Die wichtigsten Reiseimpfungen im Überblick

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Indien · April 2017

Wenn einer eine Reise tut, sollte er sich frühzeitig vor vielen Krankheiten schützen, die unterwegs „lauern“. Das heißt also: impfen, impfen, impfen – und zwar in jedem Lebensalter. Für Reiselustige ab 60 gibt es sogar zusätzliche Empfehlungen. Zu spät ist es vor der Reise mit dem Impfen übrigens so gut wie nie, manche Impfungen sind sogar noch am Abreisetag möglich wie etwa die gegen Hepatitis A.
Sozusagen ein Klassiker unter den Reiseimpfungen ist diejenige gegen Hepatitis, eine durch Viren verursachte Leberentzündung. Die Hepatitis A führt zwar nicht zu einer chronischen Leberentzündung, es können beim Erwachsenen allerdings über Monate anhaltende klinische Verläufe auftreten. Vor allem ältere Erkrankte können – wenn auch selten – daran sterben. Die Erkrankungshäufigkeit ist in den letzten Jahrzehnten in Deutschland und anderen industrialisierten Ländern rückläufig. Weit verbreitet ist Hepatitis A hingegen noch in einigen süd- und osteuropäischen sowie in allen tropischen und subtropischen Ländern.
Hierzulande besitzen manche ältere Menschen einen natürlichen Schutz, weil sie in der Kindheit eine Infektion mit Hepatitis-A-Virus durchgemacht haben. Bei Kindern verläuft die Krankheit oft nur mit wenigen Krankheitszeichen oder gänzlich unbemerkt. Wer also älter als 50 Jahre ist, kann einen Bluttest vornehmen lassen und braucht möglicherweise nicht ge-impft zu werden.
Die Hepatitis B verursacht ein sehr ähnliches Krankheitsbild wie die Hepatitis A, sie ist aber noch gefährlicher. Hier besteht die Gefahr, dass die ohnehin bedrohliche Infektion chronisch wird und sich nach vielen Jahren eine Leberzirrhose oder Leberkrebs entwickelt. Die Hepatitis-B-Viren werden über Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen, zum Beispiel beim ungeschützten Sex. In entwickelten Ländern sind Blut und Blutpräparate generell auf Krankheitserreger getestet und ärztliche Instrumente sorgfältig sterilisiert und können so als sicher gelten. In vielen Reiseländern Afrikas, Südamerikas oder Asiens aber gibt es diese Standards nicht, weswegen eine Impfung für diejenigen empfehlenswert ist, die sich im Urlaub einer Verletzungsgefahr aussetzen, wie sie zum Beispiel bei Trekkingreisen eher gegeben ist, oder wenn im Reiseland möglicherweise ärztliche oder zahnärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden muss.
Typhus ist eine schwere Allgemeininfektion mit hohem Fieber von etwa 40 °C, die sich etwa über drei Wochen hinzieht. Begleitsymptome sind Durchfälle und Benommenheit, Leber und Milz können anschwellen. Wegen seines uncharakteristischen Krankheitsbildes wird Typhus oft erst spät erkannt. Komplikationen wie Darmblutungen oder Lungentyphus sind lebensbedrohlich. Die Infektionsgefahr steht in engem Zusammenhang mit den im Reiseland herrschenden hygienischen Verhältnissen. Übertragen werden die Bakterien durch mit Kot verunreinigte Nahrungsmittel und Getränke oder durch Schmierinfektion von Mensch zu Mensch.
Stark verbreitet ist die Krankheit in Nord- und Zentralafrika, auch in Asien, Süd- und Mittelamerika besteht Infektionsgefahr, selbst in Südeuropa kann die Krankheit auftreten.
Eine Impfung ist immer dann empfehlenswert, wenn die Reise unter einfachen Bedingungen in Länder mit unzureichendem Hygienestandard geplant ist. Geimpft wird mit einem Schluckimpfstoff, einem Injektionsimpfstoff oder mit einer Hepatitis-A/Typhus-Kombination.
