Jahrtausend, was der Stadt den Beinamen „Päonienstadt“ einbrachte. Bei uns ist die Päonie besser bekannt als Pfingstrose.

Station 4 – Xi´an

Nach einer fünfeinhalbstündigen Zugfahrt erreicht man Xi´an, welche die erste Hauptstadt des Kaiserreichs China war und dieses 1120 Jahre lang blieb, bis zum Jahre 1368. Ein Wahrzeichen der 3 Mio. Einwohner Stadt Xi´an ist die Stadtmauer, die die Altstadt umgibt. Sie ist etwa 13,9 km lang und 12 m hoch. Die Mauerkrone ist 15 m breit, der Mauersockel 18 m. Neben der Stadtmauer umfasste das massive Verteidigungssystem noch Tortürme, Wachtürme, Ecktürme, Schutzgraben und Zugbrücken.

Inmitten dieser Stadtmauer findet man in der Altstadt die Qingzhen Si-Moschee, Chinas schönste größte Moschee der Moslems. Sie wurde im 8. Jh. erbaut und im Stil eines chinesischen Tempels errichtet, was diese Moschee so besonders macht.

Die Große Wildganspagode, eine der bekanntesten buddhistischen Pagoden in China, erhebt sich in der südlichen Vorstadt. Heute ist die Große Wildganspagode im Stadtwappen der Stadt und ist das eigentliche Wahrzeichen der Stadt Xi´an. Von seinem 64 m hohen Turm hat man einen schönen Ausblick auf die Stadt. Der Name der Pagode geht der Legende nach auf eine Zeit zurück in der die Mönche Fleisch essen durften. Als eines Tages kein Fleisch mehr zur Verfügung stand, rief ein Mönch zum Himmel um Buddha mitzuteilen, dass das Fleisch ausgegangen sei. In diesem Moment fiel eine Gans aus einer Schar von Wildgänsen tot zu Boden. Der Mönch glaubte in seinem Schrecken, Buddha habe sich selbst geopfert und errichtete daher zu Ehren der Gans bzw. Buddhas eine Pagode.

Eleganter als diese Pagode wirkt die Kleine Wildganspagode. Doch auch sie lohnt sich einen Besuch.

Zwischen diesen beiden Pagoden gibt es 5000 Jahre Geschichte auf einen Blick. Und zwar im Geschichtsmuseum. Das Museum beherbergt über 300.000 Funde und Kunstschätze, die einen hohen kulturellen Wert aufweisen. Wie etwa das älteste erhaltene Papier der Welt aus der Zeit um 100 v. Chr. oder ein altes Eisenzahnrad, das älteste bekannte Porzellan und und und. Um sich einen guten Überblick zu schaffen, braucht man mehr als einen Tag Zeit. Nur für dieses Museum!

Doch Xi´an hat noch einen viel besseren Besuchsmagneten und verdankt seine Attraktion Nr. 1 der panischen Todesfurcht jenes Despoten Qin Shi Huangdi, der 221 v. Chr. erster chinesischer Kaiser wurde und der zufälligen Entdeckung chinesischer Bauern beim Bohren eines Brunnens im Jahre 1974. Dabei stießen sie in nur 4 Meter Tiefe auf eine unterirdische Streitmacht aus 8000 überlebensgroßen Kriegern und Pferden – der Tonarmee des Ersten Kaisers. Diese Armee bewacht die kaiserliche Ruhestätte nach Osten hin und sollte so auf magische Weise das Reich vor den bösen Mächten des Jenseits schützen. Alle Tonkrieger dieser Armee erhielten individuelle Gesichter und waren bemalt. Viele von ihnen waren bewaffnet, jedoch wurden die bronzenen Speere und Armbrüste im Laufe der Zeit geraubt und viele Tonkrieger wurden von den räuberischen Rebellen zertrümmert. Die eigentliche Grabkammer, zu deren Bau 700.000 Arbeiter verpflichtet wurden und die ein von Selbstschussanlagen gesichertes Abbild der Welt gleichte, wurde schon kurz nach dem Tod des Kaisers von Rebellen geplündert.

Station 5 – Guilin

Von Xi´an (Xi´an Xianyang / XIY) erreicht man Guilin (KWL) in gut 100 Minuten Flugzeit mit Flügen der Air China (CA), China Eastern Airlines (MU) und der China Southern Airlines (CZ). Im Gegensatz zu den zuvor besuchten Städten wirkt Guilin mit seinen gut 1 Mio. Einwohnern eher wie ein kleines Provinzstädtchen. Dieser Eindruck wird vor allem dadurch verstärkt, da es in dieser Stadt keine Hochhäuser gibt. Aufgrund eine staatlichen Maßnahme, um die wunderschöne Karstlandschaft Guilins zu schützen, dürfen demnach keine Gebäude die Karstberge überragen. Diese Naturkulisse locken Besucher aus aller Welt an. (Unter Karst versteht man in der Geologie und Geomorphologie unterirdische und oberirdische Geländeformen in Karbonatgesteinen (zum Teil auch in Sulfat- und Salzgesteinen), die vorwiegend durch Lösungs- und Kohlensäureverwitterung sowie Ausfällung von biogenen Kalksteinen und ähnlichen Sedimenten mit hohen Gehalten an Calciumcarbonat (CaCO3) entstanden sind. Hauptmerkmal ist der überwiegend unterirdische Wasserhaushalt, der nicht auf einer primären Porosität des Gesteins beruht, sondern vielmehr sekundär durch den in geologischer Zeit stattfindenden Prozess der Verkarstung (d.h. Korrosion) bedingt wird.)

Station 6 – Yangshuo

Nur etwa 80 km von Guilin entfernt die liegt die 300.000 Einwohnerstadt Yangshuo. Da Yangshuo weder über einen Flughafen, noch über einen Bahnhof verfügt, ist die Anreise von Guilin aus nur per Bus oder per Schiff zu absolvieren. Empfehlenswert ist die Fahrt mit dem Schiff auf dem Li Jiang, durch das „Bilderbuch der hundert Meilen“ in eine Traumwelt steil aufragender Felshänge und skurriler Karstkegel. Unterwegs kann man Kormoranfischer auf ihren schmalen Bambusflößen beobachten. Die Art und Weise wie hier einst Fische gefangen wurden ist wirklich speziell. Die Fischer trainieren Kormorane, die für sie im Fluss nach Fischen tauchen. Die Vögel sind aber an ihren Bambusflößen angebunden und haben eine Art Ring um den Hals, sodass der Kormoran seinen Fang nicht verschlucken kann. Sobald er zurück beim Floss ist, wird ihm der Fisch dann aus dem Hals geholt. Jeder siebte Fisch ist aber für den Kormoran als Lohn (sagt man). Heutzutage wird diese Art von Fischfang nur noch als Touristenattraktion betrieben. Den Rückweg nach Guilin sollte man dann per Bus bestreiten. Unterwegs bietet sich dem Betrachter eine idyllische Landschaft mit sorgfältig angelegten Reisfeldern und Bambusfeldern.

Station 7 – Gebirgsregion Longsheng

Longsheng – eine kleine Ortschaft im Norden des Autonomiegebiets Guangxi in Südchina – ist von Guilin mit dem Bus in 2 Stunden erreichbar und bekannt durch ihre Terrassenfelder und die einzigartigen Sitten und Gebräuche der dort lebenden Minoritäten. Reisfelder, soweit das Auge reicht, bis in eine Höhe von 880 Metern. Über viele Quadratkilometer schlängeln sich die Terrassen wie riesige Wirbel eines Drachen um die Berghänge. Steil ragen die Stufen zum Himmel. Vor mehr als 700 Jahren wurden hier die ersten Felder angelegt. Im Volksmund heißt das landwirtschaftliche Wunder "Terrassen des Drachenknochens".

Station 8 – Yaosan

Vor mehr als 300 Mio. Jahren wurde aus dem Kalksteinboden des Meeres ein Karstgebirge nach oben gedrückt. So entstand die wunderschöne Karstlandschaft in und um Guilin herum. Der Yoasan-Berg ist der höchste Berg Guilins mit einer Höhe von 909 Metern. Hinauf geht es mit der Seilbahn und bei gutem Wetter kann man schon den grandiosen Blick auf die Karstlandschaft und die vielfältige Vegetation des Yaosan-Berges geniessen.

600.000 Jahre alt, aber erst 1956 von Bauern wiederentdeckt ist die Schilfrohrflötenhöhle. Zu ihrem Namen kam sie, da der Eingang von Schilf verdeckt war, das die Kinder zum Bau von Flöten benutzen. Stalaktiten, Stalakmiten und Tropfsteine werden von unendlich vielen versteckten Leuchten in Szene gesetzt und erzeugen eine Atmosphäre, die mit Worten und nicht greifbar ist. Hinter jeder Säule, jeder Ecke und jedem Felsen tut sich dem Besucher ein neues, faszinierendes Bild auf.

Ebenso sehenswert ist der Elefantenrüssel-Berg. Wie der Name schon sagt, hat der Berg die Gestalt eines Elefanten, der seinen Rüssel ins Wasser des Li Jiang tunkt.

Station 9 – Kunming

In etwa 90 Minuten Flugzeit erreicht man von Guilin (KWL) die 2 Mio. Einwohnerstadt Kunming (KMG) mit China Eastern Airlines (MU) oder China Southern Airlines (CZ). Kunming wird die Stadt des ewigen Frühlings genannt. Durch ihre geschützte geographische Lage in 2000 m Höhe ist das Klima dort sehr mild und trocken mit Tagestemperaturen, die das Jahr hindurch zwischen 15 und 25 Grad schwanken.

Sehenswert ist die Jiu Xi´ang Tropfsteinhöhle, die man mit dem Bus in etwa 2 Stunden Fahrzeit erreichen kann. In Millionen von Jahren hat sich der Xiang Fluss einen Weg durch den Berg gebahnt und dabei ein vielfältiges und imposantes Höhlensystem geschaffen. Einzigartig in China sind dabei zwei, sich mit lautem Getöse in die Höhle hineinstürzende Wasserfälle sowie die mit Wasser gefüllten Terrassen welche durch Kalkablagerungen entstanden sind.

In der Nähe ist ebenso lohnenswert ein Besuch des Steinwaldes von Shilin. Der Steinwald entstand vor ca. 270 Mio. Jahren, als der ursprüngliche See absank und die Erdkruste sich hob. Beim Weg durch den Wald wird man von bis zu 30 m hohen Gesteinsformationen umringt.

15 km von Kunming entfernt findet man die Westberge, eine der beeindruckendsten Landschaften in dieser Region Chinas. Es gibt eine chinesische Redensart, die lautet, "Wer Kunming besucht, aber die Westberge nicht gesehen hat, der hat Kunming nicht gesehen!" Also ein Muss für jeden Besucher! Die Berge werden auch Hügel des Schlafendes Buddhas genannt, da man in ihrer Form mit ein bisschen Fantasie eine schlafende Gestalt erkennen kann, die sich an dem angrenzenden Dianchi See zur Ruhe gelegt hat. Die Natur hier beeindruckt vor allem durch ihren dichten Wald und die vielfältige Pflanzenwelt.

In den Westbergen muss man ungedingt das Drachentor besichtigen. Dieses wurde im Jahr 1781 auf 2.500 m Höhe direkt aus den steilen Klippen gehauen. Durch einen schmalen Korridor zwischen den steilen Klippen gelangt man zum Drachentor. Es ist kaum vorstellbar, wie gefährlich die Arbeit damals an so einer riskanten Stelle gewesen sein muss. Oben angekommen hat man einen atemberaubenden Blick vom Korridor aus auf den Dianchi See.

Nordöstlich von Kunming ist der Goldene Tempel Jin Dian sehenswert, der fast vollständig aus Bronze besteht. Nur die Treppen sind aus Marmor.

Station 10 – Shangri-La

Mit dem Flugzeug erreicht man die nächste Station auf der Reise. Von Kunming (KMG) geht es mit der China Eastern Airlines (MU) und nur einer Stunde Flugzeit nach Diqing-Zhongdian (DIG). Hinter dieser Stadt verbirgt sich das sagenumworbene Shangri-La. Einen eigentlich fiktiven Ort aus dem Roman Lost Horizont von James Hilton.

Station 11 – Lijiang

Mit dem Bus geht es von Zhongdian nach Lijiang, die auch „die Stadt am schönen Fluss“ genannt wird. Hier findet man die tiefste Schlucht der Welt – die Tigersprung-Schlucht. Der Höhenunterschied der 15 km langen Schlucht beträgt vom höchsten zum tiefsten Punkt 3.900 Meter. Einer Legende nach soll ein Tiger die engste Stelle in der Mitte der Schlucht über einen Felsblock mit zwei Sprüngen überqueren können.

Auch die Altstadt von Lijiang ist sehenswert. Sie wurde 1997 in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen und ist einer der am besten erhaltenen historischen Stadtkerne Chinas.

Station 12 – Chengdu

Die nächste Etappe der Reise erreicht man von Lijiang (LJG) aus mit dem Flugzeug (China Eastern Airlines / MU oder Air China / CA oder Sichuan Airlines / 3U). Nach etwa 70 Minuten Flugzeit erreicht man die 1,4 Mio. Einwohnerstadt Chengdu (CTU), die perfekte Stadt. Keine Stadt im Landesinneren ist so modern und weltoffen wie Chengdu. Die zahlreichen Teegärten der Stadt zählen zu den gemütlichsten ganz Chinas. Die Teekultur Chinas, besonders in die der Stadt Chengdu, ist genauso bekannt wie die Dresdner Christstollen für Deutschland. Die Hibiskusstadt, wie sie auch genannt wird, ist der Ausgangspunkt für fast alle Tibet-Reisen.

In der Altstadt mit „Breiter Gasse“ und „Enger Gasse“ sehen Sie die alten Häuser im klassischen nordchinesischen Baustil von Hutong und sie stellen genau das dar, wie man sich eine alte chinesische Stadt vorstellt.

Ein Besuch im Panda Research Center kann man die heimischen Pandas besuchen. Nirgendwo werden die plüschigen Bären erfolgreicher gezüchtet als hier. Früher fand man den Großen Panda in ganz Südchina. Heute beschränkt sich die Zahl auf weniger als 1000 Exemplare.

