Montreal:
Die Metropole mit den zahllosen Gesichtern hat ein aufregendes Kontrastprogramm zu bieten. Die nach Paris zweitgrößte französischsprachige Stadt bildet mit ihren 1,7 Millionen Einwohnern (3,8 Millionen im Einzugsgebiet) einen Schmelztiegel der Kulturen aus aller Welt, wie das Mosaik ihrer Stadtviertel und die gastronomische Vielfalt überzeugend beweisen. Ihr reiches architektonisches Erbe umspannt eine vierhundertjährige Geschichte – vom französischen Regime bis in die heutige Zeit. Montréal ist trotz der insularen Lage eine weltoffene, pulsierende Stadt, die von einer heiteren Atmosphäre geprägt ist.
Die Architektur verschiedener Stadtteile ist von ethnischen Minderheiten geprägt. Am Übergang zwischen Centre-Ville und Altstadt befindet sich die Chinatown (Quartier chinois), deren Grenzen von vier Scheintoren (Pailou) markiert werden. Dieser Bereich war bis in die 1920er Jahre die bevorzugte Wohngegend der Juden.[.

Das Arrondissement Mercier–Hochelaga-Maisonneuve ist Standort des Olympiaparks mit dem Montrealer Olympiastadion. Es bietet Platz für 66.000 Zuschauer und ist somit das größte Stadion Kanadas. Eine architektonische Besonderheit ist der 175 Meter hohe Stadionturm, der einen Neigungswinkel zwischen 22,5 und 81 Grad aufweist und mit einer Zahnradbahn erklommen werden kann. Das Habitat 67, ein Wohnkomplex auf einer Halbinsel im Sankt-Lorenz-Strom, ist ein weiteres Beispiel futuristischer Architektur. Er besteht aus 354 stufenförmig aufgeschichteten Betonquadern mit 158 Wohneinheiten. An die landwirtschaftliche Vergangenheit der Île de Montréal erinnern zwei Windmühlen, die 1719 erbaute Windmühle Pointe-aux-Trembles und die Fleming-Windmühle aus dem Jahr 1827.