Zecken gibt es überall, die von Zecken übertragenen FSME-Viren glücklicherweise nicht. Die FSME ist eine in manchen Fällen gefährlich verlaufenden Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute. In Europa sind die Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis verbreitet, ebenso in Mittel-, Ost- und Nordeuropa und in großen Teilen Russlands, in der Ostausdehnung sogar bis Japan. Aber warum in die Ferne schweifen. Schon bei Reisen in den Süden Deutschland oder nach Österreich gibt es hinreichend „Gelegenheit“, sich beim Waldspaziergang oder dem Picknick am Fluss eine Zecke aufzusammeln. Gut beraten ist, wer sich rechtzeitig gegen FSME impfen lässt, unter Umständen kurzfristig mit einem Kurzzeitschema. Gegen die Borreliose allerdings ist diese Impfung machtlos. Da hilft nur, sich vorher mit insektenabwehrenden Mitteln einzureiben, sich nach Zecken abzusuchen und bereits festsitzende Zecken vorsichtig zu entfernen und die Stichstelle noch vier Wochen lang zu beobachten. Zeigt sich eine kreisförmige Rötung, müssen Antibiotika eingenommen werden, um die Bakterien abzutöten.
Gelbfieber, Tollwut, Meningokokken und Japan-Enzephalitis
Die Gelbfieberimpfung ist die einzige Impfung, die bei der Einreise in bestimmte Länder verlangt wird. Die Verbreitungsgebiete der übertragenden Stechmücken liegen im tropischen Afrika und Südamerika im so genannten Gelbfiebergürtel. Andere Länder, in denen zwar Gelbfieber nicht vorkommt, aber die klimatischen Bedingungen das Einschleppen möglich machen, können bei Einreise aus Gelbfiebergebieten ebenfalls ein Impfzertifikat verlangen. Dies muss bei Einreise mindestens zehn Tage alt sein, aber nicht älter als zehn Jahre. Geimpft werden darf nur in Gelbfieberimpfstellen. Die schwere Viruserkrankung geht mit Allgemeinerscheinungen, hohem Fieber, eventuell blutigem Urin und Erbrechen und schließlich Organversagen, Delirium und Bewusstlosigkeit einher. Wenn die Leber in Mitleidenschaft gezogen ist, sterben bis zu 50 Prozent der Betroffenen. Es gibt aber auch leichte und „untypische“ Krankheitsverläufe.
Tollwut dagegen verläuft in jedem Falle tödlich. Die Viren werden durch den Biss eines infizierten oder kranken Tieres übertragen, aber auch schon das Belecken von verletzten Hautstellen kann für eine Infektion ausreichen. Deshalb Hände weg von Tieren! Streunende Hunde und Katzen mögen einen zwar dauern, aber sie bergen auch akute Krankheitsgefahr. Wer sich in Ländern mit hohem Tollwutvorkommen viel in Kontakt mit Land und Leuten kommt – wie zum Beispiel Indien, der sollte sich vorab gegen Tollwut impfen lassen.
Infektionen mit Meningokokken rufen Hirnhautentzündungen und im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung hervor. Übertragen werden die Bakterien über eine Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch. In einigen Gebieten der Erde kommen diese Erreger häufiger vor als bei uns. So ist etwa der Meningitisgürtel Afrikas zu nennen, der sich südlich der Sahara vom Sudan bis nach Gambia erstreckt. Je nachdem wohin die Reise geht, muss der passende Impfstoff ausgesucht werden, für eine Reise zu den Heiligen Stätten des Islam wie etwa Mekka ist der 4-fach-Imfstoff gegen Meningokokken-A, -C, -W-135 und -Y sogar vorgeschrieben. Aber auch europäische Nachbarländer haben aufgrund von hohen Fallzahlen an Meningokokken-C-Erkrankungen Impfempfehlungen erlassen, so zum Beispiel England, die Niederlande, Griechenland und Spanien. Dort wird den Erregern mit modernen, konjugierten Meningokokken-C-Impfstoffen Einhalt geboten, und damit die Hauptrisikogruppen – Kinder und Jugendliche – geschützt. Die hiesige Empfehlung lautete dahingehend, dass sich Austauschschüler und -studenten vor längeren Aufenthalten in diesen Ländern ebenfalls impfen lassen sollten.
Die Japan-Enzephalitis wird ebenfalls von Viren verursacht. Mücken übertragen die Erreger beim Stechen. Allerdings besteht die Infektionsgefahr nur in einigen Gebieten Asiens vor, wo ausgedehnte Wasserwirtschaft, zum Beispiel Reisanbau betrieben wird. Touristen gelangen selten in diese Gebiete. Sollte dennoch eine längere Reise in der mückenreichen Jahreszeit in solche Gebiete gehen, ist eine Impfung zu erwägen. Informationen gibt es bei einer reisemedizinischen Impfstelle. Und überdies sollte ein guter Mückenschutz selbstverständlich sein.