Ebenso sehenswert ist der Manjushri-Tempel. Die Bibliothek der Haupthalle zeigt kostbare Schriften, darunter Sutrentexte aus dem 18. Jh., die von drei Mönchen mit dem Blut ihrer Zungenspitze geschrieben wurden.

Station 13 – Chongqing

Etwa 2 Stunden benötigt der Schnellzug für die 315 km von Chengdu nach Chongqing. Wer es gemütlicher mag und die Landschaft unterwegs geniessen möchte, nimmt einen anderen Zug und gelangt nach bis zu 5 Stunden Fahrtzeit an sein Ziel. Die Millionenstadt Chongqing ist mit ihrem Einzugsgebiet und einer Fläche von 82.403 km2 fast so groß wie Österreich und damit die größte Stadt der Welt. Bemerkenswert ist, dass in der Innenstadt Fahrräder verboten sind! Die Lage der Stadt am Zusammenfluss des Yangzi und Jialing-Flusses, machen Chongqing zu einem Verkehrsknotenpunkt der Region. 80 Docks gibt es, von denen alleine 20 für die Passagierschiffe gedacht sind.

160 km westlich von Chongqing liegt der Schatzkammer-Berg mit seinen berühmten in die Felsen gemeißelten Skulpturen. Etwa 100.000 buddhistische Steinskulpturen verteilen sich auf über siebzig Fundstätten. Seit 1999 stehen diese auf der Liste des UNESCO-Welterbes.

Station 14 – Yangzi-Fahrt

Der Yangzi-Fluss ist mit seiner Länge von 6.400 km der längste Fluss Chinas und auch Asiens. Er bietet sich an, um als Reiseweg zur nächsten Station – Peking – zu gelangen.

Viele Schluchten säumen den Yangzi-Verlauf. Bei der Geisterstadt Fengdu lohnt sich ein Besuch der Tempel auf dem Minghsan-Berg. Fengdu, mit fantastischen Tempeln für die Dämonen und Götter der Unterwelt, ist auf dem Mingshan Berg, am Fluss, aufgebaut worden. Sie ist bekannt als die "Dämonenstadt" und ein Ort für die Bestrafung der Teufel und die Vergabe des Guten.

Auf dem weiteren Weg werden drei Schluchten passiert, die enge "Qutang Schlucht". Dann folgt die geheimnisvolle "Wu Schlucht" mit ihren berühmten Bergen und grünen Hängen und zuletzt die "Xiling Schlucht".

Zum Ende der Yangzi-Kreuzfahrt gelangt man an das größte Bauwerk der Welt. Dem weltbekannten Drei-Schluchten-Staudamm, das größte und technisch aufwendigste Staudamm-Projekt, das je von Menschen umgesetzt wurde. 185 Meter hoch und 2.309 Meter lang ist die Staumauer. Der Stausee hat eine Länge von 600 Kilometern - das entspricht der Strecke zwischen Hamburg und München. Im Mai 2006 wurde dieses Bauwerk nach 13 Jahren Bauzeit fertiggestellt. Und man war sogar noch 10 Monate schneller als wie geplant. 1,2 Millionen Menschen mussten für das 600 Kilometer lange Reservoir ihre Felder und Heimat verlassen. 13 große und 140 kleinere Städte sowie 1350 Dörfer wurden überflutet. Doch fünf Jahre nach seiner Fertigstellung bereitet das größte Wasserkraftwerk der Welt den Chinesen noch immer Kopfzerbrechen. Der gigantische Drei Schluchten-Damm in China hat das natürliche Gleichgewicht am Jangtse-Strom durcheinandergebracht. Den Provinzen flussabwärts fehlt in der gegenwärtigen Dürre das Wasser. Für Schiffe ist der Damm ein Nadelöhr. Am Reservoir drohen Erdrutsche.

Station 15 – Peking

In Yichang endet die Flussreise und mit dem Flugzeug (Air China / CA oder Hainan Airlines / HU) geht es von Yichang (YIH) in etwa 2 Stunden Flugzeit nach Bejing (PEK), der Hauptstadt der Volksrepublik China. Peking ist die Hauptstadt der Volksrepublik China, ihr politisches und kulturelles Zentrum sowie ihr Zentrum für den internationalen Austausch. Die Stadt ist in 18 Bezirke und Kreise gegliedert, hat eine Fläche von 17 000 Quadratkilometern und eine Bevölkerung von 12 Millionen Menschen. Die Sehenswürdigkeiten Pekings sind nahezu unbegrenzt. Daher hier nur eine kleine Auswahl.

Der Himmelstempel liegt im Südosten der Innenstadt und wurde im Jahr 1420 unter dem Ming-Kaiser Yongle errichtet. Die Kaiser der Ming und der Qing-Dynastie beteten hier den Himmel an und für eine gute Ernte. Das Areal hat eine Fläche von 2,73 Millionen Quadratmetern und ist damit die größte Tempelanlage Chinas. Die vorherrschende Farbe der wichtigsten Gebäude ist blau, die Farbe des Himmels. Im Jahr 1998 wurde der Himmelstempel von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt.

Weiter geht es zum Platz des Himmlischen Friedens oder Tiananmen-Platz. Er ist das Herz der Stadt und der größte derartige Platz der Welt. Von Norden nach Süden misst er 880 Meter, von Westen nach Osten 500 Meter, und hat eine Fläche von 440 000 Quadratmetern. Bis zu einer Million Menschen gleichzeitig kann dieser Platz aufnehmen. An der Mittelachse steht im Norden das großartige und prächtige Tor des himmlischen Friedens (Tian'anmen), in der Mitte des Platzes das Denkmal der Volkshelden, dann das Mao-Zedong-Mausoleum und noch weiter südlich das Vordere Tor (Qianmen) und der Pfeilturm (Jianlou). Am 1. Oktober 1949 wurde hier die Gründung der Volksrepublik China ausgerufen. Morgens findet auf dem Tian'anmen-Platz mit großem Pomp ein Fahnenappell statt und bei Sonnenuntergang wird die Fahne wieder eingeholt. Der Fahnenappell gilt nun als attraktivste und als heiliges Ritual auf dem Platz und ist ein typischer Anblick in der Stadt.

Direkt am Platz des Himmlischen Friedens befindet sich der Eingang zur Verbotenen Stadt. Sie ist die Touristenattraktion Pekings. Die Verbotene Stadt ist von einem Wassergraben umgeben und hat insgesamt 9999 Räume sowie eine Baufläche von 150 000 Quadratmetern. Die Gebäude sind symmetrisch entlang einer Mittelachse von Süden nach Norden angeordnet. Die Verbotene Stadt ist die größte Palastanlage der Welt und zählt zum Weltkulturerbe. Der Name „Verbotene Stadt“ leitet sich daher ab, dass bis ins Jahr 1911, als die chinesische Revolution begann, Peking der Sitz der mandschurischen Kaiser war. Diese residierten in der verbotenen Stadt, die von der gewöhnlichen Bevölkerung nicht betreten werden durfte.

Am westlichen Stadtrand von Peking befindet sich der Sommerpalast. Die herrliche Gartenanlage enthält alle Elemente traditioneller chinesischer Gartenkunst. Über den harmonischen Formen des riesigen Landschaftsgartens aus Seen, Felsen und Pflanzen thront an einem Hang gelegen majestätisch das traditionelle Palastgebäude mit seinen kunstvoll verzierten Türmen und den typischen ausladenden Ziegeldächern. Alle Elemente der Anlage harmonisieren perfekt miteinander, nicht zuletzt, da sie nach dem uralten taoistischen Prinzip von Yin und Yang von chinesischen Meistern der Gartenarchitektur entworfen wurden.

Als Hutong werden die zahlreichen engen Gassen in Peking bezeichnet. In den 1930er Jahren bestand Peking hauptsächlich aus solchen kleinen Gassen. Ein Besuch in Huton, dem alten Viertel Pekings ist sehr lohnenswert.

In Peking befinden sich viele bekannte Museen und die größte Bibliothek Chinas.

Die weltberühmte Peking-Oper hat eine Geschichte von mehr als 200 Jahren hinter sich. Doch erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich die Peking-Oper nach jahrzehntelanger Verschmelzung verschiedener Opern herauskristallisiert und entwickelte sich zum größten Bühnengenre in China.

Nicht fehlen darf ein Ausflug zur Chinesischen Mauer. Im 4.Jh. v. Chr. zur Zeit der Feudalstaaten wurde in China damit begonnen, Mauern zur Verteidigung zu bauen. Erst 221 v. Chr. wurde unter Meng Tien mit der Bau der Chinesischen Mauer, einem der wichtigsten Monumente der Ingenieurstechnik, begonnen. Dieser umfasste zwei Phasen: erstens die Verbindung der schon vorhandenen Abschnitte entlang der nördlichen Grenzen und zweitens die Fertigstellung zur Verbesserung der militärischen Wirksamkeit. Insgesamt ist die Chinesische Mauer über 6000 km lang und erstrecht sich von Bo Hai im Osten bis zum Gansu-Plateau im Westen. Sie schlängelt sich über Gebirge, durch Täler und Passe. Zur Errichtung dieses Bollwerks wurden Lehm, Stein, Holz und Keramik verwendet. Mit diesen Materialien wurde ein durchschnittlich 7-8m hoher Wall und ein 5,5m breiter, mit Zinnen bewehrter Rundweg erbaut.

Um diese große künstliche Grenze zu schaffen, wurde die Arbeitskraft von über 300.000 Zwangsarbeitern eingesetzt (Sklaven, Kriegsgefangene und Sträflinge), wovon ein Großteil bei der Fertigstellung starb. Entlang de Mauer wurde alle 2,5 km ein Turm gebaut, alle 5 km ein Wachposten, alle 15 km ein Fort und alle 50 km eine Kaserne. Der Verlauf der Mauer über Gebirgszüge mit einem teilweise fast vertikalen Anstieg ist spektakulär. Aber trotz seiner Größe und Großartigkeit konnte dieser einzigartige, monumentale Komplex seinen militärischen Zweck – die Abwehr der Invasionen von Völkern aus dem Norden nicht erfüllen. Die Mauer sollte das chinesische Reich gegen die aus dem Norden drohenden Einfälle durch barbarische Nomadenvölker schützen. In militärischer Hinsicht jedoch erwies sich die Mauer des Öfteren als Fehlschlag. Selbst als sie eine Höhe von bis zu 16 Metern hatte erreicht hatte, war sie nicht unangreifbar. Mit jedem neuen Teilstück wanderte die Mauer westwärts, bis sie 1372 kurz vor der Wüste Gobi an einem einsamen Außenposten namens Jiayuguan endete. Mit dem Bau wurde die Mauer zum längsten Friedhof der Welt. Heute weist nichts mehr auf die letzte Ruhestätte der rund 300.000 rekrutierten Untertanen hin, die beim Bau der Mauer ihr Leben ließen.

Ein Mythos ist allerdings, dass man die Chinesische Mauer vom Mond aus sehen kann.
Mit mehr als 6000 Kilometer Länge ist die Chinesische Mauer zwar das größte Bauwerk auf der Erde, doch so groß, dass man sie vom Mond aus erkennt, ist sie nicht. Der Mond ist immerhin 380 000 Kilometer von der Erde entfernt. Berichten der Nasa zufolge soll die Mauer allerdings aus dem All erkennbar sein: Astronauten der Internationalen Raumstation (ISS) fotografierten mit einem Teleobjektiv die Erde: Auf dem Foto erkennt man die Mauer tatsächlich als Linie. Die ISS ist rund 350 Kilometer von der Erde entfernt. Mit bloßem Auge kann man die Mauer aus dieser Distanz nicht sehen.


Die Reise endet hier. Von Peking (PEK) aus geht es mit Lufthansa (LH) wieder zurück nach Frankfurt, das man nach etwa 9 Stunden und 20 Minuten Flugzeit erreicht. Sicher gibt es in China noch viele unzählige Orte, die sehenswert sind. Wie Hongkong, Macau oder viele andere schöne Regionen der Volksrepublik China.

Was noch erwähnenswert ist

Doch das Folgende muss nun doch noch erwähnt werden.

Die Seidenstraße

Die alte Seidenstraße bestand aus vielen einzelnen Straßen. Sie zog sich über wechselnde Pfade rund 3000 Meilen lang und führte durch einige der unwirtschaftlichsten, aber auch schönsten Gegenden der Erde. Marco Polo hatte das chinesische Teilstück der Seidenstraße, seine Berge und Wüsten, mehr als einmal durchwandert. Die volle Länge der chinesischen Seidenstraße zu bereisen, von Peking nach Kaschgar, dauerte einst Monate. Und auch heute noch ist man abwechselnd mit Zug (u.a. mit dem China-Orientexpress, dem ehemaligen Privatzug von Mao), Bus und Flugzeug tagelang unterwegs. Sehr zum Ärger der Reiseveranstalter lassen sich die unterschiedlichen Verkehrsmittel nur schwer aufeinander abstimmen.

Vor zweitausend Jahren, wurden über die Seidenstraße, die damals Xi´an mit dem Mittleren Osten und mit Europa verband, die ersten Handelsbeziehungen geknüpft. China öffnete sich erstmals der westlichen Welt. Man schrieb das Jahr 138 vor Christus, als der Han Kaiser Wudi einen Botschafter in den Westen entsandt, nicht um zu handeln, sondern um Verbündete für Chinas Kampf gegen die Hunnen zu finden.

Von da an bis ins 14. Jahrhundert durchquerten Karawanen die Wüsten, beladen mit Gewürzen, Früchten und sonstigen Handelsgütern aus dem Westen, auf der Suche nach Seide. Chinas Grenzstädte entwickelten sich zu kosmopolitischen Handelszentren.

Heute können moderne "Marco Polos" diesen alten Karawanenrouten folgen: Von Xi´an, im Inneren Chinas, bis nach Kashgar, nahe der Grenze zum heutigen Kirgisien und Tadschikistan. Mehrere Reiseveranstalter bieten Touren zur Seidenstraße an. Gewöhnlich beinhalten diese den Besuch einer oder mehrerer großer Städte (Beijing, Shanghai, Guangdong oder Hongkong). Im Anschluss geht es dann in die Weite Westchinas, wo die Mehrzahl der Menschen noch immer einem Lebensstil folgt, der sich gegenüber den Tagen der früheren Händler wenig geändert hat.