Malaria
Und zu guter Letzt: Erkundigen Sie sich frühzeitig, ob in Ihrem Reiseland Malaria vorkommt. Für verschiedene Regionen gibt es unterschiedliche Empfehlungen für Medikamente. Neh-men Sie dann die entsprechenden Tabletten unbedingt nach Vorschrift ein und kürzen sie auch die Einnahmedauer nach Rückkehr auf keinen Fall ab. Nur so ist das Risiko der tückischen Tropenkrankheit möglichst gering zu halten. Denn gerade bei älteren Menschen ist der Verlauf oft schwer. Für Patienten, die bestimmte Medikamente regelmäßig einnehmen müssen, zum Beispiel gegen Herzerkrankungen oder bei Diabetes, ist allerdings nicht jedes Malariamedikament zur Prophylaxe geeignet. Ihr Arzt wird Sie dazu genau beraten. 2003 wurden in Deutschland dem Robert Koch-Institut 918 Malariafälle, darunter fünf Todesfälle, gemeldet. (Epidemiol Bull 22/2004). Aber auch die Einnahme von Medikamenten schützt nicht zu 100 Prozent. Daher muss bei Auftreten von Fieber oder unklaren Beschwerden nach einem Tropenaufenthalt immer ein Arzt aufgesucht werden.
Ganz wichtig ist außerdem, sich vor allem in der Dämmerung und Dunkelheit alle paar Stunden mit mückenabwehrenden Mitteln einzureiben und Kleidung mit langen Ärmeln und Beinen zu tragen. Wirkungsvoll ist ebenfalls, unter einem Moskitonetz zu schlafen. Denn die Malaria übertragenden Moskitos sind vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Dagegen sind andere Mückenarten tagsüber gefährlich, denn sie können Dengue-Viren übertragen. Dengue-Fieber tritt vor allem in Mittel- und Südamerika, Asien, aber auch in Afrika auf. Es gibt bislang weder eine Impfung noch eine medikamentöse Prophylaxe dagegen.

Ihr Experte war vor Ort


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Wegen seines uncharakteristischen Krankheitsbildes wird Typhus oft erst sp\u00e4t erkannt. Komplikationen wie Darmblutungen oder Lungentyphus sind lebensbedrohlich. Die Infektionsgefahr steht in engem Zusammenhang mit den im Reiseland herrschenden hygienischen Verh\u00e4ltnissen. \u00dcbertragen werden die Bakterien durch mit Kot verunreinigte Nahrungsmittel und Getr\u00e4nke oder durch Schmierinfektion von Mensch zu Mensch.\r\nStark verbreitet ist die Krankheit in Nord- und Zentralafrika, auch in Asien, S\u00fcd- und Mittelamerika besteht Infektionsgefahr, selbst in S\u00fcdeuropa kann die Krankheit auftreten.\r\nEine Impfung ist immer dann empfehlenswert, wenn die Reise unter einfachen Bedingungen in L\u00e4nder mit unzureichendem Hygienestandard geplant ist. Geimpft wird mit einem Schluckimpfstoff, einem Injektionsimpfstoff oder mit einer Hepatitis-A\/Typhus-Kombination.\r\nZecken gibt es \u00fcberall, die von Zecken \u00fcbertragenen FSME-Viren gl\u00fccklicherweise nicht. Die FSME ist eine in manchen F\u00e4llen gef\u00e4hrlich verlaufenden Entz\u00fcndung des Gehirns und der Hirnh\u00e4ute. In Europa sind die Erreger der Fr\u00fchsommer-Meningoenzephalitis verbreitet, ebenso in Mittel-, Ost- und Nordeuropa und in gro\u00dfen Teilen Russlands, in der Ostausdehnung sogar bis Japan. Aber warum in die Ferne schweifen. Schon bei Reisen in den S\u00fcden Deutschland oder nach \u00d6sterreich gibt es hinreichend \u201eGelegenheit\u201c, sich beim Waldspaziergang oder dem Picknick am Fluss eine Zecke aufzusammeln. Gut beraten ist, wer sich rechtzeitig gegen FSME impfen l\u00e4sst, unter Umst\u00e4nden kurzfristig mit einem Kurzzeitschema. Gegen die Borreliose allerdings ist diese Impfung machtlos. Da hilft nur, sich vorher mit insektenabwehrenden Mitteln einzureiben, sich nach Zecken abzusuchen und bereits festsitzende Zecken vorsichtig zu entfernen und die Stichstelle noch vier Wochen lang zu beobachten. Zeigt sich eine kreisf\u00f6rmige R\u00f6tung, m\u00fcssen Antibiotika eingenommen werden, um die Bakterien abzut\u00f6ten.