Marco Polo

Marco Polo (geb. 1254 in Venedig, gest. 8.1.1324 in Venedig) war erst 17 Jahre jung, als er in Begleitung seines Vaters und seines Onkels in China ankam. Etwa 20 Jahre blieben sie in China und in den Diensten des damaligen Herrschers Kublai Khan, für den sie sein Reich bereisten und erkundeten. Zurück in Venedig, wurde er in einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den Regionen Venedigs und Genuas gefangen genommen und vier Jahre eingekerkert. Dort kam er auf die Idee, seine Reiseerlebnisse unter Mithilfe eines Mitgefangenen niederzuschreiben.

Als Marco Polo 1324 im Sterbebett lag und man von ihm forderte – so sein erster Biograf Ramusius -, dass er sich von all seinen Phantasien lossage, weigerte er sich nicht nur, sie zu widerrufen, sondern bekräftigte, nicht einmal die Hälfte der unglaublichen Dinge beschrieben zu haben, denen er auf seiner Reise von Venedig bis zum Hofe des Großen Khan begegnet war. Allerdings gibt es in seinen Ausführung einige Ungereimtheiten. Viele Dinge schilderte er sehr detailgenau und andere Dinge erwähnte er gar nicht, wie z.B. die chinesischen Schriftzeichen, die chinesische Mauer oder den Tee. Zudem wird in den chinesischen Geschichtsaufzeichnungen in keinster Weise von einem Reisenden aus einem fernen Land berichtet, der zum Vertrauten des Großkhans aufstieg.

Schlusswort

Schlusswort

Marco Polo war der erste Weltreisende. Er reiste in friedlicher Absicht, verband Ost und West. Er wollte die Welt entdecken, fremde Kulturen kennen lernen, nicht zerstören. Könnte er heute für uns Reisende nicht Vorbild sein? Aufgeschlossen und friedlich sollte unsere Haltung auf Reisen sein. Dazu gehören auch Respekt vor Mensch und Tier und die Bewahrung der Umwelt.

Ihr Experte war vor Ort


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Mi:10:00–18:30

Do:10:00–18:30

Fr:10:00–18:30

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{"markers":[{"longitude":104.195397,"latitude":35.86166,"subtype":"city","type":"travelreports","info":"Einleitung\r\n\r\n\u201eFr\u00fcher oder sp\u00e4ter, davon bin ich \u00fcberzeugt, wird sich ganz China, gleich dem Vogel Ph\u00f6nix, aus seinem gro\u00dfen Tief erheben. Diese Millionen von friedlichen, flei\u00dfigen Menschen k\u00f6nnen weder erstickt und noch ganz unterdr\u00fcckt werden, noch kann diese gro\u00dfe Nation ausgetilgt werden. Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter muss sich dieses Volk wieder finden und gemeinsam mit dem Westen das Schicksal der Welt bestimmen.\u201c (Ernest Henry Wilson, als Naturforscher in Westchina, 1913) \r\n\r\n\u201eChina ist dabei, zu erwachen, und es k\u00f6nnte bald die Welt bewegen.\" sagte einst Richard Nixon, ehemaliger Pr\u00e4sident der USA. Heute ist China erwacht und spielt eine immer gr\u00f6\u00dfer werdende Rolle in der Welt. Sei es in wirtschaftlicher Hinsicht oder auch nur als ein immer popul\u00e4rer werdendes Reiseziel. \r\n\r\nDas Reich der Mitte ruhte in sich selbst, war eine Welt f\u00fcr sich, ja, hielt und h\u00e4lt sich zum Teil noch immer f\u00fcr den Mittelpunkt der Welt schlechthin. Die chinesische Welt, das Chinesischsein, ist f\u00fcr den Durchschnittschinesen die einzig m\u00f6gliche und erstrebenswerte Daseinsumgebung \u00fcberhaupt. Der au\u00dfenstehende Westen hat dieses scheinbar in sich geschlossene Bild vom Gebilde China \u00fcbernommen. Den meisten Menschen aus dem Westen erscheint das Riesenreich als seltsam homogene Einheit mit einer in lange regierenden Dynastien gem\u00e4chlich dahinflie\u00dfenden Geschichte.\r\n\r\nKaum ein Land ist so aufregend wie China. Denn seit Deng Xiaoping das Tor des lange verschlossenen Reiches einen Spalt weit \u00f6ffnete, ist die Volksrepublik in permanenter Bewegung. Neue St\u00e4dte entstehen aus dem Nichts. Alte Regeln fallen. Ein einst hungriges Volk entdeckt den Wohlstand. Und mit unheimlicher Kraft dr\u00e4ngt das Land wirtschaftlich, politisch und auch sportlich an die Weltspitze.\r\n\r\nChina hat sich inzwischen ausl\u00e4ndischen Touristen ge\u00f6ffnet. Doch ein Besuch im Reich der Mitte ist nach wie vor ein Abenteuer. Vieles ist uns fremd am chinesischen Volk: Seit Tausenden von Jahren lesen Chinesen von rechts nach links, also von hinten nach vorn. Was auch wieder Bl\u00f6dsinn ist, weil: Unser Hinten ist ihr Vorn. Wenn sie l\u00e4cheln sollen f\u00fcr ein Foto, sagen Chinesen nicht auf Englisch \u201eK\u00e4se\u201c, sondern auf Chinesisch \u201eAubergine\u201c. Sie essen ihre Suppe nicht, sondern trinken sie, und sie tun das nie vor, sondern stets nach dem Essen. Sie stellen den Nachnamen vor den Vornamen. Im Herzen sitzt bei Ihnen die Vernunft, und wei\u00df ist die Farbe ihrer Trauergew\u00e4nder. Der Kompass zeigt hier nach S\u00fcden, die Menschen schreiben in Bildern statt mit Buchstaben und lieben Gesang, Gedr\u00e4nge und Lautst\u00e4rke. Und genau das macht China so faszinierend. Ein Abendessen in einem Spezialit\u00e4tenrestaurant oder eine F\u00fchrung durch einen alten Tempel ist ebenso voll von \u00dcberraschungen wie eine Pause bei einer Tasse Tee, in der man die \u00fcber die Stra\u00dfe str\u00f6menden Menschenmassen betrachtet.\r\n\r\nEs ist kaum m\u00f6glich, sich ein genaues Bild von China zu machen. Denn das Land breitet sich aus zwischen Sibirien, Persien, der Mongolei und Indien, so gro\u00df wie ein ganzer Kontinent und mindestens so vielf\u00e4ltig. Einsame Hochebenen und raue K\u00fcsten, un\u00fcberwindliche Berge und undurchdringliche Urw\u00e4lder, pulsierende moderne Urbanit\u00e4t und traditionelles Leben auf dem Dorf, chinesische sowie die abwechslungsreiche Kultur von 55 weiteren Ethnien pr\u00e4gen das Bild Chinas. 1,34 Milliarden Menschen, 5.000 Jahre Kultur. Ein Riesenreich im st\u00fcrmischen Wandel. Kaum ein Land erregt so viel Aufsehen und bleibt dabei weltpolitisch scheinbar so unbeteiligt wie China. Noch. Ob Kultur, Natur oder Abenteuer: Das Reich der Mitte bietet jedem Reisenden etwas.\r\n\r\n\r\nLage\r\n\r\nDie Volksrepublik China befindet sich in der \u00f6stlichen Hemisp\u00e4hre im Osten des asiatischen Kontinents und an der Westk\u00fcste des Stillen Ozeans. Das Staatsgebiet Chinas erstreckt sich \u00fcber ca. 4.200 km von 18\u00b0 bis 54\u00b0 n\u00f6rdlicher Breite und \u00fcber ca. 4.500 km von 71\u00b0 bis 135\u00b0 \u00f6stlicher L\u00e4nge. Die n\u00f6rdlichste Stadt, Mohe in der Provinz Heilongjiang, liegt auf der H\u00f6he von Berlin, die tropische Insel Hainan auf der Breitengrad der S\u00fcdsahara. China grenzt an 14 Staaten und hat damit gemeinsam mit Russland die meisten Nachbarl\u00e4nder der Welt Im Uhrzeigersinn grenzt China: im S\u00fcden an Vietnam (1281 km), Laos (423 km), Myanmar (2185 km), Bhutan (470 km) und Nepal (1236 km), im S\u00fcden und S\u00fcdwesten an Indien (3380 km), im Westen an Pakistan (523 km), Afghanistan (76 km), Tadschikistan (430 km), Kirgisistan (858 km) und Kasachstan, (1533 km) im Norden einmal kurz an Russland (40 km), die Mongolei (4677 km), danach zum zweiten Mal im Norden, Nordosten und Osten an Russland mit (3605 km), und im Osten an Nordkorea (1416 km). Mit einer Gesamtl\u00e4nge von 22.133 km hat die Volksrepublik die l\u00e4ngste Landgrenze aller Staaten der Erde. Das Territorium wird grob in drei Bereiche unterteilt:\r\n\r\nDer Osten Chinas ist von vier gro\u00dfen, dicht besiedelten Schwemmebenen gepr\u00e4gt. An den K\u00fcsten befinden sich die Deltas seiner gr\u00f6\u00dften Fl\u00fcsse. Der s\u00fcd\u00f6stliche K\u00fcstenstreifen ist gebirgig, w\u00e4hrend der S\u00fcden eher h\u00fcgelig ist. Das Gebiet hat eine H\u00f6he von maximal 500 Meter \u00fcber dem Meeresspiegel.\r\nWestlich an die Ebenen schlie\u00dfen sich zahlreiche Gebirge mit Hochebenen und gro\u00dfen Becken an: die Mongolische Hochebene, das Tarimbecken, das Sichuan-Becken, das L\u00f6ssplateau oder das Yunnan-Guizhou-Hochland. Die Berge haben hier H\u00f6hen von etwa 1000 bis 2000 m.\r\n\r\nWestchina hat einen ausgesprochenen Hochgebirgscharakter mit dazwischen liegenden Hochebenen. Die gr\u00f6\u00dften Gebirge sind: Himalaya, Tianshan, Pamir und das Hochland von Tibet. Das Hochland von Tibet liegt durchschnittlich 4500 m \u00fcber dem Meeresspiegel und geh\u00f6rt damit zu den h\u00f6chstgelegenen Ebenen der Welt. Der Westen ist zusammen mit der Inneren Mongolei auch der trockenste Landesteil, f\u00fcr dessen ausgepr\u00e4gtes W\u00fcstenklima die Gobi und die Taklamakan stehen.\r\nGeschichte \u2013 Zeittafel\r\n\r\nDie Chinesen verf\u00fcgen \u00fcber die l\u00e4ngste kontinuierliche Geschichte aller V\u00f6lker.\r\n\r\n5.-2. Jtsd. v. Chr.\r\n\r\nVerschiedene neolithische Kulturen siedeln an den Flussl\u00e4ufern des Gelben Flusses und am Unterlauf des Yangzi\r\n\r\num 2205\u20131766 v.Chr.\t\r\n\r\nDer legend\u00e4re Gro\u00dfe Yu begr\u00fcndet die Xia-Dynastie. Damit beginnt das dynastische Element in der chinesischen Geschichte\r\n\r\num 1766-1122 v.Chr. \r\n\r\nDie Shang-(Yin-)Dynastie l\u00e4utet die Bronzezeit ein: fr\u00fche Hochkultur, Schrift, Streitwagen und umwallte St\u00e4dte\r\n\r\num 1025-249 v.Chr.\r\n\r\nZhou-Dynastie\r\n\r\num 551-233 v.Chr. \r\n\r\nDie Zeit der \u201eHundert Schulen\u201c ist die Bl\u00fctezeit der Philosophenschulen. Konfuzius, Laozi, Menzius und viele andere suchen Antworten zur Natur des Menschen, des Staates und des Universums\r\n\r\n221 v.Chr. \r\n\r\nF\u00fcrst Zheng von Qin eint das chinesische Reich und ernennt sich zu dessen Erstem Kaiser (Qin Shi Huangdi)\r\n\r\n206 v.Chr. \u2013 9 n.Chr.\r\nWestliche Han-Dynastie\r\n\r\n141-87 v.Chr.\r\n\r\nUnter Kaiser Wu der Han wird China erstmals ein Gro\u00dfreich. Aufbl\u00fchen der konfuzianischen Schule und Vordringen des Buddhismus \u00fcber die neu er\u00f6ffnete Seidenstra\u00dfe\r\n\r\n25-220\r\n\r\n\u00d6stliche Han-Dynastie\r\n\r\n221-263\r\n\r\nDrei Reiche\r\n\r\n304-589\r\n\r\nNord-S\u00fcd-Teilung\r\n\r\n386-534\r\n\r\nUnter der Fremdherrschaft der Toba in Nordchina erreicht der Buddhismus seiner erste Bl\u00fcte als Staatsreligion. Ebenfalls Aufbl\u00fchen des Daoismus.\r\n\r\n439-535\r\n\r\nN\u00f6rdliche Wie-Dynastie\r\n\r\n581-618\r\nReichseinigung. Sui-Dynastie\r\n\r\n618-907\r\n\r\nTang-Dynastie\r\n\r\n721-756\r\n\r\nGoldenes Zeitalter der Tang (618-907). Unter Kaiser Ming Huang (Xuanzong) erreicht China seine bislang gr\u00f6\u00dfte Ausdehnung. Bl\u00fctezeit von Kunst, Dichtung, Kalligrafie und Malerei; gro\u00dfer kultureller Einfluss Chinas auf die Nachbarstaaten bzw. Zentralasiens auf China.\r\n\r\n907-979\r\n\r\nReichsteilung: F\u00fcnf Dynastien (Nordchina) und Zehn Reiche (S\u00fcdchina)\r\n\r\n960-976\r\n\r\nGeneral Zhao Kuangyin gelangt durch einen Staatstreich an die Macht und gr\u00fcndet die Song-Dynastie (960-1126\/1279). Vor allem im 12. und 13.Jh. kommt es zu einer wirtschaftlichen und kulturellen Bl\u00fctezeit, in der Philosophie, Literatur, Malerei und Naturwissenschaften ihren H\u00f6hepunkt erreichen.\r\n\r\nab 1271\r\n\r\nDer Mongolenherrscher Kublai Khan unterwirft China und begr\u00fcndet die Yuan-Dynastie (1271-1368). Erstmals seit seinem Bestehen wird Gesamtchina (1276-1368) von einer Fremddynastie beherrscht.\r\n\r\n1368\r\n\r\nZhu Yuanzhang (1328-98) gr\u00fcndet die letzte nationale Dynastie Ming (1368-1644), die China eine fast 270 Jahre w\u00e4hrende wirtschaftliche und kulturelle Hochbl\u00fcte beschert. China steigt zur See- und Handelsmacht auf.\r\n\r\n1407\r\n\r\nein Ming-Kaiser schickte den muslimischen Admiral und Eunuchen Zheng He mit 317 Schiffen und eine gesamten Besatzung von 27.780 Mann (Seeleute, Soldaten, Handwerker, Astronomen, Apotheker, Meteorologen) \u2013 die gesamte spanische Armada des Jahres 1588 hatte nur 132 !!! \u2013 nach Afrika, um diplomatische Kontakte und intensive Au\u00dfenhandelsbeziehungen zu pflegen. 7 Jahre dauerte dessen Reise durch die Gew\u00e4sser des Indischen Ozeans. Das Hauptschiff war mehr als 140 Meter lang und setzte seine weithin sichtbaren roten Segel aus Seide auf nicht weniger als neun Masten (Zum Vergleich: Als sich 1492, also mehr als 80 Jahre sp\u00e4ter, Kolumbus aufmachte, \u00fcber die Neue Welt zu stolpern, da befehligte er gerade mal 90 Seeleute auf drei Nussschalen, die hintereinander schippernd keine 70 Meter lang waren).\r\n\r\n\r\nDoch nach dem Tod von Admiral Zheng He verschwand die chinesische Armada von der Bildfl\u00e4che. Doch aus welchem Grund? Finanzknappheit aufgrund einer sehr chinesischen Vorliebe f\u00fcr \u00fcbertriebene Gr\u00f6\u00dfe? Der gro\u00dfe finanzielle und logistische Aufwand, der mit dem Neubau der Gro\u00dfen Mauer 1474 entstand? Oder war es Fremdenfeindlichkeit? Schotteten sich die Chinesen ab, aus Angst, Fremde k\u00f6nnten \u00fcberm\u00e4\u00dfig in ihr Land kommen?\r\n\r\n1644-1911\r\n\r\nErneut herrscht eine Fremddynastie, die mandschurische Qing, \u00fcber China. Das Land erlebt seine bisher gr\u00f6\u00dfte Ausdehnung in der Geschichte. Die lange Zeit des Wohlstands und Friedens m\u00fcndet ab dem 19.Jh. in eine Bev\u00f6lkerungsexplosion mit Aufst\u00e4nden, die schlie\u00dflich zum Zusammenbruch des Kaiserreichs f\u00fchren.\r\n\r\n1839-1842\r\n\r\nErster Opiumkrieg\r\n\r\n1843\r\n\r\nFriedensabkommen von Nanking am 26.Juni 1843. Die Insel Hongkong wurde offiziell an Gro\u00dfbritannien \u00fcbergeben und dem Opiumkrieg, dem so genannten Ersten Englisch-Chinesischen Krieg, ein Ende gesetzt.\r\n\r\n1858-1860\r\n\r\nZweiter Opiumkrieg\r\n\r\n1860\r\n\r\nAbkommen von Peking. Nachdem bereits 1843 Hongkong an Gro\u00dfbritannien \u00fcbergeben wurde, fielen mit dem Abkommen von Peking zwei weitere Inseln an Gro\u00dfbritannien. Die Halbinsel Kowloon und Stonecutters Island.\r\n\r\n1898\r\n\r\nDie Briten pachteten zum Schutz ihrer eigenen Interessen weitere Gebiete von China, wie z.B. die New Territories vor Hongkong. Und zwar f\u00fcr die Dauer von 99 Jahren.\r\n\r\n1911-1912\r\n\r\nRevolution und Gr\u00fcndung der Republik China\r\n\r\n1912-1949\r\n\r\nDie Herrschaft der Warlords, japanische Besetzung und B\u00fcrgerkriege kennzeichnen die Jahrzehnte der Republik China. Nach seiner Niederlage im B\u00fcrgerkrieg gegen die Kommunisten flieht Diktator Chiang Kai-shek nach Taiwan, wo die Republik China bis heute fortbesteht.\r\n\r\n1919\r\n\r\nBewegung des 4.Mai: Intellektuelle fordern eine Hinwendung zu Wissenschaft und Demokratie.\r\n\r\n1921\r\nIn Shanghai wird offiziell die Kommunistische Partei gegr\u00fcndet, die eigentlich bereits 1920 von einem Russen namens Grigori Woitinski ins Leben gerufen worden war.