\r\nGelbfieber, Tollwut, Meningokokken und Japan-Enzephalitis\r\nDie Gelbfieberimpfung ist die einzige Impfung, die bei der Einreise in bestimmte L\u00e4nder verlangt wird. Die Verbreitungsgebiete der \u00fcbertragenden Stechm\u00fccken liegen im tropischen Afrika und S\u00fcdamerika im so genannten Gelbfieberg\u00fcrtel. Andere L\u00e4nder, in denen zwar Gelbfieber nicht vorkommt, aber die klimatischen Bedingungen das Einschleppen m\u00f6glich machen, k\u00f6nnen bei Einreise aus Gelbfiebergebieten ebenfalls ein Impfzertifikat verlangen. Dies muss bei Einreise mindestens zehn Tage alt sein, aber nicht \u00e4lter als zehn Jahre. Geimpft werden darf nur in Gelbfieberimpfstellen. Die schwere Viruserkrankung geht mit Allgemeinerscheinungen, hohem Fieber, eventuell blutigem Urin und Erbrechen und schlie\u00dflich Organversagen, Delirium und Bewusstlosigkeit einher. 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In einigen Gebieten der Erde kommen diese Erreger h\u00e4ufiger vor als bei uns. So ist etwa der Meningitisg\u00fcrtel Afrikas zu nennen, der sich s\u00fcdlich der Sahara vom Sudan bis nach Gambia erstreckt. Je nachdem wohin die Reise geht, muss der passende Impfstoff ausgesucht werden, f\u00fcr eine Reise zu den Heiligen St\u00e4tten des Islam wie etwa Mekka ist der 4-fach-Imfstoff gegen Meningokokken-A, -C, -W-135 und -Y sogar vorgeschrieben. Aber auch europ\u00e4ische Nachbarl\u00e4nder haben aufgrund von hohen Fallzahlen an Meningokokken-C-Erkrankungen Impfempfehlungen erlassen, so zum Beispiel England, die Niederlande, Griechenland und Spanien. Dort wird den Erregern mit modernen, konjugierten Meningokokken-C-Impfstoffen Einhalt geboten, und damit die Hauptrisikogruppen \u2013 Kinder und Jugendliche \u2013 gesch\u00fctzt. Die hiesige Empfehlung lautete dahingehend, dass sich Austauschsch\u00fcler und -studenten vor l\u00e4ngeren Aufenthalten in diesen L\u00e4ndern ebenfalls impfen lassen sollten.\r\nDie Japan-Enzephalitis wird ebenfalls von Viren verursacht. M\u00fccken \u00fcbertragen die Erreger beim Stechen. Allerdings besteht die Infektionsgefahr nur in einigen Gebieten Asiens vor, wo ausgedehnte Wasserwirtschaft, zum Beispiel Reisanbau betrieben wird. Touristen gelangen selten in diese Gebiete. Sollte dennoch eine l\u00e4ngere Reise in der m\u00fcckenreichen Jahreszeit in solche Gebiete gehen, ist eine Impfung zu erw\u00e4gen. Informationen gibt es bei einer reisemedizinischen Impfstelle. Und \u00fcberdies sollte ein guter M\u00fcckenschutz selbstverst\u00e4ndlich sein.\r\nMalaria\r\nUnd zu guter Letzt: Erkundigen Sie sich fr\u00fchzeitig, ob in Ihrem Reiseland Malaria vorkommt. F\u00fcr verschiedene Regionen gibt es unterschiedliche Empfehlungen f\u00fcr Medikamente. Neh-men Sie dann die entsprechenden Tabletten unbedingt nach Vorschrift ein und k\u00fcrzen sie auch die Einnahmedauer nach R\u00fcckkehr auf keinen Fall ab. Nur so ist das Risiko der t\u00fcckischen Tropenkrankheit m\u00f6glichst gering zu halten. Denn gerade bei \u00e4lteren Menschen ist der Verlauf oft schwer. F\u00fcr Patienten, die bestimmte Medikamente regelm\u00e4\u00dfig einnehmen m\u00fcssen, zum Beispiel gegen Herzerkrankungen oder bei Diabetes, ist allerdings nicht jedes Malariamedikament zur Prophylaxe geeignet. Ihr Arzt wird Sie dazu genau beraten. 2003 wurden in Deutschland dem Robert Koch-Institut 918 Malariaf\u00e4lle, darunter f\u00fcnf Todesf\u00e4lle, gemeldet. (Epidemiol Bull 22\/2004). Aber auch die Einnahme von Medikamenten sch\u00fctzt nicht zu 100 Prozent. 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