\r\n\r\n1931-1945\r\n\r\nBesetzung gro\u00dfer Landesteile durch Japan\r\n\r\n1949-1976\r\n\r\nGr\u00fcndung der Volksrepublik China am 1.10.1949. In sechs gro\u00dfen bis 1952 laufenden Kampagnen sollen die Traditionen Chinas ausgemerzt werden. Das Scheitern f\u00fchrt schlie\u00dflich \u00fcber den Gro\u00dfen Sprung 1958 zur Kulturrevolution ab 1966, mit der Mao Zedong seine Ziele mit Gewalt zu erreichen versucht.\r\n\r\n1965-1969\r\n\r\nGro\u00dfe Proletarische Kulturrevolution\r\n\r\n1976\r\n\r\nTod Mao Zedongs\r\n\r\nab 1978\r\n\r\nEinf\u00fchrung privatwirtschaftlicher Elemente\r\n\r\n1984\r\n\r\nVertreter der Volksrepublik China und Vertreter des Vereinigten K\u00f6nigreiches kamen zusammen, um sich \u00fcber das Schicksal Hongkongs zu entscheiden. Demnach sollte Hongkong im Jahre 1997 offiziell wieder an China zur\u00fcckgegeben werden. \r\n\r\n1989\r\n\r\nDie von Deng Xiaoping eingeleiteten Reformen zur wirtschaftlichen Liberalisierung f\u00fchren zu Missst\u00e4nden und grassierenden Korruption. Der angestaute Unmut l\u00f6st Massendemonstrationen auf dem Tian`anmen-Platz in Beijing und in anderen St\u00e4dten des Landes aus. Ab dem 4.Juni werden diese landesweit blutig niedergeschlagen.\r\n\r\n1992\r\n\r\nDeng Xiaoping unternimmt seine ber\u00fchmte S\u00fcdreise. Nach zwei Jahren des Stillstands und R\u00fcckschritts wird die \u00d6ffnungspolitik wieder mit ganzer Kraft vorangetrieben.\r\n\r\n1997\r\n\r\nHongkong wird wieder chinesisch. Tod Deng Xiaopings.\r\n\r\n1999\r\n\r\nMacau wird chinesisch.\r\n\r\n2001\/2002\r\n\r\nChinas \u00d6ffnungspolitik wird mit der Vergabe der Olympischen Spiele 2008 an Beijing und dem WTO-Beitritt 2001 belohnt. Ein Jahr sp\u00e4ter gewinnt Shanghai die Bewerbung f\u00fcr die Weltausstellung 2010.\r\n\r\n2006-2010\r\n\r\nIm M\u00e4rz 2006 wird der neue F\u00fcnfjahresplan verabschiedet. Nach einigen verheerenden Umweltkatastrophen und Zehntausenden teils gewaltt\u00e4tiger Massendemonstrationen im Jahr 2005 sollen nun Umweltschutz, effizienter Verbrauch von Energie und Rohstoffen sowie die Erh\u00f6hung des Lebensstandards f\u00fcr die l\u00e4ndliche Bev\u00f6lkerung im Vordergrund der Entwicklung stehen.\r\n\r\n\r\nZeitzone\r\n\r\nChina umspannt mit ihrer enormen Ausdehnung die geographische L\u00e4nge von f\u00fcnf Zeitzonen. Dennoch hat China \u00fcberall die gleiche Zeitzone. Ob Harbin in Nordchina, Shanghai an der Ostk\u00fcste, Hongkong in S\u00fcdchina oder Lhasa im Westen - es gibt genau eine Uhrzeit. Die Peking-Zeit. Eingef\u00fchrt wurde die Peking-Zeit 1949. Aus den Zeitzonen GMT+5.5, GMT+6, GMT+7, GMT+8 und GMT+8.5 wurde eine gemeinsame Zeitzone (UTC+8) f\u00fcr das gesamte beanspruchte Territorium. Da die politische Macht in China von Peking ausgeht, entstand die Peking-Zeit.\r\n\r\nGr\u00f6\u00dfe\r\n\r\nChina hat eine Gr\u00f6\u00dfe von 9.571.302 qkm und ist damit fast 27 mal gr\u00f6\u00dfer als die Bundesrepublik Deutschland und sogar etwa doppelt so gro\u00df wie die Fl\u00e4che der Europ\u00e4ischen Union, die eine Fl\u00e4che von 357.111,91 qkm hat. Nach Russland, Kanada und den Vereinigten Staaten von Amerika ist die Volksrepublik damit das viertgr\u00f6\u00dfte Land der Welt. \r\n\r\n\r\nEinen Gro\u00dfteil der Fl\u00e4che pr\u00e4gen Gebirge (43%) und Hochebenen (26%). Tiefebenen und Becken machen 31% aus. Nur 15% der Fl\u00e4che sind landwirtschaftlich nutzbar. Und bedingt durch die Topographie Chinas ist nur ein relativ kleiner Teil bewohnbar. Chinas K\u00fcstenl\u00e4nge betr\u00e4gt 18.000 km, doch gibt es nur wenige Str\u00e4nde. Die l\u00e4ngsten Fl\u00fcsse sind der Chang Jiang (Jangtsekiang) mit 6.300 km (damit drittgr\u00f6\u00dfter Fluss der Welt) und der Huang He (Gelber Fluss) mit 5.464 km. Der gr\u00f6\u00dfte See ist der Qinghai-See mit rund 4500 km\u00b2. In den chinesischen Hoheitsgew\u00e4ssern liegen verstreut 5400 Inseln. Die Insel Taiwan ist mit einer Fl\u00e4che von 36 000 km2 die gr\u00f6\u00dfte, die Insel Hainan mit einer Fl\u00e4che von 34 000 km2 die zweitgr\u00f6\u00dfte. \r\n\r\nVon den 19 Bergen der Welt, die h\u00f6her als 7000 m sind, befinden sich sieben innerhalb Chinas oder an der chinesischen Grenze. Auf dem Qinghai-Tibet-Plateau, dem Dach der Welt, ragen viele hohe Berge empor. Die Himalaya-Kette liegt im Durchschnitt 6000 m \u00fcber dem Meeresspiegel. Der Mount Everest ist mit einer H\u00f6he von 8848,13 m der h\u00f6chste Berg Chinas und der h\u00f6chste Berg der Welt. Der tiefste Punkt Chinas ist die Senke von Turpan (im Nordwesten) mit 154 m unter dem Meeresspiegel. \r\n\r\nChinesische St\u00e4dte sind riesig und Orte mit 100.000 Einwohnern gelten als Kleinst\u00e4dte. F\u00fcr Peking weisen die offiziellen Statistiken 13,8 Millionen, f\u00fcr Shanghai 16,7 Millionen, f\u00fcr Chongqing gar 30,9 Millionen Einwohner aus. Unvorstellbar? Dann schauen Sie mal auf die Fl\u00e4chenangaben! Peking ist mit 16,800 km2 gr\u00f6\u00dfer als Schleswig Holstein und Chongqing ist mit einer Fl\u00e4che von 82.400 km2 gr\u00f6\u00dfer als das gr\u00f6\u00dfte deutsche Bundesland, Bayern und in etwa so gro\u00df wie \u00d6sterreich.\r\n\r\nChina ist mit 1,34 Mrd. Einwohnern das bev\u00f6lkerungsreichste Land der Welt. (Im November 2010 begann in der Volksrepublik die erste Volksz\u00e4hlung seit zehn Jahren, die weltweit umfangreichste Volksz\u00e4hlung der Geschichte. Die Ergebnisse der Z\u00e4hlung wurden erstmals am 27. April 2011 in Peking bekanntgegeben. Demnach hatte die Volksrepublik China am 1. November 2010 eine Gesamtbev\u00f6lkerung von 1,3397 Milliarden Menschen.) \r\n\r\nDamit leben in China 16 mal mehr Menschen als wie in Deutschland mit einer Einwohnerzahl von 81,729 Millionen. Das bedeutet, dass auf jeden Einwohner Deutschlands 16 Chinesen kommen. Jeder sechste Bewohner der Erde geht als chinesischer Bauer seiner Arbeit nach. Und j\u00e4hrlich kommen 8 Mio. Chinesen dazu, was in etwa der gesamten Einwohnerzahl \u00d6sterreichs entspricht. Trotz der chinesischen Bev\u00f6lkerungspolitik, welche die \u201eEin-Kind-Familie\u201c gesetzlich. Denn seit dem Jahr 1981 gibt es eine Verordnung, nach der die Bev\u00f6lkerungsmehrheit, die Han also, nur ein einziges Kind zur Welt bringen d\u00fcrfen. Verst\u00f6\u00dfe gegen das Gesetz wurden mit Geldstrafen, Herabstufungen, Karriereeinschnitten und dem Wegfall oft lebenswichtiger Pr\u00e4mien geahndet. Teilweise wurde das Gesetz auch wieder etwas gelockert. Allerdings hat die Ein-Kind-Politik einen m\u00e4chtigen Verb\u00fcndeten der Familienplanung erhalten. Die Preissteigerung. Kinder sind f\u00fcr die Familie in den St\u00e4dten ein enormer Kostenfaktor. Sie verschlingen bis zur H\u00e4lfte des Familieneinkommens allein durch die notwendigen Kindergarten- und Schulgeb\u00fchren, sowie die Freizeitkosten. Abtreibungen sind in China fast schon als normal anzusehen.\r\n\r\n\r\nLandesflagge\r\n\r\nDie Landesflagge symbolisiert die Einheit des chinesischen Volkes unter der F\u00fchrung der Kommunistischen Partei Chinas. Auf dem roten Untergrund, dem Symbol f\u00fcr die Revolution, gruppieren sich in der linken oberen Ecke vier Sterne um einen gro\u00dfen Stern. Die vier kleineren Sterne stehen f\u00fcr Arbeiter, Bauern, st\u00e4dtischen Kleinb\u00fcrgertum und nationale Bourgeoisie. Der gro\u00dfe Stern f\u00fcr die Kommunistische Partei Chinas.\r\n\r\nNationalhymne\r\n\r\nDas Lied \"Der Marsch der Freiwilligen\" wurde von Tian Han (Text) und Nie Er (Musik) verfasst und ist seit 1949 die Nationalhymne Chinas.\r\n\r\nStaatsform\r\n\r\nVolksrepublik (ist eine (i.d.R. von kommunistischen Systemen verwendete) Bezeichnung, die zum Ausdruck bringen soll, dass der politische Souver\u00e4n (das Volk) in Form einer Diktatur herrscht, genauer, dass die Diktatur des Volkes von einer seinen Willen vertretenen Partei ausge\u00fcbt wird.)\r\n\r\nWirtschaft\r\n\r\nSeit der Gr\u00fcndung der Volksrepublik China 1949 hat sich die chinesische Wirtschaft relativ schnell entwickelt. Besonders seit Beginn der Reform- und \u00d6ffnungspolitik im Jahre 1978 hat sich die chinesische Wirtschaft mit einem j\u00e4hrlichen durchschnittlichen Wachstumstempo von mehr als 9% kontinuierlich und gesund entwickelt. Und obwohl es immer wieder kritische und warnende Stimmen gibt, existieren keine ernsthaften Anzeichen daf\u00fcr, dass sich diese Entwicklung in China in den n\u00e4chsten Jahren deutlich verlangsamen w\u00fcrde. Im Gegenteil, die Begeisterung und Aufbruchsstimmung in China ist weiterhin ungebrochen. Trotz aller Begeisterung f\u00fcr die chinesische Wirtschaft und trotz der vielen und umfangreichen Investitionen zahlreicher Betriebe in die chinesische Wirtschaft, sollte nicht vergessen werden, dass das durchschnittliche Bruttoinlandsprodukt der Volksrepublik China auch heute noch auf dem Niveau eines wirtschaftlich extrem unterentwickelten Landes liegt. Die Wirtschaft der Volksrepublik war in der Krise bislang ein Stabilit\u00e4tsanker. Selbst nach dem gro\u00dfen Finanzschock im Herbst 2009 knickte sie nur minimal ein - und st\u00fctzte den weltweiten Aufschwung danach wieder. Doch mittlerweile verdichten sich die Anzeichen, dass Chinas Wirtschaft die Rolle des Weltenretters nicht mehr uneingeschr\u00e4nkt ausf\u00fcllen kann. So waren die chinesischen Exporte im Oktober 2011 zwar im Jahresvergleich um knapp 16 Prozent auf rund 157,5 Milliarden Dollar (117,5 Milliarden Euro) gestiegen. Im Vergleich zum September allerdings schrumpften sie. Damals hatten die chinesischen Firmen knapp 170 Milliarden Dollar mit Exporten eingenommen. Im November 2011 war zudem erstmals seit mehr als zweieinhalb Jahren die Produktion der Industrie gesunken. Dies gibt Anlass zur Sorge, das Wirtschaftswachstum k\u00f6nne sich deutlich verlangsamen.\r\n\r\nHauptexportg\u00fcter sind Maschinen und Transportausr\u00fcstung, Textilien, Kleidung\r\n\r\nHauptausfuhrl\u00e4nder sind USA, Hongkong, Japan\r\n\r\nHauptimportg\u00fcter sind Maschinen und Transportausr\u00fcstung, Rohstoffe, Chemikalien, \u00d6l, industrielle Fertigprodukte, Fertigwaren\r\n\r\nHauptlieferl\u00e4nder sind Japan, S\u00fcdkorea, Taiwan, USA\r\n\r\nLandwirtschaftliche Produkte sind Reis, Mais, S\u00fc\u00dfkartoffeln, Weizen, Sojabohnen, Zuckerrohr, Tabak, Baumwolle, Jute, wobei die Landwirtschaft lediglich 10 Prozent des BIP ausmacht.\r\n\r\nRohstoffvorkommen: Graphit, Antimon, Wolfram, Zink, Kohle, Eisenerz, Zinn, Blei, Quecksilber, Bauxit, Phosphatgestein, Diamanten, Gold, Mangan, Roh\u00f6l, Erdgas\r\n\r\nDie Volksrepublik ist seit Jahren ein Synonym f\u00fcr Wirtschaftsboom, aber zugleich eine Bedrohung nicht nur deutscher Arbeitspl\u00e4tze. Die chinesische Regierung legt ein Milliarden-Programm f\u00fcr die arme Landbev\u00f6lkerung auf, und gleichzeitig werden Kritiker von der Staatsmacht zusammengeschlagen oder ohne Gerichtsurteil inhaftiert. Umweltschutzgesetze werden erlassen, und deren Umgehung l\u00e4sst sich die Stadt- oder Bezirksregierung bezahlen. Daher versucht China ehrgeizig, den USA den Rang als weltweit gr\u00f6\u00dfter Umweltver-schmutzer und Rohstoffkonsument streitig zu machen. Das chinesische Umweltbewusstsein steckt immer noch in den Kinderschuhen, wobei betont werden muss, dass ein Chinese nur einen Bruchteil des Hausm\u00fclls produziert, der pro Person in den westlichen Industrienationen anf\u00e4llt. Weitaus kritischer sieht es schon bei er Luft- und Wasserverschmutzung aus, wie jeder best\u00e4tigen kann, der den Dauersmog einiger chinesischer Gro\u00dfst\u00e4dte erlebt hat. 75 Prozent der chinesischen Energie werden durch die Verfeuerung von j\u00e4hrlich rund 1 Milliarde Tonnen schwefelhaltiger Kohle erzeugt. Das f\u00fchrt in Ballungsgebieten zu einer Schwefeldioxid-belastung von bis zu einem Milligramm pro Kubikmeter Luft \u2013 mehr als das Zehnfacher der von der Weltgesundheitsorganisation festgelegten Obergrenze. Die rasante Entwicklung des Landes verl\u00e4uft nicht gleichm\u00e4\u00dfig, sondern erzeugt enorme Verwerfungen. Reich und arm, alt und neu, Stadt und Land.\r\n\r\nDie Hauptstadt ist Peking (Beijing).\r\n\r\n\r\nChina ist ein Vielv\u00f6lkerstaat mit 56 anerkannten ethnischen Gruppen, von denen die Han-Chinesen 92% der Bev\u00f6lkerung ausmachen. Als Volksgruppen unterscheiden sich die Minderheiten nicht nur von den Han, sondern auch untereinander \u2013 und zwar sowohl durch die Umweltbedingungen, unter denen sie leben, als auch durch Wirtschaftsform, Sprache, Schrift, Sitten und Gebr\u00e4uchen sowie Religion.\r\n\r\nChina unterteilt sich in 23 Provinzen (inkl. Taiwan), f\u00fcnf autonome Regionen, vier regierungsunmittelbare St\u00e4dte und zwei Sonderverwaltungszonen. Die meisten Provinzen existieren in ihren Grenzen seit der Ming-Dynastie.\r\n\r\nDie vier wirtschaftlich dem Westen ge\u00f6ffneten Ballungszentren (Peking, Chongqing, Shanghai, Tianjin) genie\u00dfen den gleichen Status wie Provinzen und Autonome Gebiete und unterstehen direkt der Zentralregierung in Peking. Deshalb werden sie als \u201eregierungsunmittelbar\u201c bezeichnet.\r\n\r\nDas Prinzip ein Land, zwei Systeme, auf welchem die Sonderverwaltungszonen beruhen, wurde von Deng Xiaoping entwickelt. 1984 erl\u00e4uterte er es in einer Rede vor Hongkonger Pers\u00f6nlichkeiten. Ein Land bedeute die Volksrepublik China, und die Sonderverwaltungszone gelte als eine lokale Regierung im Rahmen der Volksrepublik China. In der gleichen Rede erl\u00e4uterte Deng auch das Prinzip der Verwaltung Hongkongs durch Hongkonger. Demnach wolle Peking keine Funktion\u00e4re in die Regierung der Sonderverwaltungszone entsenden, sondern nur Truppen als Symbol der staatlichen Souver\u00e4nit\u00e4t in der damaligen Kronkolonie stationieren.\r\n\r\nDie Volksrepublik China hat Taiwan den Status einer Sonderverwaltungszone bei einer eventuellen Wiedervereinigung angeboten. Die Republik China akzeptiert das allerdings nicht und Umfragen deuten an, dass dieses Prinzip auch vom Gro\u00dfteil der taiwanischen W\u00e4hler abgelehnt wird.\r\n\r\nDie Sonderverwaltungszonen haben, obwohl sie keine souver\u00e4nen Staaten sind, eigene Zollverwaltungen und eine eigene Handelspolitik. Sie sind auch f\u00fcr sich selbst Mitglieder der WTO.\r\n\r\n\r\nUntereinander haben diese Regionen oft wenig gemein. So wei\u00df die Staats- und Parteif\u00fchrung in Peking oft selbst nicht genau, was im eigenen Lande tats\u00e4chlich vor sich geht. China ist als Volksrepublik definiert, unter der F\u00fchrung der Kommunistischen Partei Chinas. Trotz der \u00d6ffnungs- und Reformpolitik seit dem Ende der Kulturrevolution verf\u00fcgt die Pekinger Regierung heute \u00fcber mehr Macht als jemals zuvor. Und seit der blutigen Niederschlagung der Studentenproteste im Jahr 1989 in Peking wird \u00fcber politische Reformen kaum noch diskutiert.\r\n\r\n\r\n\r\nKlima \r\n\r\nAufgrund seine Gr\u00f6\u00dfe findet man in der Volksrepublik China sechs verschiedene Klimazonen: die Tropen, Subtropen, die warme-, mittelm\u00e4\u00dfige-, und kalte-gem\u00e4\u00dfigte Zone, und das Qingzang-Plateau. \r\n\r\nDas Klima in Ostchina (humid und semihumid) ist vom Monsun sehr stark beeinflusst. Im Sommer ist es warm und feucht, und im Winter k\u00fchl bis kalt mit viel weniger Niederschlag. Westchina (arid und semiarid) geh\u00f6rt zum Nichtmonsungebiet, und die Grenze verl\u00e4uft etwa \u00fcber Lhasa, Xining, Hohhut und Hailar.\r\n\r\nDie Provinz Hainan und der S\u00fcden von der Guangdong- und Yunan-Provinz liegen in der tropischen Zone. Es ist ganzes Jahr durch mit sommerlichen Temperaturen und verf\u00fcgen \u00fcber \u00fcppig-gr\u00fcne Vegetationen. Die Provinz Heilongjiang hingegen liegt etwa 4000 km n\u00f6rdlicher im Nordosten und hat einen ganz kurzen und k\u00fchlen Sommer und langen strengen Winter mit Temperaturen bis sogar -40\u02dac.\r\n\r\nIn der Inneren Mongolei und den anderen westlichen Provinzen herrscht eine gro\u00dfe Temperaturdifferenz zwischen Tag und Nacht, Sommer und Winter. Es gilt in solchen Gegenden im Sommer oft die traditionelle Kleiderregel \"Pelz in der Fr\u00fch, Seide am Mittag\". \r\n\r\nManche Gebiete im S\u00fcdwesten auf dem Yungui-Plateau haben milde Winter und k\u00fchle Sommer. Die Stadt Kunming wird \"Fr\u00fchlingsstadt\" genannt.\r\n\r\nEntlang dem Yangtse-Flu\u00df gibt es die sogenannten \"drei Glut\u00f6fen Chinas\". Sie sind Chongqing, Wuhan und Nanjing. In solchen gro\u00dfen St\u00e4dten wird es im Hochsommer einige Tage sogar \u00fcber 40\u02daC.\r\n\r\nTibet hat ein trockenes, kaltes Hochlandklima. Es ist windig und rau, mit viel Sonnenschein. Die Stadt Lhasa wird \"die Stadt des Sonnenscheins\" genannt. \r\n\r\nReisezeit\r\n\r\nDie angenehmsten Temperaturen herrschen im Mai und im Oktober. In S\u00fcdchina sind zwischen April und September viele Regentage zu erwarten, im Norden konzentriert sich der Regen auf die Monate Juli und August. Die Winter im Norden sind sehr kalt und oft staubig. S\u00fcdlich des Yangzi wird (au\u00dferhalb der Touristenhotels) im Winter nicht geheizt, obwohl die Temperaturen (z.B. in Shanghai) unter null Grad sinken k\u00f6nnen. Im \u00e4u\u00dfersten Westen mu\u00df man mit hohen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht rechnen. Die besten Zeiten f\u00fcr die Rundreise in ganz China sind zwischen M\u00e4rz und Mai und zwischen September und November. F\u00fcr Reisen nach Tibet sind die Monate August und September ideal.\r\n\r\nIm Winter machen viele auch Touristen in S\u00fcdchina Urlaub.\r\n\r\nAnreise\r\n\r\nAm sinnvollsten f\u00fcr uns Mitteleurop\u00e4er ist die Anreise mit dem Flugzeug \u2013 der gro\u00dfen Entfernung wegen. China verf\u00fcgt \u00fcber drei wichtige internationale Drehkreuze. Peking (PKG), Shanghai-Pudong (SHG) und Hongkong (HKG). Auch einige westschinesische Metropolen werden von Deutschland aus angeflogen. Fast alle Fluggesellschaften planen f\u00fcr die kommenden Jahre eine Ausweitung ihrer Netze.\r\n\r\nDie Flugdauer von Deutschland nach Peking betr\u00e4gt etwa 10 Stunden. Regelm\u00e4\u00dfig verkehren unter anderem Air China, China Eastern Airlines, Air Berlin und Lufthansa, die einige Ziele sogar mehrmals am Tag anfliegen. Nach der Landung in China sollte man sich nicht von den \u201eHello-Taxi\u201c-Rufen ansprechen lassen. Diese Anbieter fahren oft ohne Lizenz und verlangen horrende Preise. Besser, man wartet am Taxistand auf einen Wagen.\r\n\r\nWesentlich interessanter ist die Anreise mit dem Zug. Diese M\u00f6glichkeit besteht mit der Transsibirischen Eisenbahn \u00fcber Russland und \u00fcber die Mongolei. Man sollte jedoch wissen, das die mehrt\u00e4gige Bahnfahrt im Verh\u00e4ltnis zur Fluganreise nicht unbedingt preiswerter ist. Und \u201emal eben schnell\u201c geht mit der Bahn gar nicht. 7 Tage braucht die Transsibirische Eisenbahn f\u00fcr die fast 10.000 km von Berlin \u00fcber Moskau nach Peking. Allein f\u00fcr das letzte Teilst\u00fcck von Ulan Bator in der Mongolei bis nach Peking ben\u00f6tigt die Transsib eine Fahrzeit von etwa 40 Stunden. Zu beachten bei dieser Anreise ist es, dass eine gute Vorbereitung dringend von N\u00f6ten ist, da man mehrere Transitl\u00e4nder durchreist und es somit verschiedene Einreisebestimmungen zu beachten gibt.\r\n\r\nMit dem Auto kann man nicht nach China einreisen. Zur Einreise ben\u00f6tigt man ein spezielles chinesisches Nummernschild. Wer dennoch mit einem Auto das Land bereisen m\u00f6chte, f\u00fcr den bietet sich die M\u00f6glichkeit sich in wenigen gro\u00dfen St\u00e4dten bei einer Autovermietung einen Mietwagen zu nehmen. Diesen kann man sogar mit Fahrer bekommen. Zum Selberfahren muss man sich eine Erlaubnis ausstellen lassen. Zus\u00e4tzlich muss man seinen europ\u00e4ischen F\u00fchrerschein in einen chinesischen umschreiben lassen. Aber Achtung: Denn in China ist der Automieter rechtlich verantwortlich f\u00fcr alle Unf\u00e4lle, die der gemietete Fahrer verursacht. Daher gilt der Tipp: \u201eSollte man in China jemals in einen Autounfall verwickelt sein, dann nichts wie raus aus dem Land. Halte Dich blo\u00df nicht mit Packen auf. Mach, dass Du rauskommst.\u201c \r\n\r\nTaxis k\u00f6nnen g\u00fcnstig f\u00fcr einen ganzen Tag gemietet werden. Die Festpreise daf\u00fcr liegen zwischen 10 und 100 Euro pro Tag, je nach Region, Fahrzeug und zu fahrender Strecke. K\u00fcrzere Fahrten mit einem Taxi werden per Taxameter abgerechnet, das in l\u00e4ndlichen Gegenden allerdings oftmals nicht genutzt wird.\r\n\r\nChina hat sich in den letzten Jahre ein gigantisches und gut ausgebautes Autobahnnetz zugelegt. Doch sind Autofahrten nur eher etwas f\u00fcr den erfahrenen Auto-Weltreisenden mit sehr gut gef\u00fcllter Brieftasche. In China gilt seit 1946 Rechtsverkehr, w\u00e4hrend man in Hongkong auf der linken Seite f\u00e4hrt. F\u00fcr den \u00dcbergang zwischen China und Hongkong ist eine Br\u00fccke geplant, bei der man die Fahrspur von rechts nach links automatisch wechselt und umgekehrt.\r\n\r\nInnerhalb Chinas kann man mit dem Flugzeug reisen oder mit der Eisenbahn. Dort gibt mehrere Klassen. Harte Sitze, weiche Sitze, harte Betten und weiche Betten. Denn die Entfernungen machen es unabdinglich, dass viele Z\u00fcge nachts verkehren. Man startet am Abend und kommt ausgeruht am n\u00e4chsten Morgen an seinem Ziel an. Wer es unbequemer mag, kann auch mit einem \u00dcberlandbus reisen. Inzwischen verf\u00fcgt fast jede Stadt \u00fcber mindestens eine Fernreisebusstation. Auf langen Strecken verkehren Liegebusse mit Betten.\r\n\r\nEinreisebestimmungen\r\n\r\nF\u00fcr die Einreise nach China ben\u00f6tigt mein einen Reisepass, der noch mindestens sechs Monate g\u00fcltig ist und ein Touristenvisum. Dieses Visum ist bis zu drei Monaten g\u00fcltig, in der Regel bekommt man aber nur 30 Tage in den Pass gestempelt, es sei denn auf dem Antrag ist ein sp\u00e4teres R\u00fcckreisedatum angegeben. Eine Verl\u00e4ngerung des Visums vor Ort ist bis zur maximalen G\u00fcltigkeitsdauer jedoch m\u00f6glich. Wichtig bei der Beantragung eines Visums ist, dass man den Antrag nur pers\u00f6nlich oder mittels eines kostenpflichtigen Visabeschaffungs-dienstes stellen kann. Das geht nicht per Post! Zu beachten ist, dass Stipvisiten nach Hongkong und auch nach Macau von China aus, die Ausreise aus der Volksrepublik China bedeuten und man bei der Wiedereinreise entweder ein neues Visum ben\u00f6tigt oder direkt bei der Reiseplanung vorab sich ein Visum f\u00fcr zwei Einreisen nach China besorgt. Auch zu beachten ist, dass Hongkong und Macau gesonderte Einreisebestimmungen gegen\u00fcber China haben.\r\n\r\nImpfungen und Gesundheit\r\n\r\nF\u00fcr die direkte Einreise aus Europa sind keine Impfungen vorgeschrieben. Reisende aus Gebieten mit Gelbfiebergefahr m\u00fcssen bei der Einreise ein g\u00fcltiges Impfzeugnis vorweisen. Vor der Abreise empfiehlt es sich, Hepatitis A, Tetanus, Polio und Diphtherie aufzufrischen, falls der Impfschutz abgelaufen ist. Ob eine Malaria-Prophylaxe notwendig ist, sollten Sie mit dem Arzt abkl\u00e4ren. Viele Informationen bekommt man bei einem Tropeninstitut.\r\n\r\nFast alle in Europa g\u00e4ngigen Medikamente sind in China erh\u00e4ltlich. In die Reiseapotheke geh\u00f6ren Magen-Darm- und Grippetabletten, Schmerzmittel, Pflaster, Wundsalbe und Sonnencreme. Gegen Infektionen sch\u00fctzen Einwegspritzen, die man mitf\u00fchren sollte, da sie in l\u00e4ndlichen Gegenden oft nicht vorr\u00e4tig sind.\r\n\r\nIm Notfall erhalten Sie von der Botschaft die Adressen deutsch- oder englischsprachige \u00c4rzte in China. Bei chronischen Leiden kann auch eine Akupunkturbehandlung in einer der traditionellen Kliniken interessant sein. Die meisten Hotels bieten einen eigenen \u00e4rztlichen Notdienst oder organisieren f\u00fcr Sie eine \u00e4rztliche Hilfe. In den gro\u00dfen St\u00e4dten ist der medizinische Standard hoch, hier gibt es sogar Krankenabteilungen nur f\u00fcr Ausl\u00e4nder.\r\n\r\nBei Eis, ungesch\u00e4ltem Obst und Leitungswasser ist Vorsicht geboten. Gerade im subtropischen und tropischen S\u00fcden kann es zu Magen-Darm-Beschwerden kommen.\r\n\r\nSprache und Schrift\r\n\r\nDie Amtssprache ist Chinesisch (Hochchinesisch-Putonghua, entspricht in etwa dem Mandarin-Dialekt aus der Region um Peking) und allein die gr\u00f6\u00dfte Bev\u00f6lkerungsgruppe der Han sprechen Hunderte von unterschiedlichen Lokal- und Regionalsprachen. Neben Hochchinesisch als allgemeiner Amtssprache sind je nach Region weitere Sprachen offiziell anerkannt. Dazu z\u00e4hlen das Kantonesische in Hongkong und Macao, das Koreanische in Yanbian, das Mongolische in der Inneren Mongolei, das Tibetische in Tibet, das Uigurische in Xinjiang sowie Zhuang in Guangxi. In den Touristengebieten kommt man mit Englisch recht gut zurecht. Doch au\u00dferhalb dieser Gebiete helfen nur ein guter Sprachf\u00fchrer und viel Geduld bei der Verst\u00e4ndigung. Da auch nur die wenigsten Taxifahrer die englische Sprache beherrschen, ist es ratsam, die Hoteladresse und die Adressen und chinesischen Bezeichnungen seiner Ziele aufgeschrieben in chinesischen Schriftzeichen bei sich zu f\u00fchren. \r\n\r\n50.000 Schriftzeichen gibt es im Chinesischen, eingetragen im Gro\u00dfen Lexikon der chinesischen Schriftzeichen \u2013 doch niemand kann sie auswendig. Doch mit lediglich 2.500 Zeichen sind heute 98 Prozent aller chinesischen Texte lesbar. Ein Zeichen steht stets f\u00fcr eine Silbe. Shanghai besteht also aus zwei Schriftzeichen, Mao Zedong aus drei Schriftzeichen. Chinesisch ist eine sogenannte Tonsprache. Das bedeutet, dass seine Wortbildung und Grammatik anders funktioniert als die der europ\u00e4ischen Sprachen. Viele Bedeutungs-unterschiede werden \u00fcber vier verschiedene Grundt\u00f6ne gereget. Jede Silbe hat eine festgelegte Tonh\u00f6he, die nicht verwechselt werden darf, wenn nicht etwa aus der Mutter (ma im 1.Ton) ein Pferd (ma im 3.Ton) werden soll. Oder anstatt jemandem zu sagen, dass man gestern ein Minigolfspiel verloren hat, kann es passieren, dass man diesem jemand \u2013 nur durch die falsche Betonung mitteilt, dass man gestern ein Baum war. Die \u00fcberwiegende Teil der Zeichen setzt sich aus zwei grafischen Elementen zusammen, von denen das eine die ungef\u00e4hre Aussprache, das andere den Sinnzusammenhang angibt. F\u00fcr jeden, der die chinesische Sprache erlernen m\u00f6chte, gibt es aber auch etwas Gutes. Die Grammatik ist wirklich einfachst gehalten. W\u00e4hrend wir im Deutschen jedes Verb in Form und Zeit ver\u00e4ndern, bleiben die Verben im Chinesischen immer in der gleichen Form und in der gleichen Zeit. Substantive werden nicht nach Einzahl und Mehrzahl unterschieden und um Akkusativ, Dativ, Genitiv und Nominativ k\u00fcmmern sich Chinesen auch nicht. Chinesen, Japaner und Koreaner verstehen sich sprachlich nicht, k\u00f6nnen jedoch problemlos schriftlich miteinander kommunizieren.\r\n\r\nW\u00e4hrung\r\n\r\nIn China herrscht die Landesw\u00e4hrung Renminbi (RMB), meist aber Yuan oder Kuai genannt. Die Einheiten des Renminbi sind: 1 Yuan = 10 Jiao = 100 Fen. Wobei im t\u00e4glichen Leben der Jiao fast \u00fcberall Mao genannt wird, was frei \u00fcbersetzt \u201eGroschen\u201c bedeutet. Der Au\u00dfenwert des Renminbi ist an den Dollar gekoppelt. Wird der Euro gegen\u00fcber dem Dollar st\u00e4rker, ist der Lebensunterhalt in China f\u00fcr uns preiswerter und umgekehrt. Hongkong und Macau haben eigene W\u00e4hrungen.\r\n\r\nReligion\r\n\r\nReligion und Staat China ist offiziell ein \u201elaizistischer Staat\u201c. Die VR China hat in allen ihren Verfassungen, von der ersten bis zur heute g\u00fcltigen immer das Recht auf Religionsfreiheit verankert. Der Glaubensaus\u00fcbung sind jedoch nach wie vor Grenzen gesetzt, auch wenn die einschl\u00e4gigen Regelungen liberaler gehandhabt werden als noch in den fr\u00fchen 1980er Jahren. F\u00fcr den chinesischen Staat gilt Religion als Privatsache. Es steht jedem frei, alleine oder in der Gemeinschaft mit anderen, zu beten, Schriften zu rezitieren, Gottesdienste abzuhalten, zu taufen oder Messen zu lesen. Es ist den Kirchen jedoch nicht erlaubt, die Politik zu kommentieren und zu kritisieren. Die Sozialgestalt der christlichen Kirchen ist dem Staat suspekt. Forderungen der Staatsr\u00e4son an die Kirchen sollen verhindern, dass sich die Kirchen instrumentalisieren lassen zur Destabilisierung der nationalen Souver\u00e4nit\u00e4t, des politischen Systems oder des sozialen Friedens. F\u00fcr den Staat ist wichtig, dass die Kirchen, wie alle in China t\u00e4tigen Organisationen, akzeptieren, dass in gesellschaftlichen Streitf\u00e4llen, wie beispielsweise Empf\u00e4ngnisverh\u00fctung oder Abtreibung, die Linie der Kommunistischen Partei Chinas und nicht die eines Kirchenf\u00fchrers f\u00fcr China entscheidend ist. Deshalb wird in der Praxis die Religionsfreiheit eingeschr\u00e4nkt, wenn religi\u00f6se Aktivit\u00e4ten, nach Lesart der Regierung, die \u00f6ffentliche Ordnung st\u00f6ren, von ausl\u00e4ndischen Machthabern kontrolliert seien oder zur Regierung in Opposition st\u00fcnden. Opposition ist in China nur innerhalb der kommunistischen Partei gestattet. In der gesellschaftlichen \u00d6ffentlichkeit hat die Religion nur sehr wenig Raum. Jenseits der gottesdienstlichen Aktivit\u00e4ten bauen inzwischen zwar immer mehr christliche Kirchengemeinden kleine diakonische Einrichtungen auf, die Entwicklung einer politisch relevanten christlichen Sozialethik ist aber nicht in Sicht. Es ist auch nicht ungew\u00f6hnlich, dass ein Gl\u00e4ubiger sich zu mehreren, zum Beispiel dem buddhistischen und dem evangelischen Glauben bekennt. Aufgrund dieser sehr lockeren Organisationen gehen die Sch\u00e4tzungen \u00fcber die Anzahl der Christen von 50 Millionen bis zu 90 Millionen. Die Zahl der Christen in China nimmt in den letzten Jahren stark zu.\r\n\r\nVerbreitete Religionen \r\n\r\nVerbreitete Religionen sind Buddhismus, Daoismus, Islam und Christentum, darunter die R\u00f6misch-katholische Kirche in China und der Protestantismus in China, daneben ist alter chinesischer Volksglauben sehr einflussreich. Der Konfuzianismus, der eher Sozialethik als Religion ist, beeinflusst die moralischen Verhaltensweisen der Chinesen.\r\n\r\n(Die Lehre des Konfuzianismus (Konfuzius, auf den die Lehren der gleichnamigen Philosophie zur\u00fcckgehen, lebte um ca. 500 vor Christus \u2013 der Name setzte sich aus dem Nachnamen \u201eKong\u201c und dem chinesischen Begriff f\u00fcr Meister \u201efu zi\u201c zusammen und wurde durch \u00dcberlieferung zu Konfuzius) beruht zum Grossenteil auf den 5 Beziehungen: der Beziehung zwischen Vater und Sohn, Herrscher und Untertan, Ehemann und Ehefrau, \u00e4lteres und j\u00fcngeres Geschwisterteil, Freund und Freund. Diese Beziehungsstrukturen beruhen laut Konfuzius in erster Linie auf einem Hierarchieverh\u00e4ltniss der Unter - bzw. \u00dcberordnung. Desweiteren gibt es 5 Tugenden, die der Mensch befolgen sollte, um die wirkiche Menschlichkeit zu erlangen.\r\n\r\nGeologie\r\n\r\nDie Fl\u00e4che Chinas besteht zu 1,5 Prozent aus St\u00e4dten, 2 Prozent aus Feuchtgebieten, 6,5 Prozent aus \u00d6dland, 9 Prozent aus Wald, 21 Prozent aus W\u00fcste, 24 Prozent aus Grasland und zu 36 Prozent aus Ackerland.\r\n\r\nW\u00fcsten\r\n\r\nDie W\u00fcstenfl\u00e4che Chinas betr\u00e4gt 1,095 Millionen Quadratkilometer, also etwa 11,4 % der Bodenfl\u00e4che des ganzen Landes, wobei die Sandw\u00fcsten 637000 Quadratkilometer und die Stein- und Felsw\u00fcsten 458000 Quadratkilometer einnehmen. Diese Gebiete sind tief im Binnenland gelegen und haben typisches Kontinentalklima: Trockenheit, geringe Niederschl\u00e4ge, lange Sonneneinstrahlung, starke Temperaturschwankungen und h\u00e4ufig heftige Winde. \r\n\r\nDie W\u00fcste Taklimakan befindet sich s\u00fcdlich des Tianshan-Gebirges in Xinjiang und in der Mitte des Tarim-Beckens. Ihre L\u00e4nge von Westen nach Osten betr\u00e4gt 1000 Kilometer, ihre Breite von Norden nach S\u00fcden 400 Kilometer, ihre Fl\u00e4che 327000 Quadratkilometer. Sie ist nicht nur die gr\u00f6\u00dfte W\u00fcste Chinas, sondern auch eine der gr\u00f6\u00dften der Welt. \"Taklimakan\" ist Uigurisch und bedeutet \"Hinein kann man, aber nicht heraus\".\r\n\r\nFauna und Flora\r\n\r\nDie Wirbeltiere der Volksrepublik z\u00e4hlen \u00fcber 6300 Arten \u2013 mehr als 10 Prozent aller Wirbeltierarten der Welt. Davon sind 2469 Landwirbeltiere (rund 500 S\u00e4ugetierarten, 1258 Vogelarten, 376 Reptilienarten und 345 Amphibienarten) und 3862 Fischarten. Au\u00dferdem kommen hunderttausende Arten von Wirbellosen vor, darunter wohl 150.000 Insektenarten. Zu den Endemiten und besonders seltenen Tierarten geh\u00f6ren der Gro\u00dfe Panda, Stumpfnasenaffen, der S\u00fcdchinesische Tiger, der Ohrfasan, der Rotkammkranich, der Nipponibis und der China-Alligator. Der Gro\u00dfe Panda kann bis zu 160 Kilogramm wiegen. Zurzeit gibt es in der Volksrepublik rund 1600 Exemplare. Der Rotkammkranich kann \u00fcber 1,2 Meter gro\u00df werden. Er ist wei\u00df und hat auf dem Kopf einen flammend roten Kamm. In Ostasien wird er als Symbol der Langlebigkeit betrachtet. Der Chinesische Flussdelfin, der nur im Jangtse und einigen Nebenfl\u00fcssen lebte, ist wahrscheinlich bereits ausgestorben.\r\n\r\nDie Volksrepublik z\u00e4hlt 30.000 Arten an \u201eh\u00f6heren Pflanzen\u201c. Nach Malaysia und Brasilien liegt China damit auf Platz 3 der L\u00e4nder mit den meisten Pflanzenarten. Fast alle Pflanzenfamilien der n\u00f6rdlichen Hemisph\u00e4re sind hier vertreten. Es gibt \u00fcber 106 Moosfamilien, die 70 Prozent der bisher gez\u00e4hlten Moosfamilien ausmachen. Weiter sind in der Volksrepublik 11 Familien von Nacktsamern mit 34 Gattungen zu finden, darin 40 Prozent der Nadelbaumarten, diese vertreten 54 Prozent der Familien. 24 Prozent der bekannten Gattungen der Bedecktsamer weltweit wurden dort bestimmt. Alle Samenpflanzen zusammen stellen etwa 8000 Holzgew\u00e4chse, darunter rund 2000 Baumspezies. Urspr\u00fcnglich nur in China beheimatete B\u00e4ume sind unter anderem der Urwelt-Mammutbaum (Metasequoia glyptostroboides), die China-Zypresse (Glyptostrobus pensilis), der Cathaya-Baum (C. argyrophylla), die Goldl\u00e4rche, die Fujian-Zypresse (Fokienia hodginsii), der Taubenbaum und die Eucommia. In der Volksrepublik China gibt es \u00fcber 2000 essbare Pflanzenarten und mehr als 3000 Pflanzenarten, die medizinisch verwertet werden k\u00f6nnen. Die wichtigsten medizinisch genutzten Pflanzen sind der Ginseng vom Changbai-Gebirge, der Saflor aus Tibet, der Bocksdorn aus Ningxia und der Notoginseng aus Yunnan und Guizhou. Von den \u00e4u\u00dferst vielf\u00e4ltigen Zierpflanzen sind die beliebtesten die als \u201eK\u00f6nigin der Blumen\u201c bezeichneten Pfingstrosen mit ihren farbenpr\u00e4chtigen Bl\u00fcten. Auch gibt es eine gro\u00dfe Artenf\u00fclle an Rhododendren sowie 500 Bambusarten. Erw\u00e4hnenswert ist in dem Zusammenhang, dass die 100 meist kleinw\u00fcchsigen Arten Japans aus China importiert worden sind.\r\n\r\nNaturkatastrophen\r\n\r\nBesonders der Osten Chinas, aber auch die s\u00fcdlichen Provinzen und der Himalaya sind h\u00e4ufig von Erdbeben betroffen. Durch Bodenerosion entsteht die Gefahr von Erdrutschen. An den Fl\u00fcssen Jangtse und Huang He (der rote und der gelbe Fluss) kommt es h\u00e4ufig zu \u00dcberschwemmungen. Der Bau des Drei-Schluchten-Damms bringt v\u00f6llig neue Gefahren f\u00fcr die Umwelt mit sich, weitreichende Ver\u00e4nderungen der Landschaft und Vernichtung von nat\u00fcrlichen Lebensr\u00e4umen durch \u00dcberflutung, wird aber auch die \u00dcberflutungen flussabw\u00e4rts stark einschr\u00e4nken k\u00f6nnen. Die K\u00fcsten im S\u00fcden und Osten des Landes sind h\u00e4ufig Taifunen ausgesetzt.\r\n\r\nHarmonie \u2013 Yin und Yang\r\n\r\nEin pr\u00e4gendes Merkmal der chinesischen Vorstellungswelt war von jeher die Idee, dass sich der Kosmos in einem harmonischen Gleichgewicht befinde, das es zu erhalten und bei Bedrohungen wiederherzustellen gilt. Klassischen Ausdruck gefunden hat sie etwa im Yin-Yang-Denken oder auch in der Analogie der F\u00fcnf-Elemente-Lehre, wonach auch bestimmte Farben, Jahreszeiten, Stimmungen, Stoffe, Planeten, K\u00f6rperteile einander entsprechen und aufeinander abzustimmen seien. Sp\u00e4ter hat insbesondere der Daoismus die harmonischen Beziehungen zwischen Himmel, Erde und Mensch umfassend thematisiert. Eine besondere Rolle bei der Wahrung der Harmonie kam dabei stets dem Kaiser als \u201eHimmelssohn\u201c zu, in dessen Pekinger Palast nicht wenige Geb\u00e4ude sogar die \u201eHarmonie\u201c im Namen tragen.\r\n\r\nFotografieren\r\n\r\nIn Museen, Tempeln und vielen anderen Sehensw\u00fcrdigkeiten ist das Fotografieren entweder verboten oder nur gegen zus\u00e4tzliche Geb\u00fchr gestattet. Ebenfalls verboten ist das Fotografieren von Milit\u00e4ranlagen und strategischen Bauwerken.\r\n\r\nChina kulinarsch \u2013 Essen und Trinken\r\n\r\nKeine andere Nation hat sich so der Koch- und Esskultur verschrieben, wie die chinesische. Die Begriffe \u201eeinfach\u201c und \u201egesund\u201c spielen dabei eine wichtige Rolle. Einfach sind auch die wichtigsten Kochutensilien. Ein scharfes Messer, ein Schneidebrett und ein Wok. F\u00fcrs Essen an sich nimmt man sich Zeit in China. Und Schmatzen und Schl\u00fcrfen sind gestattet, nein, es ist ausdr\u00fccklich erw\u00fcnscht, um sein Wohlgefallen an der Mahlzeit zum Ausdruck zu bringen. Die Suppe und den Reis gibt es am Ende der Mahlzeit. Regional betrachtet gibt es teilweise erhebliche Unterschiede in den kulinarischen Vorlieben der Chinesen.\r\n\r\nDie chinesische K\u00fcche ist von Region zu Region unterschiedlich. Es gibt alles f\u00fcr alle Geschmacksrichtungen. Scharf, sehr Scharf, extra Scharf, H\u00f6llenScharf, S\u00fcss, Sauer, Salzig. Doch alles ist stets frisch zubereitet. Und auch bei der Auswahl der Zutaten gibt es keine Einschr\u00e4nkungen. In China verarbeiten K\u00f6che fast alles, was schwimmt, fliegt oder sich zu Lande bewegt, ausgenommen U-Boote, Flugzeuge und Panzer vielleicht. Jedoch wird stets auf Qualit\u00e4t und Frische der Produkte geachtet. Und Gew\u00fcrze spielen bei der Zubereitung eine gro\u00dfe Rolle. Ingwer, Fr\u00fchlingszwiebel, Zucker, Salz, Reiswein, St\u00e4rke, \u00d6l und etwas Pfeffer schaffen es, aus allen m\u00f6glichen Zutaten von der Schlange \u00fcber die Katze und den Hund bis zum simplen Huhn das Eigenaroma perfekt zur Geltung zu bringen. \r\n\r\nAuch in China gibt es bei Tisch eine ganze Reihe von Tabus. Sich bei Tisch zu schn\u00e4uzen gilt als \u00fcberaus ekelhaft. Stopft sich der Tourist den nassen Lappen auch noch in die Hosentasche, blickt der Chinese angewidert weg. Genauso unkultiviert ist es, mit den Fingern zu essen: Selbst H\u00fchnchen, was selbstverst\u00e4ndlich mit allen Knochen auf dem Teller landet, wird per St\u00e4bchen verspeist. In dieser K\u00f6nigsdisziplin m\u00fcssen fast alle Ausl\u00e4nder passen und tragen mit unfreiwilligen Kleckereien zur Heiterkeit bei Tisch bei. Es gibt Regionen in China, da geh\u00f6ren K\u00f6che zu den Spitzenverdienern.\r\n\r\nEssst\u00e4bchen \r\n\r\nIn China werden statt Messer, Gabel und L\u00f6ffel, St\u00e4bchen zum Essen benutzt. Wer hat`s erfunden? Fest steht: Die Schweizer waren es nicht!\r\n\r\nHistorischen Aufzeichnungen zufolge haben die Chinesen schon im 18. Jahrhundert vor Chr. angefangen, mit St\u00e4bchen zu essen. Wahrscheinlich fischten zur damaligen Zeit schon die Chinesen der Shang-Dynastie ihre Fleisch- und Gem\u00fcsest\u00fcckchen mit Zweigen aus dem gemeinsamen Topf. Dass sich sp\u00e4ter vor allem Bambus und Holz als St\u00e4bchenmaterial durchsetzten, hat einfache Gr\u00fcnde: Beide Materialien sind hitzeresistent und geschmacksneutral. \u00dcbrigens, Suppe wird getrunken und nur selten mit einem Porzellanl\u00f6ffel gegessen.\r\n\r\nWer in China ins Restaurant geht, stellt ohnehin schnell fest: Die St\u00e4bchen sind noch der am leichtesten zu verkraftende Unterschied. Romantische Kerzenlichtatmosph\u00e4re, ged\u00e4mpfte Unterhaltungen, zur\u00fcckhaltende Kellner \u2013 von wegen! Chinas Fresstempel sind bis in die letzte Ecke per glei\u00dfender Neonr\u00f6hren mit 200 Watt ausgeleuchtet \u2013 schlie\u00dflich will der Gast ja sehen, was ihm aufgetischt wird \u2013 und generell so laut, dass Unterhaltungen nur im oberen Phonbereich m\u00f6glich sind. Vor dem Ger\u00e4uschteppich der aktuellen Sino-Pop-Schlager (alle Regler auf Anschlag, damit auch die G\u00e4ste im hintersten Winkel noch alles genau verstehen) und den ausgelassenen Trinkspielen am Nachbartisch \u00fcbt sich der Gast im Lippenlesen. Raucher d\u00fcrfen in China ebenfalls aufatmen. Und anz\u00fcnden. Beim Umgang mit den St\u00e4bchen werden \u00fcbrigens mehr als 30 Muskeln in der Hand, im Unterarm und auch in der Schulter bewegt, und Gehirn f\u00fchrt sozusagen das Kommando. \r\n\r\nGl\u00fcckskekse\r\n\r\nGl\u00fcckskekse sind keine chinesische Erfindung. Erstmalig tauchten sie 1909 in einem Restaurant in San Francisco auf und wurden erst in den 90er Jahren nach China exportiert, wo sie bis dahin v\u00f6llig unbekannt waren.\r\n\r\nAuskunft\r\n\r\nIn China eine Auskunft in den quasi \u00fcberall pr\u00e4senten B\u00fcros des China International Travel Service (CITS) zu bekommen ist schwerer als man als Tourist zu denken vermag. Dort einen Mitarbeiter zu finden, der Englisch spricht, ist fast unm\u00f6glich. Das muss aber nicht bedeuten, dass dieser Mitarbeiter der Englischen Sprache nicht m\u00e4chtig ist. Wer daher weder Chinesisch kann, noch die internationale Pantomimensprache beherrscht und sich somit mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen nicht verst\u00e4ndigen kann, sollte daher seine Reise nach China wirklich gut vorbereiten.\r\n\r\nStromspannung\r\n\r\n220 Volt Wechselstrom bei 50 Hertz. Die Steckdosen sind zwei- oder dreipolig, jedoch oft anders geformt als europ\u00e4ische Stecker. Adapter-Stecker sind daher meist erforderlich. Oft sind Steckdosen auch so geformt, dass unterschiedliche Formate passen.\r\n\r\nNationalfeiertag\r\n\r\nDer chinesischer Nationalfeiertag ist am 1. Oktober. Es ist der Jahrestag der Gr\u00fcndung der Volksrepublik China.\r\n\r\nLebenshaltungskosten und Preise in China\r\n\r\nDie Verbraucherpreise in China kann man kaum allgemeing\u00fcltig benennen. Die Lebenshaltungskosten f\u00fcr eine durchschnittliche chinesische Familie liegen irgendwo zwischen 80 Euro und 800 Euro im Monat, je nachdem wo und wie die Familie lebt und welche Art Lebensmittel sie in der Regel konsumiert.\r\n\r\nLebensmittel kosten in China oft wesentlich weniger als in Deutschland. Nur kommt es auch hierbei darauf an, was und wo man kaufen m\u00f6chte. Denn ein franz\u00f6sischer K\u00e4se oder eine neuseel\u00e4ndische Kiwi kosten in China oft das doppelte und mehr im Vergleich zu Deutschland.\r\n\r\nDas gilt aber nicht f\u00fcr alle westlichen Marken oder Produkte. Ein Snickers gibt es in China schon f\u00fcr umgerechnet rund 30 Cent, und ein Menu bei Kentucky Fried Chicken gibt es in China bereits f\u00fcr unter 2 Euro, einschlie\u00dflich Cola und Pommes Frites.\r\n\r\nIn vielen chinesischen Schnellrestaurants und Gark\u00fcchen gibt es ein komplettes Mittagessen bereits f\u00fcr einen Euro. Ob man jedoch \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum regelm\u00e4\u00dfig ein solches Essen zu sich nehmen m\u00f6chte, sollte man sich als Westler gut \u00fcberlegen. Realistischer sind hier Preise f\u00fcr 2 bis 3 Euro f\u00fcr ein gutes Mittagessen.\r\n\r\nDie Preise in den Restaurants sind dagegen ohne Limit.\r\n\r\nErfindungen\r\n\r\nDie Chinesen waren mit ihren wissenschaftlichen und technologischen Entwicklungen bis Ende des 17.Jh. weltweit f\u00fchrend. Die Erfindung von Papier, Buchdruck, Schie\u00dfpulver oder dem Kompass \u2013 um nur einige Beispiele zu nennen \u2013 markierte den Beginn einer wissenschaftlichen Revolution, die der modernen Welt ihre Pr\u00e4gung gab. Die Textilindustrie ist einer der wichtigsten Vereiche, in dem China Vorreiter war. Der Anbau von Hanf und wei\u00dfen Maulbeerb\u00e4umen f\u00fcr die Fertigung von Textilien geht bis in die pr\u00e4historische Zeit zur\u00fcck. Die Herstellung von Seide war \u00fcber Jahrhunderte hinweg ein chinesischen Monopol, deren Geheimnis unter Androhung der Todesstrafe bewahrt wurde.\r\n\r\nHeiratsalter\r\n\r\nDas Heiratsalter in China ist gesetzlich geregelt. Allgemein d\u00fcrfen Frauen mit 20 und M\u00e4nner mit 22 Jahren heiraten. Und bis vor kurzem durften Studenten w\u00e4hrend ihres Studiums nicht heiraten, auch wenn sie \u00fcber diesen Altersgrenzen lagen. Eine Ehescheidung dauert selten mehr als 10 Minuten, kostet lediglich 1 Euro und kann in der zust\u00e4ndigen Registrations-beh\u00f6rde vorgenommen werden. Nat\u00fcrlich f\u00fchrt diese Vorgehensweise zu einer relativ hohen Scheidungsrate. So wurden im Jahr 2010 mehr Ehen geschieden als geschlossen.\r\n\r\nSchulalltag\r\n\r\nEin 12 Stunden-Tag in einer 60-Stunden-Woche. Das ist f\u00fcr chinesische Sch\u00fcler der schulische Alltag. In \u00fcbergro\u00dfen Klassen mit teilweise bis zu 60 Sch\u00fclern. Und alles nur f\u00fcr die Bildung und eine gesicherte Zukunft.\r\n\r\nBeamtenpr\u00fcfung\r\n\r\nUm in der Volksrepublik China die Beamtenlaufbahn einzuschlagen bedarf es einer zu bestehenden Pr\u00fcfung. 13 klassische Werke mit 120 Einzelb\u00e4nden m\u00fcssen auswendig gelernt werden.\r\n\r\nDie Farbe Gelb\r\n\r\nGlaubt man den Aussagen von In- und Ausl\u00e4ndern, so sind Chinesen gelb. Doch bei genauerer Betrachtung f\u00e4llt es schwer, das \u201eGelbe\u201c eines chinesischen Gesichts zu erkennen. Viele Chinesen haben einen eher blassen Teint. Manche Frauengesichter sind sogar ungew\u00f6hnlich wei\u00df im Gegensatz zu den eher br\u00e4unlichen Gliedma\u00dfen. Das r\u00fchrt daher, dass viele Chinesinnen j\u00fcngeren und mittleren Alters sehr auf ihr \u00c4u\u00dferes bedacht sind. Dazu geh\u00f6rt neben passendem Lippenstift und Nagellack auch die \u201eWei\u00dfmach\u201c-Creme, die die Hautt\u00f6nung aufhellen soll. Wer wei\u00df ist, muss nicht k\u00f6rperlich arbeiten, ist Unternehmerin oder Intellektuelle. Braune Menschen sind Bauern und tragen Reisstrohh\u00fcte, die sich Europ\u00e4erinnen oder Amerikanerinnen als Andenken kaufen, um symbolisch zu zeigen, dass sie in China waren. Wenn die w\u00fcssten!\r\n\r\nBei so viel nat\u00fcrlichem Braun und k\u00fcnstlichem Wei\u00df auf der Haut \u2013 woher kommt dann das Bild vom \u201egelben Chinesen\u201c? \r\n\r\nEs gibt durchaus den einen oder anderen Menschen, dessen Hautfarbe einen gelben Stich aufweist. Auch ist Gelbsucht aufgrund der schieren Schlemmlust vieler Chinesen eine der am verbreitetsten Krankheiten im Land, vor allem zur Meeresfr\u00fcchte- und Krebssaison im Fr\u00fchjahr und im Herbst. \r\n\r\nMehr Aufkl\u00e4rung bietet die chinesische Kulturgeschichte. Was tats\u00e4chlich gelb (huang) an China ist, das ist die eigene Kulturtradition, denn innerhalb der chinesischen Kultur gibt es einige bedeutende \u201egelbe Ph\u00e4nomene\u201c. Das erste findet sich in der historisch ungesicherten Fr\u00fchzeit. Einer der fr\u00fchesten mythischen Herrschergestalten des Landes war der sogenannte Gelbe Kaiser (Huang Di). Der Gelbe Kaiser gilt als der Erfinder der traditionellen chinesischen Medizin, weil ein Buch \u00fcberliefert ist, das unter seinem Namen Grundprinzipien der chinesischen Medizin beschreibt. Die reale Existenz des Gelben Kaisers wurde jedoch niemals bewiesen. Jene 99 Jahre Regierungszeit (!!!) zwischen 2697 und 2598 v.Chr. geh\u00f6ren wie die erstaunlichen Lebensalter biblischer Figuren in den Bereich der Mythologie. \r\n\r\nSo zieht sich die Farbe Gelb wie ein Band durch die Geschichte. Und die chinesischen Kaiser kleideten sich traditionell in gelbe Gew\u00e4nder eines bestimmen Tones, der allein dem Kaiser vorbehalten war. Auch die D\u00e4cher des Kaiserpalastes in Peking sind mit gelben Ziegeln bedeckt, dem farblichen Symbol f\u00fcr den Herrscher und das politisch-kulturelle Zentrum des Landes.\r\n\r\nDer Gelbe Fluss (Huang He) ist f\u00fcr viele Han-Chinesen ebenfalls Legende. Wenig wei\u00df man von ihm und den Lebensformen derjenigen, die seine Ufer bev\u00f6lkern, wenn man im 30.Stock eines Hochhauses in Shanghai wohnt. Doch die Legende umflie\u00dft die Geschichte des eigenen Volkes: Fluss und Hochland am Mittellauf des Gelben Flusses gelten als die Ursprungsregion der alten chinesischen Kultur. Die gelbbraune Farbe r\u00fchrt von der Farbe des L\u00f6\u00df her, einer eiszeitlichen Sedimentschicht, die ein riesiges Gebiet am Mittellauf des Flusses bedeckt. Diese \u201eGelbe Erde\u201c ist der N\u00e4hrboden chinesischen Lebens. Aus ihm entsteht bei guter Bew\u00e4sserung fruchtbares Ackerland, dem die gelben baixing der Gelben Erde einen Gro\u00dfteil ihrer Existenz verdanken. Noch heute gilt der Gelbe Fluss und nicht der s\u00fcdlich gelegene Yangsekiang als \u201eMutterfluss\u201c der Kultur. \r\n\r\n\u201eGelb\u201c zu sein bedeute auch, die richtige Abstammung und Ahnenreihe zu haben. Sie wies den Menschen als echten, bodenst\u00e4ndigen Chinesen aus. Im 4.Jahrhundert nach Christus gab es bereits Probleme der \u00dcberbev\u00f6lkerung. Im \u00f6stlichen China lebten zu viele Einwanderer. Die Herrscher entschlossen sich daraufhin, diese in wei\u00dfen Listen zu erfassen. Die alteingesessenen Bewohner registrierte man hingegen in gelben Listen, womit Privilegien der Siedlung und Bodennutzung gegen\u00fcber den Neuank\u00f6mmlingen, den \u201eWei\u00dfen\u201c verbunden waren.\r\n\r\nGelb ist also die Farbe Chinas als Kulturnation. Lediglich vor einem Fettn\u00e4pfchen sollten sich beflissene Reisende h\u00fcten, wenn sie gegen\u00fcber Einheimischen mit beif\u00e4lligem \u201ehuangse\u201c, der gelben Farbe, die Hochkultur Chinas preisen m\u00f6chten. Mit huangse bezeichnet man heute auch Prostitution und Pornomedien aller Art.\r\n\r\nChina als Reiseland\r\n\r\nDas Reich der Mitte bietet so ziemlich f\u00fcr jeden Reisenden eine F\u00fclle reizvoller Reiseziele. Innerhalb seiner Grenzen bietet es ein Spektrum an Landschafts-, Klima- und Lebensformen, das anderswo seinesgleichen sucht. Riesengro\u00df ist das Angebot f\u00fcr Kulturinteressierte. Ob als Komfortreisender oder Backpacker, in jedem Falle hat man vor der Reise die Qual der Wahl, welche der unz\u00e4hligen kulturellen H\u00f6hepunkte \u2013 ob kaiserliche Pal\u00e4ste, weitl\u00e4ufige Tempelanlagen, buddhistische Grottenkunst oder komplette, unter Denkmalschutz stehende St\u00e4dte \u2013 in die Reise eingeschlossen werden sollen. Doch auch Naturliebhaber und Aktivurlauber kommen auf ihre Kosten. Ob heilige Berge, Urw\u00e4lder, Karstlandschaften oder Hochgebirge, das Angebot ist schier unbegrenzt. Reine Erholung Suchende sind in China jedoch fehl am Platz, einzig die Insel Hainan im S\u00fcden bietet einige Str\u00e4nde, die ein wenig Entspannung zum Abschluss einer Reise erm\u00f6glichen.\r\n\r\nBei guter Vorausplanung kann man seine Chinareise problemlos selber durchf\u00fchren. Das Reisen in China ist in den letzten Jahren einfacher und komfortabler geworden, und viele Transporte und Hotels lassen sich von zu Hause buchen. Viele St\u00e4dte, D\u00f6rfer und Regionen sind \u00fcber ein Flug-, Zug- und Busnetz verbunden. Als Faustregel gilt, wo es eine Stra\u00dfe oder Piste gibt, verkehren auch \u00f6ffentliche Verkehrsmittel. Allerdings, je abgelegener eine Region oder ein Ziel, desto seltener fahren sie. Auf vielen Routen hat man dagegen die Wahl: von klimatisierten Luxusbussen bis zu alten klapprigen Gef\u00e4hrten.\r\n\r\n37 Regionen des Weltkulturerbes in China geh\u00f6ren zu den au\u00dfergew\u00f6hnlichen Sch\u00e4tzen des Landes, von deren Gr\u00f6\u00dfe, Pracht und Kostbarkeit jedermann \u00fcberw\u00e4ltigt ist.\r\n\r\n","image":"\/docs\/_sizes\/614\/200\/100\/user\/1034\/_img\/20160816105520_56435533d406797612e3e0971090eff6\/great-wall-of-china-1113685.jpg","title":"Reise ins Land der Mitte","country":"China","region":"China"}],"startLongitude":104.195397,"startLatitude":35.86166,"zoom":6}